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Istrien: Starke Frauen

Bei meiner Tour durch´s Hinterland von Istrien habe ich an einem Tag gleich drei erfolgreiche Unternehmerinnen besucht – eine Trüffelsucherin, eine Winzerin und eine Köchin. Und alle hatten eines gemeinsam – die Begeisterung für ihren Beruf. Oder sollte ich besser Berufung sagen?

In den Weinbergen am Fuß der Burg von Momjan gedeiht neben dem frischen Weißwein Malvasier auch der Momjaner Muskat – ein lieblicher Dessertwein. Für beides hat die Familie Kozlovic schon Preise eingeheimst. Antonella Kozlovic kommt gerade aus dem Weinkeller, als wir sie besuchen. Schließlich ist Erntezeit und sie überwacht die Anlieferung der Trauben und die Gärung in den riesigen Fässern. Der Most in jedem Fass entwickelt einen anderen Geschmack. Die große Kunst ist es, am Ende die perfekte Mischung zu kreieren. „Wir lieben es, mit Malvasier zu arbeiten“, sagt Antonella. Seit vier Generationen baut die Familie nun schon Wein in diesem Gebiet an. Von hier oben hat man einen weiten Blick über die Weinberge und die Burgruine von Momjan.

Kein Autolärm, nichts… Nur das Rauschen eines kleinen Wasserfalls dringt aus dem Wald gegenüber. Und wenn man die kleine Straße ein Stückchen herunterfährt, liegt rechter Hand ein einsames Haus. Kein Schild weist darauf hin, dass hier eine angesagte Köchin mit ihren drei Töchtern ein Restaurant führt:

Es ist die Konoba Stari Podrum. Konoba – das ist die istrische Version einer rustikalen Taverne. Herbstliche Nebensaison und zudem Nachmittag, trotzdem sitzen schon mehrere Gäste in der kleinen Konoba.

Die istrische Landhausküche von Mira Zrnic und ihren drei Töchtern hat sich herumgesprochen, ganz ehrlich: Hier habe ich das beste Pilzgericht meines Lebens gegessen, mit Knoblauch frittierte Steinpilze, dazu geriebener Hartkäse und Rucola.

Mira wuselt ständig zwischen Küche und Gastraum hin und her, begrüßt hier einen Gast, nimmt da jemanden in den Arm. Das Brot, das sie als Beilage reicht, röstet sie gleich neben uns am Kaminfeuer. Natürlich gab es auch die für die Jahreszeit typischen Nudeln mit weißer Sauce und Trüffeln, trotzdem, die Steinpilze bleiben mein Favorit.

Apropos Trüffel: Auch da ist Erntezeit. Als wir bei Radmilla Karlic ankommen, kehrt sie gerade aus dem Wald zurück in das kleine Dorf Paladin. Hier wohnen nur 42 Menschen – aber über 100 Hunde. Ein echtes Trüffelsucherdorf. In den Eichenwäldern der Umgebung wachsen schwarze und auch die teuren weiße Trüffel.

Aus dem Fenster des schlammbespritzten R4 kommt eine neugierige Hundenase zum Vorschein: Radmilla hat zwei junge Hunde mit in den Wald genommen, um zu prüfen, ob sie ihr „Schnüfflerteam“ erweitern können. Neun Trüffelhunde hat sie schon, und tatsächlich, sie ist mit den Jungspunden zufrieden. Und nun wechseln zwei weißgelockte Schnüffler den Besitzer – und auf der Motorhaube wird erstmal eine Flasche Mistelgrappa aufgemacht, um den Kauf zu besiegeln. Übrigens: Sogar bei den Vierbeinern ist Frauenpower angesagt. Denn laut Radmilla sind weibliche Tiere die besten Trüffelschnüffler. Na, darauf einen Mistelgrappa…

Die Reise wurde unterstützt von der Kroatischen Zentrale für Tourismus

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