Ausflug, Nachhaltigkeit
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Berchtesgadener Land – Winterwandern mit Schneepuder auf der Nase

Ich traue meinen Augen nicht, es ist einfach fantastisch: So viel Schnee hatte ich gar nicht erwartet, wow! Von den Grabsteinen auf dem Friedhof in Berchtesgaden, die alle Schneehauben tragen, bis zu den dicken Wattebäuschen, die auf Zweigen und Ästen liegen: Alles wirkt sanfter, viel weicher – der Schnee rundet die Kanten dieser Welt.

Dazu leuchtet ein blauer Himmel, die Sonne scheint – braucht’s noch mehr? Solche Tage darf man sich nicht entgehen lassen, wer weiß, wann’s danach mal wieder richtig Winter wird… Ich stelle euch zwei entspannte Winter-Wandertouren vor, geräumt und fürs Laufen präpariert. Da wäre zunächst der Soleleitungsweg. Er folgt der alten Pipeline für die Sole, darin floss also die Brühe mit dem weißen Gold, so kostbar, wie es früher war. Aus dem Berchtesgadener Salzbergwerk nach Bad Reichenhall (ja, das Bad Reichenhaller Salz kommt aus Berchtesgaden), ungefähr 30 Kilometer weit. Salz wird auch heute noch abgebaut, aber die Pipeline verläuft woanders. Aus der alten Strecke ist ein feiner Wanderweg geworden. Ein schmaler Höhenweg, ziemlich eben, logisch, sonst hätte die Sole ja nicht fließen können.

Es knirscht ordentlich unter den Schuhen, unterwegs durch eine funkelnd-glitzernde Schneelandschaft. Mit grandiosen Ausblicken auf die Berchtesgadener Bergwelt à la Kehlstein, Hoher Göll, Hohes Brett oder auch Reiteralpe. Ihr könnt zum Beispiel diese rund sechs Kilometer lange Tour (dauert ca. 2 Stunden) oberhalb von Ramsau gehen, vom Parkplatz Berggasthof Zipfhäusl bis zum Berggasthof Gerstreit, der liegt auf rund 900 Metern Höhe. Dort kann man schön einkehren, die Winterluft macht sowieso richtig Appetit, vielleicht auf den Krustenbraten mit Semmelknödel, oder lieber süße Germknödel?

Auch die zweite Wandertour im bayerischen Winterwunderland liegt gleich bei Ramsau. Ein beschaulicher Ort, hübsche Alpenhäuser säumen die Straße. Ramsau hat sich dem stillen Winter verschrieben, hier gibt es keinen Pistenrummel. Es trägt den Titel erstes Bergsteigerdorf in Deutschland. Die Bergsteigerdörfer sind eine Erfindung des österreichischen Alpenvereins, verbunden ist damit ein Qualitätssiegel, das sich Naturschutz und sanften Tourismus auf die Fahne schreibt. Ramsau grenzt zudem an den Nationalpark Berchtesgaden, hier kann es eigentlich nur schön sein…

Das Motto der zweiten Wandertour: Schneezauber im Zauberwald. Es geht durch den Wald am Gebirgsflüsschen Ramsauer Ache entlang, ( je nach Einstiegsort bis zu zehn Kilometer Strecke) bis zum Hintersee. Die Ache fließt munter und unbeirrt durch eine erstarrte Natur, vorbei an buckligen Steinen und großen Felsbrocken. Die Zweige der Bäume sind mit Eisschichten und Schnee überzogen. Manchmal wirbelt ein Luftzug durchsichtige Flockenschleier von den Ästen. Schneepuder rieselt dann auf die Nase, es bizzelt. Wer so etwas zu Hause hat: Spikes unter den Schuhen könnten hilfreich sein, mitunter sind die Stiegen in der Marxenklamm vereist. Aber schwierig zum Laufen ist auch dieser Weg nicht.

Danach geht’s in den urigen Gasthof Auzinger beim Hintersee. Einen Tourentipp für die Wanderung durch den Zauberwald zum Hintersee findet ihr unter diesem Link.

Diese Recherche wurde unterstützt von Berchtesgadener Land Tourismus.

Über Karin Kura:

Draußen ist es am schönsten. Egal, ob als Reisejournalistin oder privat, unterwegs in der Natur bin ich am liebsten. Aber bloß nicht zu sehr frieren! So klingt es vielleicht komisch, dass ich von Haus aus Skandinavistin bin, in Norwegen habe ich gelebt. Und dann die Himmelsrichtung gewechselt. Jetzt würde ich gerne Spanisch lernen. Wenn mal Zeit dafür bleibt. Vielleicht ja auf meiner Lieblingsinsel: La Gomera.

3 Kommentare

    • Karin sagt

      Bist du dort Skitouren gegangen? Stelle ich mir super vor. Wir wollten eigentlich auch mit der Jenner-Bergbahn zur Gipfelstation und von dort Schneeschuhwandern. Hab ich mir sehr schön vorgestellt mit dem ganzen Bergpanorama. Leider fiel unser Bergguide ganz kurz vorher aus, und das war’s dann. Schade, aber ich hab’s mir für den nächsten (Schnee-)Winter vorgenommen…

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