Nachhaltigkeit
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Mongolei: Umweltschutz am Lake Hovsgol

Lake Hovsgol Mongolei

Es gibt Länder und Reisen, die verändern das Leben. Bei mir war es die Reise in die Mongolei, von der ich seit gestern wieder zurück bin. Meine nächsten Beiträge werden davon berichten. Doch erstmal sollte ich vielleicht sagen, warum ich dort war. Wir waren unterwegs mit dem Global Nature Fund, weil der Lake Hovsgol im Norden der Mongolei bedrohter See des Jahres 2015 ist. Immerhin zwei Prozent der Süßwasserreserven der Welt befinden sich dort. Noch hat das Wasser Trinkwasserqualität, aber der wachsende Tourismus an den Ufern zählt zu den größten Bedrohungen.

Wenn sie von ihm sprechen, dann nicht als Hovsgol Lake. Mutter See nennen die Mongolen ihren größten See voller Erfurcht. Immerhin ist er mehr als zwei Millionen Jahre alt und wie sein Schwestersee, der Baikal-See, einer der ältesten der Erde.
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Klar, dass er ein beliebtes Ausflugsziel für viele Mongolen geworden ist. Immerhin wohnt jeder zweite Einwohner des Landes inzwischen statt in einer Jurte auf dem Land in einer Wohnung in Ulan Bator, Hauptstadt der Mongolei. Haben sie vor zehn Jahren noch zweieinhalb Tage für eine Reise zum Hovsgol Lake gebraucht, können sie inzwischen in nur 14 Stunden dort sein. Die Strecke glich einst einem unbefestigtem Feldweg mit Schlaglöchern. Heute ist sie asphaltiert ist es einfach zu fahren – das bringt Gäste in die entlegene Region. Während die Einwohner sich über zusätzliche Einkommensquellen freuen, sind Umweltschützer alarmiert, denn in den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Touristen von 5000 auf 45000 pro Jahr verdoppelt. Das bringt nicht nur ein bisschen Wohlstand in die sehr dünn besiedelte Region, sondern auch Probleme. Wohin mit dem Abwasser und Müll? Für Kläranlagen und verlässliche Systeme fehlt dem Land das Geld. Deswegen läuft seit drei Jahren ein EU-gefördertes Projekt, um den Tourismus so sanft wie möglich zu entwickeln. Ranger werden geschult und Einheimische besser ausgebildet. „Wir wollen nicht die Fehler machen, wie andere Länder“, sagt Unudelgerekh Batkhuu, Leiterin der lokalen Umweltschutzorganisation Mongol Ecology Center. „Bei uns startet der Tourismus gerade und wir wollen, dass unsere Kultur und Natur erhalten bleibt.“ Hier sind meine ersten Eindrücke aus der Region – wie die Mongolen daran arbeiten, diese Region zu schützen, erfahrt Ihr in meinen nächsten Artikeln.

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Jeden Abend holt dieser Mann sein Trinkwasser aus dem Hovsgol-See.

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Staubig: Die Straßen in der Mongolei

Lake Hovsgol Mongolei

Hovsgol-Lake mit kleinen Eisflächen – auch im Juni ist noch nicht alles abgetaut.

Weitere Mongolei-Artikel findet Ihr hier:
http://reisefeder.de/2015/07/mittsommer-in-der-mongolei/ und hier http://reisefeder.de/2015/06/mongolei-umweltschutz-am-lake-hovsgol/

Kategorie: Nachhaltigkeit

von

Andrea Lammert

Als Reiseautorin bin ich gerne in der Welt unterwegs, am liebsten am Meer und an Orten, die Kraft geben. Auf jeden Fall draußen, Wälder, Strände und Wiesen sind meine Heimat - ob in Frankreich oder in der Mongolei. Ich schreibe regelmäßig auf meinen Blogs www.reisefeder.de und www.schamanen-garten.de

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