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Baden in Island

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Gullfoss - AusschnittEin Wasservolk sind die Isländer – schließlich entströmt dem Land wahlweise heißes Nass aus dem Untergrund oder kaltes Nass von schmelzendem Gletschereis entströmt. Aber Baden in Island? Im Oktober?
Kein Problem!

Die Freibäder sind das ganze Jahr über offen – und gut besucht. Kein Wunder: Das heiße Wasser kost‘ ja nix. Gemischt und etwas heruntergekühlt, ergibt das perfekte Badetemperaturen.

Zugegeben, Geysire und Wasserfälle eignen sich weniger zum Baden.

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Fast 100°C ist das Wasser des Strokkur heiß – dem Geysir kommt man besser nicht zu nahe

Gulfoss Ausschnitt

Der güldene Wasserfall – Gulfoss – nur bedingt geeignet. In sicherer Entfernung oberhalb und unterhalb der Felsstufen lässt sich aber paddeln und Lachse angeln.

Gulfoss Ausschnitt

Warm, aber etwas stinkig: die schwefeligen Blubberlöcher, hier bei Krýsuvík auf Reykjanes.

Gulfoss Ausschnitt

Badet gern im klaren Wasser rund um den Thingplatz, im þingvallavatn: Die braune Forelle (Salmo trutta), die im Herbst den Öxará hochschwimmt und sich hier zum Laichen versammelt.

Barnafoss Ausschnitt

Kalt und rauschend: Die Hvítá – weißer Fluss – am Barnafoss.

Aber dafür hat es genügend andere Wasserbecken – von der „Blauen Lagune“ bei Reykjavík bis zur „Blauen Lagune des Nordens“ am großen See Mývatn, oder auch der umgebauten Quelle bei Laugurvatn – „Badewasser“ oder „Quellsee“ -, in dem schon die frühen Siedler getauft wurden.

Fontana Laugurvatn

So blau gekachelt hatten es die alten Wikinger nicht, doch das hölzerne Dampfhaus im modernen „Fontana“-Bad steht genau über der heißen Quelle und liefert schweißtreibende Hitze.

Fontana mit See

Die verschiedenen Becken des Fontana sind alle warm – Abwechslung liefert der See Laugurvatn selbst, der hat gerade etwa 10°C – hab’s probiert, war definitiv brrrrr….! Danach schnell wieder ins Dampfhaus mit 62°C…

Wichtig im Alltag ist allerorts das Gemeindebad, in dem sich morgens vor der Arbeit die Menschen über den neuesten Klatsch austauschen. Und der „heiße Topf“ – „heitur pottur“ – im eigenen Garten. In dem ist es fast am gemütlichsten, wenn rundherum Schnee liegt und oben am Himmel die Nordlichter wabern…

Was dem Finnen seine Sauna, ist dem Isländer sein HotPot.

P.S.: Baden im Meer? Das galt bisher nur in Ausnahmefällen, etwa in der Bucht Nauthólsvík im Süden von Reykjavík:

Nautholsvik

Früh am Morgen ist es noch verlassen, aber sonst beliebt bei Alt und Jung: Islands beheizter Strand bei Nautholsvík, an dem vor allem bei Sonne mediterranes Feeling aufkommt.

Quelle Nautholsvik

Dieses unscheinbare Rund in der Mitte ist die warme Quelle, die die ganze Bucht erwärmt. Quasi ein Hotpot Mitten im Meer – perfekt zum drinsitzen und entspannen (typisch Eltern) oder drumrum tollen (die Kinder)

Aber ein ganz neuer Trend erobert das Land, berichtet das Morgunblaðið – „Morgenblatt“ – ausführlich: das Meeresschwimmen! Mit Neopren-Handschuhen und Füßlingen rein in die kalten Wellen und ein Stück an der Küste entlang schwimmen. Und danach natürlich in den Hotpot… Die Überschrift bedeutet: „Unbeschreiblicher Zauber/Reiz“

Morgunbladid Meeresbaden

Diese Reise wurde unterstützt von Katla Travel und Iceland Air

Kategorie: Familie, Reisen

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"Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon" - so wahr! Also fuhr ich als Kind in Büchern um die Welt, bis nach Taka-Tuka-Land. Heute bin ich "in echt" unterwegs und schreibe manches Buch selber ;) Per Bahn, Pedale, Paddel und per pedes reise ich am liebsten, als Wissenschaftsjournalistin, Reiseautorin und Fotografin immer mit offenem Blick. Und einem Faible für Sprachen. In Bolivien und der Arktis, Australien, China oder Island. Slowenien, Polen. Finnland. Ach... Reisen!

4 Kommentare

    • Dörte sagt

      Bitte, gern!
      Die Westfjorde sind auch spannend – auch zum Baden 😉
      Tipp: Der Hotpot mit Blick über den Patreksfjörður oder mitten in
      der Pampa an der Strandir-Küste bei Drangsnes.

  1. Pingback: Weltwassertag: Nass für die Seele | Reisefeder – Unterwegs in der Welt

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