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Kriminelle Lese-Reise quer durch Europa

496 Seiten Hochspannung

496 Seiten Hochspannung quer durch Europa

Letztlich habe ich ihn ja schon kurz erwähnt, Arne Dahls neuen Krimi, den ich gerade auf Mallorca verschlungen habe. Und er ist ein paar weitere Sätze wert, finde ich. Heute also mal ein Buchtipp an dieser Stelle.

Hm, wo fange ich an… die Geschichten sind nämlich ziemlich komplex. Im zweiten Band der Europol-Gruppe des schwedischen Autors ist der Leser sofort mittendrin in der Welt des europäischen Verbrechens, als ein Chirurg in Belgien Selbstmord begeht. Weitere Tote folgen, und bald scheint sich ein Muster abzuzeichnen… Der aktuelle Fall, um den sich das bunt aus zahlreichen europäischen Ländern zusammengesetzte Team der streng geheimen Europa-Polizeitruppe, der sogenannten Opcop-Gruppe mit Sitz in Den Haag, kümmern muss, hat seine Wurzeln offenbar in einem Jahrzehnte alten Vorfall in Russland. Unter anderem. Dahl ist ein Meister des Hakenschlagens, soviel sei gesagt. Und so düsen die Ermittler kreuz und quer durch Europa – ein Krimi für Vielflieger, gewissermaßen.Man muss allerdings auch sagen: Dahls Verbrechen und Verbrecher haben es in sich. Die dargestellten Szenen sind nichts für Zartbesaitete. Mann könnte auch einräumen, dass die Ermittlungstätigkeit der Gruppe wenig mit der Realität zu tun haben mag. Aber das ist nicht so wichtig angesichts der wirklich großen Fabulierkunst. Die Geschichte ist einfach extrem packend erzählt, ganz großes Kopfkino, mit überraschenden Wendungen, hochaktuellen politischen Seitenhieben, und vor allem ist sie sprachlich so brilliant, dass ich die knapp 500 Seiten – wie bei allen Vorgängern übrigens auch – in einem Rutsch weggelesen habe. Man merkt, dass Arne Dahl – oder Jan Arnald, wie er eigentlich heißt – Journalist war und ist. Alle Fälle haben einen realen Hintergrund, der solide recherchiert ist – und der den eigentlichen Gruselfaktor ausmacht.

Geneigte Leser sollten die Dahl-Reihe allerdings chronologisch angehen. Was bedeutet, dass nicht nur der Erstling der aktuellen Opcop-Reihe „Gier“ auf der Liste von Dahl-Novizen stehen sollte, sondern zuerst die gesamte 10-bändige Vorgängerreihe (…natürlich 10-bändig, die Zahl 10 scheint seit Sjöwall/Wahlöö ja ein ungeschriebenes Gesetz für schwedische Krimireihen zu sein) um das (da noch) nationale Stockholmer A-Team für Verbrechen von internationaler Bedeutung. Denn die Charaktere entwickeln sich natürlich weiter, und einige der schwedischen Ermittler werden dann Teil der neuen Opcop-Gruppe. Man begleitet sie durch die Fälle und die Jahre wie liebgewonnene alte Bekannte.

Mehr über den Autor findet ihr hier oder auf seiner Facebook-Seite, die er selbst betreibt und wo der 46-Jährige sich locker und sehr rege mit den anderen Usern austauscht. Arne Dahl ist übrigens jetzt im April auf kleiner Lesereise durch Deutschland, Irland und England (Hannover-Hildesheim-Düsseldorf-Ravensburg-Olten-Galway-Belfast-Bath-London). Ich freu mich schon sehr, den genialen Schreiber mit den abstrusen Ideen dann endlich mal live zu erleben. Ob er so charismatisch ist, wie er schreibt?

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Seit ich denken kann, zieht es mich in den Norden. Das spezielle Licht im Sommer, der Duft der Wälder und die Weite des Fjälls... Als Journalistin und Buchautorin bin ich außerdem gern in Europa und in Niedersachsen unterwegs.

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