Familie, Reisen
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Sag niemals nie: Mallorca


„Sag niemals nie“ lautet das Motto der aktuellen Blogparade von Ariane von heldenwetter – als ich das las, musste ich gleich an meine frühere Abneigung gegen Mallorca denken. Und daran, wie sehr sich das im Laufe der letzten Jahre geändert hat.

Aber von Anfang an: Hörte ich früher „Mallorca“, ging sofort die Schublade im Kopf auf: „Da fahren doch nur Pauschaltouristen hin, die sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen wollen und sich nicht die Bohne für Land und Leute interessieren. Die ihre Ferienanlage nie verlassen oder wenn, dann um mit Sangria-Eimer am Strand rumhängen…“ Alles Unschöne eben, das es auf der Baleareninsel ja leider wirklich auch gibt. Dass Mallorca aber auch ganz andere Seiten hat, habe ich dann vor einigen Jahren erfahren, als ich der Insel ein wenig widerwillig doch eine Chance gegeben habe – und wie froh bin ich heute darüber!

Wir suchten damals nämlich nach einem Familien-Reiseziel für die Osterferien. Nach einem dieser gefühlt nie enden wollenden, nasskalten Winter in Norddeutschland ohne nennenswertes Licht sollte es ein Land sein, wo es früh im Jahr schon gemütlich warm ist. Nicht heiß, nur erste Sonnenstrahlen und 20 Grad, um die Energiespeicher wieder ein bisschen zu füllen. Nach längerem Hin und Her wurde es dann Mallorca. Einfach aus praktischen Gründen: keine lange Anreise. Vielfältige Möglichkeiten, eine Ferienwohnung zu bekommen. Berge und Meer nah beieinander (sprich, Erwachsenen- und Kinderinteressen gebündelt). Und dann ging´s an einem Tag Ende März los, einfach mal überraschen lassen…

Der Plan: Als Trekkingbegeisterte wollten es wagen und mit den Kindern ein paar erste, einfache Touren gehen. Weil die Begeisterung darüber bei ihnen nicht unbedingt hohe Wogen schlug, zog schließlich das Argument, dass man nachmittags, nach der einen oder anderen Halbtagestour, ja immer noch ausgiebig am Strand buddeln könne… vielleicht sogar kurz ins Wasser hüpfen…

Die Anreise bediente dann aber leider erst nochmal alle meine Vorurteile: Merkwürdige, zum Teil sehr unhöfliche Mitreisende saßen mit uns im Flugzeug (die dem Alkohol nicht abgeneigt schienen). Landungsklatscher (und es war kein Charterflug). Unangenehmes Gedrängel am Gepäckband (Devise: bloß keinen vor- bzw. überhaupt ans Band lassen). Doch sobald wir unseren Mietwagen hatten und aus Palma rausfuhren, begann die Insel mich in ihren Bann zu schlagen. Das Licht! Die schroffen Berge am Horizont! Das frische Grün, die Olivenhaine am Straßenrand! Die blühenden Obst- und Mandelbäume!

Was soll ich sagen… dreimal waren wir inzwischen auf Mallorca, immer auf der nördlichen Seite der Insel und am Fuße des Tramuntana-Gebirges. Es gab überall tolle Halbtagestouren, jedesmal sind wir eigentlich täglich in die Berge losgezogen – und die Kinder waren fast immer begeistert dabei. Es gab aber auch so viel zu entdecken: blühenden Rosmarin, üppige Zitronen- und Orangenbäume, ein Kamel aus Stein, eine echte, wilde Landschildkröte mittem im Wald, Meerbälle aus Seegras. Tolle alte Städte wie Pollenca und Alcudia und Restaurants mit leckerem, lokalem Bio-Essen. Nebel, Wind, Sonne und unglaubliche Weitblicke. Tropfsteinhöhlen wie die Coves de Campanet und verwunschene Wälder wie Ses Fons Ufanes, in dem im Frühling plötzlich Flüsse rauschen. Und nachmittags, wie versprochen, das Meer (okay, zum Baden war es dann doch zu kalt. Aber die Kinder waren gnädig, konnte man doch buddeln, Wasser stauen, mit dem Kanu am Ufer entlang paddeln…) Alles in allem einfach eine perfekte Familien-Mischung. Und das alles ganz ohne merkwürdige Leute – die blieben wohl an anderen Stellen der Insel unter sich.

Habt ihr auch Reiseziele, die eher Liebe auf den zweiten Blick waren?

Mehr zu unseren Wandertouren auf Mallorca findet ihr hier.

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Seit ich denken kann, zieht es mich in den Norden. Das spezielle Licht im Sommer, der Duft der Wälder und die Weite des Fjälls… Als Journalistin und Buchautorin bin ich außerdem gern in Europa und in Niedersachsen unterwegs.

3 Kommentare

  1. Pingback: Sag niemals nie: Aufruf zur Blogparade - heldenwetter

  2. Wow, einfach wow! Ich liebe die Fotos in deinem Artikel! Mallorca muss ein absoluter Traum sein – mein Freund war vor zwei Jahren dort und auch komplett begeistert. Ich habe die Insel immer so gesehen wie du, aber inzwischen bin ich überzeugt, dass es dort auch schöne, ruhige Ecken gibt. Und würde gern mal hin! Danke für den tollen Beitrag zu meiner Blogparade und für den schönen Reisetipp 🙂

    • Danke, liebe Ariane! Trau dich ruhig mal hin, der Norden ist einfach wunderschön (vor allem, wenn du gerne wanderst)…

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