Norddeutschland
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Tipps für Sylt: Sansibar, Bücherautomaten und weiter Blick

Tipps für Sylt im November

Sie ist wohl Deutschlands beliebteste Insel: Sylt kenne ich schon von Kindesbeinen an, als ich mit meinem Opa in der ornithologischen Station Urlaub machte. Viele Jahre später komme ich wieder – und finde nicht nur Bücherautomaten, sondern lande natürlich auch in der Sansibar.

Sylt, Weststrand bei List, November, Reiseblogb_sansibar2In letztere wollte ich nie, zu viel Hype, jeder geht hin und hat diese Schildchen auf dem Auto. Lieber eine Alternative suchen, dachte ich mir. Doch die Sansibar zieht einen unweigerlich in ihrer Bann mit den schwarzen Mercedes-Bussen, die die Gäste kostenlos die fünf Minuten Fußweg vom Parkplatz zur Sansibar shutteln. Mit den Menschenmassen, die auch im November um 13 Uhr den Parkplatz füllen, als wäre Hochsaison. Und dann das Lokal selbst, das zunächst an eine gute Almhütte erinnert. Kaum sitzt man, kommt eine Kellnerin an den Tisch, nimmt die Bestellungen auf, reicht einen gratis Salat. Und die Karte, die vor lauter Weinangebot so dick ist, dass man die Speisen mühsam suchen muss. Aber kreativ! Wer isst schon Pommes mit geraspelten Trüffeln? oder Rote-Beete-Carpaccio? Klassisch geht auch mit Kaiserschmarrn. Erst später erfahre ich, dass unter dem Haus ein Weinkeller ist, der millionenschwer ist an Wert und Tag und Nacht bewacht wird. Kein Wunder, dass sich hier Stars und Sternchen wohlfühlen. Udo Lindenbergs Bilder hängen schon mal an den Wänden. Doch viel spannender sind die anderen Gäste, die man verstohlen anschaut und sich fragt, was die hier suchen. Während die Großen essen, toben die Kleinen draußen auf dem hauseigenen Spielplatz in den Dünen – tatsächlich einfach herrlich. Warum man allerdings Jacken und Schuhe vom Sansibarlabel tragen muss, bleibt mir nach wie vor ein Rätsel.
Weiter geht es nach Rantum. Zur Syltquelle. Durch die Fenster kann man sehen, wie das Insel eigene Mineralwasser abgefüllt wird. Doch deswegen bin ich nicht hier. Am Neubau steht ein besonderer Automat: Anstatt Mars oder Kitkat spuckt er kleine Bücher aus. Gerade dünn genug für einen Tag am Strand – tolle Idee! Übrigens kann man in Rantum am kleinen Kiosk am Hafen lecker Fisch essen, frisch geräuchert aus dem Ofen.
Eine kleine Wanderung am Rantumer Becken und weiter geht es in den Süden. Zum Leuchtturm von Hörnum und der Odde. Die Spitze Sylts verliert pro Jahr bis zu 80 Metern an Land, das hatte ich am Tag zuvor im Zentrum Naturgewalten in List gesehen. Auf dem Weg am Hörnumer Strand entlang wird die See immer rauer – sie wandelt sich vom Watt in die stürmische Nordsee. Eine spannende Veränderung. In der Ferne tuckert ein Ausflugsboot von Hörnum nach Föhr. Doch ich bleibe lieber hier und schaue aufs Meer, in dem sich ab und zu Seehundköpfe zeigen.

Später geht es dann weiter nach Morsum, zur Bäckerei Ingwersen mit den leckersten Brötchen der Insel. Und zu Kartoffel-Hoffmann, einer der letzten Bauernhöfe Sylts, der sogar die Sansibar beliefert. Doch das sind andere Geschichten. Ich muss jetzt erstmal mein Syltbuch zuende schreiben.

Kategorie: Norddeutschland

von

Andrea Lammert

Als Reiseautorin bin ich gerne in der Welt unterwegs, am liebsten am Meer und an Orten, die Kraft geben. Auf jeden Fall draußen, Wälder, Strände und Wiesen sind meine Heimat - ob in Frankreich oder in der Mongolei. Ich schreibe regelmäßig auf meinen Blogs www.reisefeder.de und www.schamanen-garten.de

5 Kommentare

  1. Welche Erinnerungen kommen in mir hoch, wenn ich die Bilder sehe! Allerdings keine Promi-Lokalitäten, aber dafür Gosch’s Fischwagen (!) an der Friedrichstraße! Ende der 70er Jahre…och, wie schön!!

  2. Ja, da kommen auch bei mir die Erinnerungen… Ich bin übrigens ähnlich skeptisch in die Sansibar rein und ähnlich begeistert wieder raus. 🙂 Gerade mit dem Spielplatz punkten sie enorm, nicht wahr?

    Viele Grüße aus Bosnien-Herzigovina,
    Lena

  3. Dörte sagt

    A propos Sansibar:
    Sylt ist ja nicht die einzige Nordseeinsel mit Verbindung zum Namen Sansibar! 😉
    Die „Helgoland-Sansibar-Connection“ ist nur viel subtiler und historischer und ohne Label-Jacken… Wer nachlesen mag, über Knöpfe, Badewannen, Bananen und auch eine Bar des Namens (leider schon ein paar Jährchen her, mein Text, weißte noch, Andrea? 😀 ):
    http://www.spiegel.de/reise/fernweh/helgoland-und-sansibar-die-ungleichen-schwestern-a-371100.html

  4. Pingback: 11 coole Locations für einen Drink | Reiselurch.de

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