Reisen, Rezept
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Kalt – kälter – Maroni-Zeit !!!

Wenn’s draußen wieder kräftig fröstelt, die Menschen morgens erstmal am Auto kratzen und sich das Dunkel immer schon senkt, bevor der Abend eigentlich anfängt – dann ist Zeit für was Warmes. Heiße Maroni vielleicht? Europa in Reinkultur! Die könnt Ihr auch ganz einfach selbermachen, wenn mal kein Weihnachtsmarkt in der Nähe ist….

Völkerverbindende Stachelfrucht

Wenn man’s näher betrachtet, sind heiße Esskastanien ja eine rundum europäische Angelegenheit. Wachsen im Süden und wärmen den Norden. Haben die Küche der Sterneköche erobert, finden sich aber auch in rustikalen Rezepten. Der Baum gedeiht seit Jahrtausenden überall dort, wo es nicht zu kalt ist: Rund ums Mittelmeer natürlich, von Spanien über Sizilien bis Syrien. Überall südlich der Donau und sogar bis hoch nach Südengland. Fahrt mal im Herbst nach Südtirol, in die Steiermark und in die Region rund ums Tessin – zum Wandern und Genießen, zu kulinarischen Festivals oder gar zum Pflückenhelfen? Wer nicht so weit kommt, findet die Edelkastanien sogar in Süddeutschland wachsen. Maroni, Keschde, Kiesten, Kösten, Marren, Marroni, Castanen….

Und das Pürree gibt’s sowieso von Ungarn bis Portugal im Supermarkt. Lässt sich rund ums Jahr ins Essen zaubern. Aber viel mehr freu‘ ich mich jedes Jahr auf die kalte Jahreszeit, weil’s dann wieder aufgeheizte Edelkastanien am Straßenrand gibt. Auch fast überall in Europa!

Ein schnelles Rezept

für zuhause, für alle, die es gerade nicht in die Fußgängerzone oder auf den Weihnachtsmarkt schaffen. Falls es überhaupt ein Rezept braucht…. Aber zwei, drei Tipps darin sind schon praktisch:

Heiße Maronen

Zutaten:
Frische Maroni 

Zubereitung: 
* Auf Frische testen - wenn sie in einer Wasserschale oben schwimmen, sind sie 
  schon ausgetrocknet und alt. Frisch ist, was absinkt.
* Auf der flachen Seite mit scharfem Messer ein Kreuz einritzen - dann 
  explodieren sie nicht und lassen sich auch besser aus der Schale lösen.
* Und dann heiß machen.

Variante A 
In der Pfanne, besser noch auf einem Blech überm Grill oder dem offenen 
Feuertopf ohne Fett(!) rösten und immer wieder umdrehen, damit sie nicht 
verbrennen. 

Variante B
Auf einem Backblech verteilen, im Ofen bei etwa 220°C (Umluft 200°C) rund 
30 Minuten rösten. Nach der Hälfte der Zeit alle einmal grob umdrehen. 
Auf dem Gitterrost geht's auch ohne.
Etwas Wasserdampf - eine kleine Glasschale mit Wasser am Ofenboden - sorgt 
für knackig-saftige Maroni.

Sie sind fertig, wenn sich die Kreuzecken der Schale wölben und 
die Farbe dunkler ist.

Jetzt schnell noch aus Zeitungspapier ’ne große Tüte falten und stilecht draußen in der Kälte verputzen 😉

Und bei Gelegenheit dem Mann – oder der Frau – an der Maroni-Pfanne mal einen Glühwein vorbeibringen.
Wie ihm hier auf dem Weihnachtsmarkt in Palma de Mallorca
(über den – das hat nun doch nicht mehr geklappt… – findet ihr hier nächstes Jahr  noch mehr!)

 

Kategorie: Reisen, Rezept

von

"Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon" - so wahr! Also fuhr ich als Kind in Büchern um die Welt, bis nach Taka-Tuka-Land. Heute bin ich "in echt" unterwegs und schreibe manches Buch selber ;) Per Bahn, Pedale, Paddel und per pedes reise ich am liebsten, als Wissenschaftsjournalistin, Reiseautorin und Fotografin immer mit offenem Blick. Und einem Faible für Sprachen. In Bolivien und der Arktis, Australien, China oder Island. Slowenien, Polen. Finnland. Ach... Reisen!

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