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Deutschland: Tipp Ansbach – Parks, Gärten und Cafés

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Ansbach, Franken, Barockgarten, Mittelfranken, Reisefeder, Reisen, Blog, Städtetrip, Stadt, Gärten, Garten, Bayern, DeutschlandGanz edel und adelig stolziert sie daher in ihrem opulenten, grünen Rokokokleid, Markgräfin Friederike Luise von Brandenburg-Ansbach – und schnurstracks vergesse ich den Autolärm, den ich gerade hinter mir gelassen habe und fühle mich zurückversetzt in die Zeit des glanzvollen französischen Rokoko. Ich treffe die Markgräfin nämlich im wunderschön idyllischen Hofgarten von Ansbach, zwischen Linden-Doppelalleen (hier wurde der mysteriöse Findling Kaspar Hauser angeblich 1833 ermordet), imposanten Springbrunnen und der schlossähnlichen Orangerie mit ihren schicken Versailler Kübeln voller Zitrus- und Lorbeerbäumen.

Im heutigen Leben heißt die einstige „Hochfürstliche Durchlaucht“ mit der kunstvoll hoch gesteckten Haarpracht Renate Weinmann und tanzt bereits seit 35 Jahren Barock für den Heimatverein von Ansbach. „100 Stunden hab‘ ich für das Nähen und Sticken meines Kleides gebraucht“, verrät die Ansbacherin, aber das sei nicht das erste selbst genähte Kostüm. Viele Stunden Heimarbeit liegen hinter ihr. Das Kleid aus Gardinen- und Dirndlstoff wiegt mit seinen sieben Metern Stoff und einem Reifrock gleich mehrere Kilos. Wir sind mitten im prächtigen Ansbach, der ehemaligen Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach – eine gemütliche Stadt in Mittelfranken mit einer 1250-jährigen bewegten Geschichte und traumhaften Barockgärten.

Fuchsgarten mit Heilkräutern Ein kleines Paradies liegt am Rande des Hofgartens: der Leonard-Fuchs-Garten. Zum 500. Geburtstag des Leibarztes des Markgrafen Georg des Frommen wurde im Jahre 2001 hier ein vielfältiger Heilkräutergarten angelegt – auf dem Areal, wo bereits seit Anfang der Sechziger ein Rosengarten regelmäßig erblühte. Zu Ehren des großen Botanikers sind hier Beete mit 200 Kräutern aus seinem berühmten „New Kreuterbuch“ des 16. Jahrhunderts angepflanzt. Wir gehen mit Petra Nerf durch den symmetrisch mit Buchs-Sträuchern umrandeten Garten, ganz nach Renaissance-Vorbild, und bleiben vor blauen Wacholderbeeren stehen. „Diese Beeren vertreiben das Bauchblähen“, rezitiert die Gartenexpertin aus der Pflanzen-Fibel von Fuchs. Damals wie heute.

Eine Ecke weiter wachsen historische Rosen, auch sie wurden schon damals zum Heilen benutzt, erzählt uns Nerf. Und unter einem riesigen Busch ist eine ganz besondere Pflanze mit überdimensionalen Beeren versteckt – eine Alraune, als Hexensalbe bekannt. Sie ist giftig und wird auch schon mal als Naturdroge verwendet, klärt man uns auf. Deshalb also das Versteckspiel… Zu guter Letzt zeigt die engagierte Botanikerin uns noch den ganzen Stolz der vier Gärtner vor Ort: die über 4,20 Meter hohe Agave namens „Karina“, die erst kürzlich gelb blühte. Im Jahre 1626 erblühte die erste Agave im damaligen Hofgarten – schon damals eine sehr seltene Sensation, da diese edle „Jahrhundertpflanze“ aus der Familie der Spargelgewächse oft nur alle 100 Jahre ihre gelben Blüten zeigen.

Führungen: Die Stadt Ansbach bietet die einstündige Führung „Hofgarten Ansbach – ein barockes Juwel“ an, für Einzelpersonen: 6, Gruppen: 60 Euro. Nähere Infos, auch zu anderen interessanten Stadtführungen und jährlich stattfindenden Festspielen, unter www.ansbach.de.

Museum: Ein guter Tipp: Im Markgrafenmuseum, Kaspar-Hauser-Platz 1, gibt es eine Sonderausstellung zum 300. Geburtstag der Friederike Luise von Brandenburg-Ansbach.

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Die Markgräfin Friederike Luise von Brandenburg-Ansbach höchstpersönlich – vor der Orangerie in Ansbach.

Café: Den besten Kaffee, Cappuccino oder Espresso bekommt man bei Green & Bean an der Reitbahn 1 in Ansbach. Besitzer und deutscher Barista-Meister Thomas Schweiger bietet auch Barista-Kurse für Einsteiger und Profis in seiner nahen Kaffeeschule an.

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Barista Thomas Schweiger im fränkischen Ansbach.

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Leckeren Flammkuchen gibt es beim Stegmeier Café im fränkischen Ansbach.

 Essen: Gemütlich frühstücken können Gäste im Stegmeier Café, Pfarrstr. 9, auf einer idyllischen Terrasse mit bunten Holztischen unter einer alten Kastanie. Spezialität des Hauses: Flammkuchen aus dem Steinofen. Im Gasthof Zum Mohren (ebenfalls Pfarrstr. 9) gibt es deftige Hausmannskost – wie etwa ofenfrisches Krustenschäufele oder Mohren-Schnitzel mit Meerrettich-Panade. Guten Appetit!

Die Reise wurde unterstützt vom Tourismusverband Franken (www.frankentourismus.de, Infos auch unter Tel. 0911/94 15 10) und von Noblekom. Infos zu den Städten in Franken auch unter Die fränkischen Städte.

2 Kommentare

  1. Schön Bericht! Ansbach begegnet mir in letzter Zeit überraschendweise immer häufiger. Muss wohl einen Besuch wert sein 🙂 Nehme ich gleich mal in meine To-see-Liste auf.

    Danke für die Inspiration! Weiter so!

    LG,
    Jan

    • Sandra Malt sagt

      Vielen Dank, das freut mich! Echt ein schönes deutsches Ziel,vor allem im Sommer. lg Sandra

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