Norddeutschland, Schietwetter
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Bei Schietwetter? Nix wie rein in die Heide!

Sonnig zieht sich der Spätsommer übers Land, als ich beschließe, endlich mal die blühende Heide zwischen Celle und Hamburg zu besuchen – bevor sie ausgeblüht ist. Und was passiert?  Erst verdunkelt sich der Horizont, dann Wolkenbruch, dann Schnürlregen. Schietwetter halt… Aber warum sollte uns das abhalten?

Schließlich leuchten unter Wolken die Farben oft viel satter als im grellen Sonnenschein.  Regentropfen zaubern unzählige Diamanten an Gräser und Blüten. Und dann die vielen kleinen Pfützen auf dem Weg, in die man mit Karacho reinhüpfen kann! Wichtigste Ausrüstung also: Regenschirm und/oder Regencape, und unbedingt Schuhe, die die Füße trocken halten. Bequem und trocken ist’s natürlich mit dem Pferdewagen, der mancherorts vor allem am Wochenende durchs Gelände zieht. Aber eine Stunde nur Rumsitzen?

Der Naturpark Südheide ist eine der ersten Flächen aus Richtung Süden. Rund um den Eicksberg (in Wirklichkeit wohl eher „Eickshügel“, aber immerhin ist dadurch ein bisschen Bewegung im Gelände 🙂 ) führt der HeidePananoramaWeg. Ein schöner Rundweg durch die „Misselhorner Heide“, 7,5 km, schaffen wir locker: Mitten rein ins Lila! Startpunkt ist ein Parkplatz beim Örtchen Hermannsburg.

Das Schöne für die Großen ist, dass an zehn Stellen Infostationen sind, die ein bisschen was erzählen über die Heide als alte Kulturlandschaft. Über die Pflanzenwelt, die Geschichte, den Wolf, der sich wieder ansiedelt. Die Bienen und die Korb-Imker, über die Andrea schon geschrieben hat.

Eine riesige Weide

Das Schöne für die Kleinen (und das Kind in den Großen) sind die Pfützen. Mitten rein! Die „Heidkieker“, wie die manchmal skurrilen Bäume hier heißen. Einsam in der Landschaft dem Wind ausgesetzt, da soll man sich wohl verbiegen. Die Echse, die sich beim Regen auf den Weg wagt. Und mit ein bisschen Glück trifft man auch den Schäfer mit der Heidschnucken-Herde! Nahe am Parkplatz ist der Schafstall, dort kann man gucken, wo die Schnucken heute gerade herumschnucken. Aber den Regen mögen sie wohl auch nicht, also für Schaffotos müssen wir wohl nochmal wieder kommen… Dafür gibt’s ein paar Pferde zu gucken, die tapfer ihre Wagen über die sandigen Wege ziehen. Staubt sogar bei Nieselregen.

Und dann mal mitten in der Heide stehen bleiben, einfach nur horchen: Hinter den leise fallenden Tropfen – still und schön. Und kurz danach wieder das Grinsen auf dem Gesicht unterm entgegenkommenden Regenschirm. Wie heimliche Komplizen — wir sind nicht die einzigen unterwegs! Hauptsache innen ist’s trocken und warm.  Also:

Traut Euch raus ins Wetter. Genießt das Erlebnis. Gut eingepackt und bedacht – Silke hat mal in Hamburg den überhaupt besten Regenschirmladen überhaupt besucht. Und danach, kann ich nur empfehlen: Ab ins nächste Café, zu einer heißen Schokolade mit dicker Sahnehaube!!!

Mehr Wege, Startpunkte und Infos gibt’s hier:

 

Kategorie: Norddeutschland, Schietwetter

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"Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon" - so wahr! Also fuhr ich als Kind in Büchern um die Welt, bis nach Taka-Tuka-Land. Heute bin ich "in echt" unterwegs und schreibe manches Buch selber ;) Per Bahn, Pedale, Paddel und per pedes reise ich am liebsten, als Wissenschaftsjournalistin, Reiseautorin und Fotografin immer mit offenem Blick. Und einem Faible für Sprachen. In Bolivien und der Arktis, Australien, China oder Island. Slowenien, Polen. Finnland. Ach... Reisen!

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