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Mit dem Heißluftballon über den katalanischen Pyrenäen

Meine erste Fahrt mit einem Heißluftballon durfte ich ausgerechnet über einer vulkanischen Kraterlandschaft erleben. Wie, Vulkane gibt es in Spanien doch nur auf den Kanaren? Habe ich auch gedacht… Aber auch auf dem Festland findet Ihr erloschene Feuerberge, und zwar in der Region Garrotxa, wo rund vierzig Krater eine ganz eigentümliche Berglandschaft bilden. Am schönsten sieht das natürlich aus der Luft aus.

 

Ballonfahren ist definitiv etwas für Frühaufsteher: Nach einem kleinen morgendlichen Imbiss – gefühlt mitten in der Nacht – geht es auf nach Santa Pau. Dort kommen wir um kurz vor 7 Uhr morgens an. Der Veranstalter „Vol de Coloms“ hat die beiden Ballons schon ausgebreitet, Ventilatoren surren und füllen die beiden Ballons mit Luft. Sobald die Fahrer das Gas aus der Flasche entzündet haben, richten sich die Gefährte auf. Und nun heißt es einsteigen für uns:

Zur Sicherheit habe ich Kaugummis gegen Übelkeit dabei. Mir wird in Flugzeugen bei kleinsten Turbulenzen hundeelend. Das war allerdings beim Ballonfahren unerwartet anders, alles viel sanfter. Wie ein Fahrstuhl gleitet das Gefährt nach oben, nicht das kleinsten Ruckeln ist zu spüren. Der Ballon gleitet mit dem Wind:

 

Über den Wolken

Als wir durch die Wolkendecke fliegen, wird plötzlich alles ganz still. Eine weiße Nebelwand umgibt uns und plötzlich tauchen wir auf aus dem Wolkenmeer, ein Aaaah und Wow aus allen Mündern: Die Sonne strahlt hell und beleuchtet den fluffigen Wolkenteppich unter uns, weiter hinten überragt die Bergkette der Pyrenäen die Wolken und in der Ferne zeichnet sich das Meer ab. Und dann ertönt plötzlich ein Knall: Unser Ballonfahrer macht eine Flasche mit spanischem Cava auf, Sekt gehört einfach dazu zu diesem feierlichen Moment:


Von nun an heißt es einfach nur schauen und genießen. Gemächlich zieht unten die Landschaft aus erloschenen Vulkanen und Dörfern, aus verfallenen Ruinen, Schluchten und Flüssen unter uns vorbei.

 

Von Übelkeit war die ganze Zeit nicht das Geringste zu spüren. Nur beim Landeanflug wird es dann noch einmal spannend, weil wir fast den zweiten Ballon streifen.

Wir steuern die nächste Freifläche zu – ein Feuchtgebiet voller Schilf. Die Halme knacken, sobald unser Fahrer heiße Luft entweichen lässt und das gesamte Gewicht des Korbs plötzlich nach unten drückt. Die ganze Zeit über hat der Fahrer des Transporters unter uns per Funk Kontakt gehalten und manövriert geschickt den Anhänger auf die Schilfwiese. Und nun heißt es mit anpacken: Alle helfen fleißig mit beim Einrollen der Ballonseide und beim Verschnüren und Einpacken. Auf der Rückfahrt mischt sich schon ein wenig Wehmut in die Hochgefühle, weil alles viel zu schnell vorbeiging. Mein Fazit? Ballonfahren gehört von nun an auf die Liste meiner schönsten Reiseerfahrungen.

Ein dickes Dankeschön für die Organisation und Finanzierung der Reise geht an Katalonien Tourismus.

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