Familie, Nachhaltigkeit
Kommentare 1

Chiemgau: Bauernhof, Berge und See

Berge, See und Bauernhof – mehr braucht es nicht, damit Kinder glücklich sind. Meinem Frederik, dem Reisekind, reicht auch „nur“ der Bauernhof mit den Tieren, Maschinen und vor allem Matthias, dem Bauern. Ein Mannsbild von einem Kerl, der ein Herz für Kinder und das nicht nur für die Kleinen.

Wenn ich die Berge sehe, werde ich sentimental und muss aufpassen, dass ich vor lauter Ah und Oh, wie ist das schön, nicht von der Straße abkomme. Truchtlaching heißt der Ort, wo wir im Chiemgau hinmüssen. Das Navi kennt ihn sogar, nur bei der Straße Stöffling meutert es. „Leider nicht vorhanden“, behauptet die freundliche Stimme. Aha. Rumprobieren, Stöffling als Ort kennt es. Dann eben so. Zusammen mit Frederik dem Reisekind und Labbi-Jungspund Tilda suchen wir unseren Bauernhof, den Moierhof im Chiemgau. Endlich der erlösende Satz: „Sie haben ihr Ziel erreicht“.

Prächtige Geranien schmücken die Balkone vom Moierhof im Chiemgau

Wie machen die das bloß? Liegt es am Grünen Daumen oder am Wetter, dass alles blüht und gedeiht?

Ponys grasen auf einer Wiese, Kühe muhen, Kinder sausen mit Kettcars herum und ein großer, brauner Jagdhund (ein Vizsla) hüpft freundlich wedelnd über den Parkplatz. Meine Mitfahrer wollen sofort hinaus. Freddie verschwindet irgendwo zwischen Schaukeln, Trampolin und Kinderfahrzeugen in allen Größen. Ich besorge unseren Schlüssel zu unserer Ferienwohnung unterm Dach mit Panorama-Sternenblick. Liebevoll eingerichtete Zimmer. Bayerische Gemütlichkeit modern interpretiert. Durchatmen und ankommen.

Rote Äpfel am Baum vor dem Moiierhof

Gesunde Vitamine naschen, die inzwischen verbotene Werbung aus der Kindheit trifft’s

Freddie ist verschwunden, entdeckt mit einer Bande Gleichaltriger den Hof. Ganz so, wie es die Ferienkinder nach den Vorstellungen von Bauer Matthias machen sollen. „Zum besten Urlaub gehören keine professionellen Erzieher, sondern Platz, Zeit und gleichaltrige Spielkameraden. Die Eltern sollen weggehen, sich erholen, während die Kinder alles selbst entdecken. Do taugts mer“, brummt der Bayer. Da hat er Recht, finde ich. Und was es nicht alles zum Entdecken gibt. Das braucht Tage, wenn nicht Wochen. Erst einmal reicht der Abend.

Die Bäckeralm im Chiemgau

Nicht nur Kinder freuen sich, wenn sie die Hütte auf der Bäckeralm entdecken

Am nächsten Morgen wandern wir zu Bäckeralm. Ausgangspunkt ist der Parkplatz beim Forsthaus Adlgaß. Von dort etwa 300 Meter nach westen (Inzell) zurückgehen, bis rechts aufwärts ein breiter Wanderweg (Nr. 26 und 29) abzweigt. Die Bäckeralm ist gut ausgeschildert. Weg 29 ist etwas steiler, aber kürzer als Weg 26. Der Rundweg ist vielleicht sechs Kilometer lang und absolut familientauglich. Auf der Bäckeralm gibt’s einen hervorragenden Kaiserschmarrn und hausgemachte Brotzeit aus verschiedene Almkäse oder Schinken. Lecker.

Ein Kind klettert auf der Kampenwand

Kraxeln auf der Kampenwand

Am Tag drauf zieht es mich in die Berge. Wir fahren mit der Kampenwandbahn auf gut 1500 Meter Höhe. Ich schwelge im Bergpanorama, während Freddie klettert. „Das nächste Mal aber richti. Mit Helm und Gurt“, fordert er. Mein Mutterherz lacht. Lange dauert das Alpenkino nicht, denn dichter Nebel zieht auf. Geschichten von Nebelgnomen fallen mir ein, während wir uns wacker zur Steinlingalm kämpfen. Kalt ist es geworden, der Wind kneift im Gesicht und an den Händen. In der Hütte belohnen wir uns mit Kaspressknödel- und Speckknödelsuppe. Wirklich hervorragend. Die Bayern wissen einfach, was gut schmeckt und gut tut.

Kind und Hund hüpfen über einen BAch auf der Bäckeralm im Cheimgau

Und hüpf! mein Abenteuerteam!

Wirklich warm ist es nicht geworden, aber wenigsten aufgezogen. Aus der Gondel können wir den blau blitzenden Chiemsee sehen und uns einig sind, dass wir dahin müssen.

Kind spielt mit einem Stock im Cheimsee

Ein Abendbad im Chiemsee. Wiederholen wir, wenn es wärmer wird.

Gesagt getan und in der Nebensaison finden wir freie Parkplätze. Freddie und Tilda baden, ich hoffe, keinen retten zu müssen. Das Wasser ist doch frisch, um nicht zu sagen saukalt. Alles geht gut. Sogar die Sonne lässt sich noch einmal blicken und der Himmel strahlt weiß und blau. Erinnerungen an die Kindheit kommen auf. In der Grundschule mussten wir immer die Bayerhymne singen, in der es heißt: … und erhalte dir die Farben deines Himmels Weiß und Blau.“

Die Bäckeralm ist während der Sommermonate bewirtschaftet. Infotelefon: 08665-98 850

Die Reise wurde unterstützt von Bayern Tourismus und Chiemgau Tourismus  – Danke dafür!

Kategorie: Familie, Nachhaltigkeit

von

Schon als Kind wollte ich nur eins: Raus in die Welt, Abenteuer erleben. Fernweh und Abenteuerlust stacheln mich noch immer an. Ob alleine, mit meinem Reisekind und meinen Hunden, reise ich am liebsten abseits der ausgetretenen Pfade und ich halte es wie Susan Sontag: „Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.“

1 Kommentare

  1. Hallo,
    Ich bin ebenfalls mit meiner Familie im Sommer dort in der Nähe im Urlaub, kannst du mir vielleicht Ausflüge oder Unternehmungen empfehlen, welche wir unbedingt machten sollten?
    Vielen Dank

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.