Weihnachten
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Sinterklaas & Pepernootjes – Weihnachtsfreude bei den „Kaasköppen“

Auf den Weihnachtsmann warten sie nicht, die Kinder in Amsterdam und Zwolle, zwischen Antwerpen und Zeeland. Nix da, sie warten viel ungeduldiger auf den Nikolaus – auf Sinterklaas und seine „Zwarten Pieten„. Der kommt im November schon aus Spanien und tourt durch die Niederlande und Belgien. Bis er in der Nacht auf den 6. Dezember zum Geschenke-Endspurt ansetzt… Immer dabei: viele kleine Pepernootjes und andere Leckereien. Dörte hätte da auch ein Rezept…

Heute abend ist wieder Ausnahmezustand bei unseren Nachbarn im Westen – Nikolaus beherrscht die Gedanken. Denn der „Sinterklaas“-Abend ist den meisten Niederländern wichtiger als die Weihnachtsbescherung. Den Erwachsenen fast noch mehr als den Kinder, ein letztes Einkaufen, Basteln und Dichten ist angesagt. Und auch die Belgier, obwohl sie mehr auf Heiligabend setzen, machen den Spaß mit. Wenn Sinterklaas – Sint Niklaas – Mitte November per Dampfer an der niederländischen Küste eintrifft, jedes Jahr in einer anderen Stadt, berichtet sogar das Fernsehen live. Aus Spanien, wo er den Rest des Jahres lebt, logisch, schließlich bringt er von dort Orangen, Mandarinen und Mandelkern mit. Ganz politisch inkorrekt, aber immer wieder heiß diskutiert, kommt er mit seinen schwarzgeschminkten Knechten, den „Zwarte Pieten“ – Schwarzen Petern.

In seinem großen roten Buch stehen Notizen über brave Kinder. Wer nicht artig war, findet eine Rute und muss in Sinterklaas‘ Sack mit nach Spanien. Nicht die schlechteste Strafe vielleicht. Die meisten Kinder schätzen aber doch die Stiefelfüllung mit Südfrüchten und Spekulatius, den allgegenwärtigen „Pepernootjes“, pfenniggroßen Pfeffernüssen, und die Lebkuchen Taaitaai. Obendrein gehören zu Sinterklaas die großen Schokoladenbuchstaben, die Anfangsbuchstaben der Vornamen – die auch Alex Kleijn in ihrem Buurtal-Blog beschreibt. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum viele Niederländer mindestens drei Vornamen haben…?
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Absoluter Höhepunkt ist immer aber der „Pakjesavond“, der Päckchenabend am 5. Dezember. Da heißt es, die anderen fantasievoll auf den Arm zu nehmen, und endlich dürfen sich auch Kinder über Lehrer, Arbeitnehmer über ihre Chefs und Kollegen übereinander (liebevoll) lustig machen. Ein Geschenk ist ganz wichtig dabei, aber mehr die Form als der Inhalt — Sinterklaas-Schenken ist eine Art Versteck-und-Auspack-Wichteln mit Gedicht. Der Modeschmuck tief versteckt in einem riesigen Pappmaschee-Klo; das Witzebuch in einem Papierfernseher, eine nette CD eigenhändig eingegossen in eine gigantische Schokoladentafel. Über Stunden ziehen sich diese „Zeremonien“ hin — begleitet von leckerem Essen und Trinken, von Sinterklaas-Kinderliedern und großem Gelächter.

Klar, dass ich diverse Rezepte aus- und probieren musste… Hier zweimal zum Nachmachen: Pepernootjes klassisch – die mit unseren Pfeffernüssen höchstens die runde Form gemeinsam haben – und Pepernootjes á la Taaitaai, einer Art harter Lebkuchen.

Pepernootjes I

150 g Weizenmehl, 1/2 TL Backpulver, 1 kl. Prise Salz
2 TL Zimt, 1 TL Muskatnuss, 1/2 TL Nelken (gemahlen),  
1/2 TL Koriander (gemahlen), 100 g Honig (flüssig o. erwärmt), Wasser

Mehl mit Gewürzen und Backpulver mischen. Honig dazugeben, bei Bedarf 
auch einige Teelöffel Wasser, um einen mittelfesten Teig zu kneten. 
Daraus daumendicke Rollen rollen, mit einem Messer in ca. 1 cm breite Stücke
 schneiden. So roh auf Backpapier setzen oder vorher Kügelchen formen. 
Bei 180 °C etwa 15 Minuten backen. Manche mögen sie knuspriger und knackig, 
dann etwas länger im Ofen lassen.
Pepernootjes II (á la Taaitaai)
100 g Weizenmehl, 200 g Roggenmehl, ½ TL Backpulver, 1 Prise Salz,
3-4 TL Spekulatiusgewürz oder (jeweils gemahlen):
1 TL Zimt, 1/2 TL Anis, 1 TL Ingwer, ½ TL Nelken, ½ TL Kardamom, 1 TL Koriander
150 g Honig (flüssig o. erwärmt), 100 ml Wasser oder Milch

Mehl mit Gewürzen und Backpulver mischen. Warmes Wasser mit Honig mischen 
und dazu geben, um einen festen Teig zu kneten. Dünn ausrollen und in 
kleine Quadrate oder Rauten schneiden.
Bei 180°C  etwa 5 bis 15 Minuten backen, auch hier je nach gewünschter Knusprigkeit.

Und immer gilt, wie beim Geschenkeauspacken: ein lautes“Dank U Sinterklaasje!“.

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Mehr über Advents- und Weihnachtstraditionen  im Westen bei Tourismus NiederlandeFlandern-Tourimus und im Buurtal-Blog.

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