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Nachhaltige Souvenirs 3: Nichts als Spuren…

Slowenien: Auf Holzpfaden durch den Naturpark

Und wo wir gerade bei umweltfreundlichen Mitbringseln sind – Die aller-nachhaltigsten sind natürlich Bilder – im Kopf, in der Kamera oder später im Album 🙂
Kennt Ihr das Motto, das sich rund um die Welt an schützenswerten Orten findet? Zuerst hab‘ ich es vor Jahren in den USA gesehen, dem Land der ältesten Nationalparks:
„Leave nothing but footprints, take nothing but…“

* Leave Nothing but Footprints, 
* Take Nothing but Pictures

Lass' nichts zurück außer (Fuß)Spuren,
Nimm nichts mit außer Bildern

Manchmal geht die Reihenfolge übrigens auch anders rum.
Und manchmal auch erweitert: für Ungeschickte ums Nicht-Kaputtmachen, für potenzielle Jäger ums Nicht-Töten oder für Lagerfeuer-Fans im brandgefährdeten Schutzgebiet.
Als Fazit, quasi — wer unbedingt was behalten will von der Reise, soll das gefälligst mit Erinnerungen tun:

* Break Nothing but Silence,
* Kill Nothing but Time,
* Burn Nothing but Calories
 
* Keep Nothing but Memories

Woher kommt das Motto eigentlich? Wer hat’s erfunden??? 😉
Dass Reisende, Touristen, Besucher, Ausflügler gerne unpassende Andenken mitnehmen und im Gegenzeug Müll, Kritzeleien oder Schlimmeres zurücklassen, ist ja leider nichts Neues – neu ist höchstens noch das zerstörerische Selfie.

Spuren suchen

Spannend, was sich an Informationen so findet, wenn man erstmal zu graben anfängt…
Manche führen den Spruch auf Häuptling Seattle zurück, der um 1850 eine vielzitierte Rede gehalten haben soll. Mangels kleiner, günstiger Kameras ging es demnach statt um Bilder um Erinnerungen und Fußspuren: „Take only memories, leave nothing but footprints“. Waren  vermutlich eher Wenige, die damals Pinsel und Staffelei auf Reisen mitnahmen…

Häuptling Seattle ist eine beliebte, aber ebenso umstrittene Quelle: Möglicherweise hat es die Rede gar nicht gegeben. Oder nicht so. Gesichert jedenfalls ist, dass der „Sierra Club“ – ältester Naturschutzverband der USA – es nach seiner Gründung 1892 irgendwann zu einem inoffiziellen Motto erhob.

Spuren auch untertage

Dabei soll es übrigens vor allem um Höhlen gegangen sein! Weil frühe Besucher von Tropfsteinhöhlen offenbar allzugerne Stalagtiten abbrechen sahen oder ein paar hübsche mit nach Hause nahmen. Entsprechend ist der Spruch auch vor vielen Grotten zu sehen und das Motto des 50 Jahre jüngeren US-Höhlenforscherclubs  „National Speleological Society“.

Wichtig für allgemeine Landschaften wurden solche Gedanken in den 1920ern und 30ern, als sich immer mehr Menschen das Reisen leisten konnten und nicht nur Naturburschen in die Wildnis und auf die Berge zogen. In einem frühen Wanderführer, „The Out-Of-Doors Book“ von 1933, nimmt Autor A. Stanley sie offenbar in seine „Zehn Gebote für den Wanderer“ auf:

Nummer 9 und 10 lauten
 * Don't leave anything behind you except a good impression.
 * Don't take away anything except pleasant memories.

Übrigens ist das Motto auch in die Musikwelt eingegangen… Der Steppenwolf-Sänger John Kay hat sie in seinem Album „The Lost Heritage Tapes“ verarbeitet, mit noch ein paar mehr Variationen. Lest hier den Text nach oder hört’s Euch an bei Youtube:

In diesem Sinne: Gute Reise und „Nothing But“ !

Kategorie: Allgemein, Nachhaltigkeit

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"Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon" - so wahr! Also fuhr ich als Kind in Büchern um die Welt, bis nach Taka-Tuka-Land. Heute bin ich "in echt" unterwegs und schreibe manches Buch selber ;) Per Bahn, Pedale, Paddel und per pedes reise ich am liebsten, als Wissenschaftsjournalistin, Reiseautorin und Fotografin immer mit offenem Blick. Und einem Faible für Sprachen. In Bolivien und der Arktis, Australien, China oder Island. Slowenien, Polen. Finnland. Ach... Reisen!

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