Nachhaltigkeit, Reisen
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Urwaldriese in Ecuador: Ein Baum, der zu Tränen rührt

Es ist 17 Jahre her, als ich diesen Baum zum ersten Mal sah, in der Nähe des Dorfes Puerto Misahuallí im tropischen Regenwald von Ecuador. Ich habe all die Jahre davon geträumt zurückzukehren und gehofft, dass er noch da ist…

Ich war wieder dort, diesmal mit meiner Familie. Und ja, er ist noch da und mindestens so wunderschön wie in meiner Erinnerung. Den Weg zum Urwaldriesen wusste ich nicht mehr genau – wir haben uns durchgefragt, eine Brücke über den Río Misahuallí überquert und schon von weitem einen Baum entdeckt, der die anderen überragt.

Aber die Sicht aus der Ferne macht Dir immer noch nicht die Dimensionen dieses Baumes klar, selbst aus der Nähe kannst du vom Weg aus zwar die Spitzen den Rest des Waldes überragen sehen. Aber um es wirklich zu begreifen, muss du das Auto am Wegrand stehenlassen. Über einen schmalen Pfad geht es hinein in den Urwald.

Und dann steht er plötzlich da, ein Kapokbaum, ein gigantisches Exemplar: Du atmest tief ein, hältst unwillkürlich die Luft an vor Staunen. Atemberaubend, im wahrsten Sinne des Wortes. Mir stiegen unwillkürlich die Tränen in die Augen vor Staunen über so viel Schönheit, Größe und Alter. Kein einziges Foto kann die Dimension dieses riesigen Lebewesens erfassen, Nahaufnahmen der Brettwurzeln, ein Foto am Baum hinauffotografiert, eine Aufnahme mit der Panoramafunktion des Handys:

Lebensraum Urwaldriese

Nur das Video hier unten vermittelt vielleicht einen ungefähren Eindruck. Ein Lebewesen wie aus einer anderen Welt, an dem sich armdicke Lianen hinaufschlängeln. In seinem Schatten haben Spinnen riesige Netze gespannt, die in der Sonne glitzern. Und auf seinen Ästen wachsen Aufsitzerpflanzen, Epiphyten genannt – ein ganz eigener Kosmos für viele Tier- und Pflanzenarten inmitten des Regenwaldes.

Ich bin nur heilfroh, dass rund um Puerto Misahuallí die Natur noch so intakt ist. Auch deshalb, weil dort nachhaltiger Tourismus die wichtigste Einnahmequelle der Menschen darstellt. Das ist leider nicht überall der Fall. Ich freue mich riesig, wenn ich diesen Baum auch bei der nächsten Reise in den Regenwald wieder besuchen kann – und der alte Riese wieder meine Seele berührt…

Diese Reise wurde nicht gesponsert – auch Reisejournalisten machen Urlaub 😉

8 Kommentare

  1. Der ist ja toll… ich war ähnlich beeindruckt von der vermutlich ältesten Eiche Schwedens, der Kvilleken oder Rumskullaeken bei Norra Kvill, die soll rund tausend Jahre alt sein. Was so ein Baum schon alles erlebt haben muss…

  2. Hallo Iris, solche Baumtiesen berühren mich auch immer zutiefst. Im Wald heule ich sowieso schon häufig genug und wenn ich dann vor so einem Exemplar stehe… Wie schön, dass es Menschen gibt, die zeigen, dass Tourismus und Nachhaltigkeit keinen Widerspruch darstellen, sondern sich gegenseitig befruchten. LG Simone

    • Liebe Simone,. es ist irgendwie immer toll, wenn es Menschen gibt, die einen verstehen können… 🙂 Da musste ich glatt noch einmal deinen Beitrag über den „Glückswald Eilenriede“ in deinem Blog lesen… Schön… LG Iris

  3. Almuth sagt

    Wunderschön !!! – wirklich ein Baum, der zu Tränen rührt. Schön, daß es ihn noch gibt und hoffentlich noch lange geben wird. Und wieviele Lebewesen wohl auf und von ihm leben ? Tolle Bilder – vielen Dank für diesen berührend schönen Ausflug in den Urwald !!

    • Was für eine tolle Idee, Sand sammeln, ein ganz eigener Mikrokosmos. Die Natur hält so viele Wunder bereit. Ich werde das nächste Mal in Ecuador (dauert leider noch ein wenig) an Dich denken!

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