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Meine Lieblingsorte in Stockholm

Stockholm1Stockholm im Sommer ist ein Traum. Am schönsten ist die schwedische Hauptstadt zwischen Ostsee und Mälaren, wenn man die Touristenhochburgen meidet und sich einfach treiben lässt. Da lässt sich so viel Überraschendes entdecken… Hier ein paar meiner Lieblingsorte.

Wenn in Stockholm im Sommer die Sonne scheint (und das tut sie oft!) und das nordische Licht die bunten Steinhäuser besonders intensiv leuchten lässt, gibt es nur eins: Raus auf die Straßen, in die Parks und ans Wasser. Das sehen nicht nur die Stockholmer so, die im Sommer die Helligkeit und die Wärme in vollen Zügen genießen, um sich für die lange Dunkelheit im Winterhalbjahr zu wappnen – auch unzählige Touristen aus aller Herren Länder (gefühlt aber vor allem aus Deutschland) laufen durch die Stadt. Hochburgen wie Gamla Stan mit dem Königlichen Schloss sollte man dann besser meiden. Hier reiht sich Andenkenladen an Andenkenladen, vor lauter doof guckenden Elchen, T-Shirts mit dummen Sprüchen und Tassen mit Königs-Koterfeis sieht man die hübschen alten Gassen dann ohnehin kaum. Also lieber gleich woandershin… zum Beispiel hierher:

Södermalm: Monteliusvägen und Mariatorget

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Panorama vom Monteliusvägen aus

Der Blick vom Monteliusvägen in Södermalm hinunter auf die Kulisse mit Gamla Stan, Riddarholmen, Rathausturm und  den dahinter liegenden Stadtteil Norrmalm ist sagenhaft. Der kleine Fußweg schmiegt sich an der steilen Küste Södermalms zum Teil als Holzpfad.

Eine echt schwedische Lunchpause lässt sich anschließend auf dem Mariatorget in Söder genießen (nur fünf Minuten zu Fuß vom Monteliusvägen oder an gleichnamiger U-Bahn-Station aussteigen): Mittags kommen die Schweden mit Sandwich oder Salat (und natürlich immer mit Kaffee) in den kleinen Park und schauen zu, wie andere hier ihre Hunde im großen Brunnen mit den Seeschlangen-Skulpturen spielen lassen.

Skeppsholmen und die Sonnenterrasse des Moderna Museet

Auf der Brücke nach Skeppsholmen

Was für ein Blick zum Kaffee!

Zwischen der Insel mit Gamla Stan und der Insel Djurgarden mit dem Vergnügungspark Gröna Lund, dem Vasamuseum und dem schwedischsten aller Freizeitparks Skansen (die letzten zwei sollte tatsächlich kein Stockholm-Besucher versäumen, finde ich, auch wenn das Vasa-Museum eigentlich immer brechend voll ist) liegt die kleine Insel Skeppsholmen. Über eine schmale Brücke gelangt man hinüber. Rechterhand streckt die legendäre Schiffs-Jugendherberge Af Chapman ihre Masten in den Himmel, geradeaus geht es zum Kunstmuseum Moderna Museet. Das lohnt sich gleich dreifach: Die Ausstellung mit Werken klassischer Moderne ist auf jeden Fall sehenswert (vielleicht trotzdem für einen Regen- oder Wintertag aufsparen). Das Museumscafé (vom Haupteingang einfach geradeaus, wer nur ins Café will, muss keinen Eintritt bezahlen) hat eine schmale Sonnenterrasse mit wirklich grandiosem Blick übers Wasser, zum Vasamuseum und hinüber auf den Strandvägen. Und der Museumsshop am Eingang ist auch toll sortiert. Ich bin diesmal (nach Kladdkaka auf der Terrasse) bei einem dänischen Mobile mit 60er-Jahre-Design schwach geworden.

Östermalm und Östermalms Saluhall

Jugendtsil-Detail an einer Fassade

Jugendtsil-Detail an einer Fassade

Der Stadtteil Östermalm beherbergt gediegene, wirklich schöne alte Stadthäuser. Es macht Spaß, hier abseits der großen Touristenströme einfach ein bisschen herumzuschlendern und die Fassaden zu genießen.

Für den kleinen (oder auch großen) Hunger ist die alte Markthalle des Stadtteils, die Östermalm Saluhall von 1888, ein Geheimtipp. Man fühlt sich wirklich ein gutes Jahrhundert in der Zeit zurückversetzt mitten zwischen den Ständen, an denen Käse, Fisch, Austern, mediterrane Köstlichkeiten und andere Feinkost feilgeboten werden. Man kann direkt an den Ständen etwas essen oder sich einen Snack mitnehmen.

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In der alten Markthalle

Mit dem Kajak durch die City

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Paddler vor dem Vasamuseum

Wo, wenn nicht in Stockholm, bietet es sich an, die Stadt vom Wasser aus zu erobern? Einfach ein Kajak leihen (zum Beispiel im Kafe Kajak – hier gegenüber der ehemaligen Gefängnisinsel Långholmen kann man übrigens auch herrlich im Grünen Kuchen essen) und los gehts… über den Riddarholmen und zwischen den verschiedenen Inseln, auf denen die Stadt liegt, hindurch. Dann vielleicht rüber zum Vasamuseum? Wer mit dem Boot kommt, hat hier auch keine Parkprobleme 🙂

Idyllische Dorfsträßchen mitten in Södermalm

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Lilla Skinnavägsgränd

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Mäster Mikaels gata

Wer die Mäster Mikaels Gata mit den bunten Holzgebäuden unterhalb der Katarina Kyrka (cool oder gewöhnungsbedürftig? Hier sonnen sich im Juli Bikinimädchen in Liegestühlen auf dem Kirchengrün…), die Lotsgatan oder das Gässchen Skeppargränd mit seinen roten Holzhäuschen vor modernen Hochhäusern betritt, wähnt sich plötzlich auf dem Lande. Eben noch zwischen den Steinhäusern der Hauptstadt, entführen Relikte von früher wie die Lilla Skinnavägsgränd in scheinbar ländliche Idylle – mit Apfelbaumgärtchen, in denen die Bewohner Kaffee trinken, opulent bunten Blumenbeeten und duftenden Hecken aus Wilder Rose.

Caféleben mit Buch

In Stockholm lasse ich mich im Sommer sowieso am allerliebsten von Café zu Café treiben. Am besten mit passender Lektüre in der Tasche. In Södermalm spielen zum Beispiel die Bücher von den Schwestern Camilla Grebe und Åsa Treff um die Psychologin Siri Bergmann – viel Lokolkolorit rund um den Medborgarplatsen inklusive. Wer es schneller und skurriler liebt, ist mit den Krimis um das A-Team von Arne Dahl gut beraten. Zu den Schauplätzen von Stieg Larssons Millenium-Trilogie bietet das Stadtmuseum seit geraumer Zeit ja sogar eigene Führungen an. Einfach nur auf einer Bank sitzen und die Aussicht genießen ist aber auch eine sehr gute Alternative…

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Mehr Infos: www.visitsweden.com, www.visitstockholm.com/de

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