Familie, Norddeutschland
Kommentare 4

Englischcamp zwischen Wind und Wolken

Wer eine Sprachreise unternimmt, fährt ins Ausland. Natürlich gibt es solche Angebote nur streng aufgeteilt in Kurse für Schüler und solche für Erwachsene. Und außerdem haben Hunde bei einem Sprachkurs nichts zu suchen… Tatsächlich? Bei uns war alles anders, wirklich alles:

Die Sprachreise führte uns nach Rügen – nicht gerade als englische Sprachinsel in der deutschen Ostsee bekannt. Und nicht nur das war ziemlich ungewöhnlich: Auch Familiensprachreisen, so genannte „Family Camps“, sind ein Novum auf dem Markt. Dieses spezielle Englischcamp fand zudem in einer Jugendherberge in Sellin statt, in der auch Hunde erlaubt sind. So tobten also nicht nur 19 Kinder und 13 Erwachsene dort herum, sondern auch noch 6 Hunde.

Wenn der Wind die Wolken zerfetzt

Das Wetter versprach nicht gerade Sonnenschein pur, aber während meine Kolleginnen in Niedersachsen von wilden vorösterlichen Stürmen umtost wurden, hatten wir noch ziemliches Glück. Windig war´s, ja, aber immer wieder rissen die Wolken auf. Ich fand die Stimmung bei unseren Strandspaziergängen sogar richtig toll, hier ein paar Rügenimpressionen zwischen Wind und Wolken:

Englisch lernen im Sprachcamp auf Rügen

Und wie schafft man es, auf einer deutschen Insel Englisch zu lernen? Das ist eigentlich ziemlich einfach: Man nehme sechs Muttersprachler (die heißen hier übrigens nicht Lehrer, sondern „Counsellor“, Ratgeber). Man lasse diese nur Englisch mit den Teilnehmern sprechen, organisiere ein straffes Tagesprogramm – und siehe da, nach kurzer Zeit sagt mein Großer: „Ich fühle mich irgendwie, als wären wir im Ausland“. Und mein Jüngster, der erst ab dem kommenden Schuljahr offiziell Englisch in der Grundschule lernt, schmettert mir schon nach der zweiten Übernachtung ein fröhliches „Good Morning!“ entgegen. Um ihn hatte ich mir die meisten Sorgen gemacht. Wir werden zwar in die unterschiedlichen Sprachniveaus eingeteilt. Trotzdem heißt das nicht, dass für die Anfänger irgendwie eine Ausnahme gelten würde. Kommuniziert wird nur auf Englisch. Erstaunlicherweise ist das überhaupt kein Problem.

Activities, Activities

Morgens nach dem Frühstück geht es los mit dem „English Lang Focus“ in den verschiedenen Sprachniveaus, nachmittags gibt es dann „Activities“, das kann „Walking With The Dogs“ am Strand sein, Kreativkurse wie Malen oder Gipsabdrücke herstellen, das kann aber auch Sport bedeuten, etwa Fitness in der Halle, Fußball und vieles mehr – alles betreut von den englischsprachigen Counsellors. Nachmittags gibt es keine Einteilung in Sprachniveaus mehr, jeder wählt eine Activity nach seinen Interessen aus. Nach dem Abendbrot dann das „Evening Program“, jeden Abend werden wir in eine neue Gruppe eingeteilt, müssen Aufgaben und Rätsel lösen, gemeinsam kreativ sein, den höchsten Spaghetti-Turm bauen oder ein Raumschiff für ein zerbrechliches Osterei. Und natürlich sprechen wir dabei Englisch, Englisch, Englisch….

Mein Fazit:

– Man muss nicht ins Ausland fahren, um dieses spezielle „ich muss mich jetzt nur in einer fremden Sprache verständigen“-Feeling zu bekommen, das hier ist eine kostengünstigere Variante.

– Family Camps sind besonders sinnvoll, wenn nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern ihr Englisch verbessern möchten.

– Und dann ist da noch ein ganz wichtiger Punkt: Wenn man schon von den Kindern verlangt, in den Ferien Englisch zu lernen (das ist anstrengend, auch wenn es spielerisch geschieht!), dann ist ein Family Camp eine Möglichkeit, Solidarität zu zeigen. Ich hatte ehrlich gesagt befürchtet, auf hyper-ehrgeizige „Erfolg-durch-Leistung-Eltern“ zu treffen. Keine Spur! Stattdessen durchweg sympathische, solidarische Mütter und Väter, die sich nicht zu schade sind, sich auch noch einmal unter die Lernenden und Spielenden zu begeben. Family Camps sind deshalb auch etwas für diejenigen Eltern, die einfach mit gutem Beispiel vorangehen wollen.

Diese Reise wurde unterstützt von der ReComPR GmbH und Berlitz Sprachschulen, Kids + Teens

4 Kommentare

    • Iris Schaper sagt

      Hallo Nadine, danke! War wirklich toll mit Euch. Jetzt bin aber neugierig: Wie hast Du denn von dem Bericht erfahren, über Doreen? Oder über die Berlitz-News?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.