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11 Tipps für… Leipzig


Ich bin alle paar Jahre in Leipzig, war jetzt gerade wieder  da – und bin jedes Mal noch begeisterter von dieser unglaublich jungen, lebendigen, schönen und trotzdem völlig uneitlen Stadt.

Richtig tolle Architektur (die Stadt war nur zu einem Fünftel kriegszerstört), Geschichte, Kultur und jede Menge Lust am Genießen: Leipzig bietet eine tolle Mischung von allem. Und die Leute sind obendrein auch noch total nett. Bestes Beispiel: Sonntagmorgen, kurzer Blick auf den Stadtplan, schon hält ein Radfahrer und fragt, ob er helfen kann. Meine 11 Tipps für Leipzig.

1. Tolles Messehaus: Specks Hof

Die alte Messestadt Leipzig hat viele schöne alte Messehöfe, der berühmteste und edelste ist sicher die Mädlerpassage mit Auerbachs Keller (vor dem sich oft auch Trüppchen junger Burschenschaftler herumdrücken). Am schönsten finde ich aber Specks Hof, eine Ladenpassage aus mehreren hintereinander liegenden Höfen mit tollen kleinen Geschäften, etwa dem Laden mit Backutensilien und unzähligen Backförmchen… hier lässt es sich herrlich stöbern. Ein Eingang zu Specks Hof ist direkt gegenüber der Nikolaikirche.

2. Und weil er einfach sooo schön ist, gleich nochmal Specks Hof: Himmlische Schokolade

Jede Reise wird mit Schokolade noch vergnüglicher. Besonders, wenn es so leckere ist, wie der kleine Laden namens Amelie verkauft. Zum Niederknien sind zum Beispiel die Karamellmandeln mit Salz, zum Verlieben hübsch ist die Leipziger Schokolade mit Katze und Völkerschlachtdenkmal im Art Nouveau-Stil.

3. Weitblick: Panorama Tower

Die drei Euro sind gut investiert: Mit dem Fahrstuhl in den 29. Stock fahren (hier befindet sich ein Restaurant), drei Euro in das Drehkreuz werfen und die Treppen bis in die 31. Etage zur Aussichtsplattform hochgehen. Aus mehr als hundert Metern Höhe kann man ganz schön weit gucken.

4. Das kommt mir Spanisch vor: Café Madrid

Egal, wann und wo ich eingekehrt bin bei meinem Leipzig-Besuch: Alle Cafés und Restaurants waren immer gut besucht. Man scheint gern und oft auszugehen in dieser lebendigen Stadt. Auch das Café Madrid auf dem Drallewatsch, der beliebten Kneipenmeile, brummte vor Volk. Einen kleinen Tisch neben dem etwas merkwürdigen Brunnen, einem lebensgroßen, pinkelnden Stier, gab es trotzdem noch – zum Glück. Der Kaffee war hervorragend. Und der warme Schokokuchen mit flüssigem Kern der Knaller. Klostergasse

5. Völkerschlachtdenkmal: Demütige Kolosse

Touristenmagnet, bombastisch-pompöses Gebäude und dennoch ergreifend: Das Völkerschlachtdenkmal am Stadtrand Leipzigs erinnert an das große Gemetzel gegen Napoleons Truppen im Jahr 1813. 120.000 Soldaten ließen damals ihr Leben vor den Toren der Stadt. Das Denkmal, 1913 zum hundertsten Jahrestag des Sieges über Napoleon eingeweiht, streckt sich fast hundert Meter in den Himmel. Über zahllose, sich immer enger wendelnde Treppen (alternativ auch mit Fahrstühlen) lässt sich die Aussichtsplattform in 91 Metern Höhe erklimmen – wenn es voll im Denkmal ist, kein Vergnügen. Die Aussicht ist aber überragend. Beeindruckend auch die Ruhmeshalle und die Krypta, die an die Toten erinnert und für Frieden zwischen den Völkern plädiert. Hier stehen Totenwächter mit demütig gesenkten Köpfen vor Totenmasken, eine Etage höher thronen vier Riesen, die die Tapferkeit, die Glaubensstärke, die Volkskraft und die Opferfreudigkeit darstellen sollen. Prager Straße

6. Noch ein Denkmal für die Völkerschlacht: Russische Gedächtniskirche des Hl. Alexius

Auf dem Weg vom oder zum Völkerschlachtdenkmal lohnt sich ein Zwischenstopp bei der russischen Gedächtniskirche des Hl. Alexius, die mit ihrer goldenen Kuppel schon von Weitem leuchtet. Wie das Völkerschlachtdenkmal 1913 geweiht, dient sie als Denkmal für den ruhmreichen Sieg der russischen Truppen über Napoleon. Gleich um die Ecke liegt übrigens der Botanische Garten. Philipp-Rosenthal-Straße

7. Geschichte der Friedlichen Revolution: Nikolaikirche

Ein Blick in die Nikolaikirche darf – wie in die Thomaskirche – bei einem Leipzigbesuch nicht fehlen. Sie ist das Symbol für die Friedliche Revolution, die 1989 das Ende der DDR besiegelte, als sich hier jeden Montag immer mehr unzufriedene, mutige Leipziger zum Friedensgebet versammelten. Heute schieben sich die Touristenmassen durch die Kirche. Ein Blick nach oben an die ungewöhnliche Decke lohnt in jedem Fall.

8. Café Central (und viele andere): Kaffeekultur an jeder Ecke

Kaffeetrinken und Leipzig, das passt gut zusammen. Kaffee geht in Sachsen immer, bei den „Kaffeesachsen“… Denn schon früh hat man hier die Kaffeekultur mit Kaffeehäusern etabliert. Mitten in der Fußgängerzone lässt es sich im Café Central nett vom Shoppen erholen – bei Sonne auf den Freisitzen davor, sonst im schönen Innenraum. Und zum Kaffee ein typisches Gebäck in und aus Leipzig: Leipziger Lerchen, kleine Marzipanküchlein, die es aber sich haben… Reichsstraße 2

9. Ab nach Indien: India House & Co.

Warum sich neben der Nikolaikirche mehrere indische Restaurants aneinanderreihen, konnte ich bislang noch nicht herausfinden. Jedenfalls lässt es sich dort sehr lecker indisch schlemmen, zum Beispiel im India House. In der Straße befinden sich auch übrigens einige sehr nette Läden mit Wohnaccessoires und anderem Schnickschnack. Nikolaistraße

10. Moritzbastei: Cocktails schlürfen im Fuchsbau

Was für eine tolle Location zum Feiern, Quatschen, Tanzen: Die Moritzbastei beim Uni-Neubau und dem Gewandhaus sieht von oben übersichtlich aus, entpuppt sich, ist man einmal die Treppen der alten Befestigungsanlage hinabgestiegen, dann aber als schier unendliches Labyrinth an Räumen, alle aus rotem Backstein. Im Fuchsbau lässt es sich schön Cocktails schlürfen, sommerlicher Favorit: Bombay Crushed mit Kumquats. Universitätsstraße 9

11. Der Hauptbahnhof in einem Wort: … schön!

Es gibt viele unschöne und viele richtig schlimme Bahnhöfe. Und ein paar schöne, die Lust aufs Wegfahren und Wiederkommen machen. Der von Leipzig gehört definitiv zu letzteren. Ich würde mich sogar dazu hinreißen lassen, dass er Deutschlands schönster Bahnhof ist. Nach Komplettsanierung strahlt das Gebäude des Kopfbahnhofs wieder, die Halle ist riesengroß, hell, gepflegt und einfach schön. Die Läden in den tiefer gelegenen Promenaden öffnen abends länger, einige auch sonntags.

Zum Schluss noch ein Reiseführer-Tipp: Gut begleitet hat mich der DuMont direkt-Reiseführer Leipzig. Frisch relaunched in Konzept und Aussehen, konzentriert er sich auf das Wesentliche und macht schon beim ersten Blättern Lust aufs Entdecken dieser tollen Stadt.

 

 

6 Kommentare

  1. Leipzig steht auch schon lange auf unserer Liste. Im Januar wären wir fast dort gewesen, mussten dann aber umdisponieren. Wenn es endlich soweit ist, gucke ich hier auf jeden Fall noch mal rein.

    Viele Grüße!

  2. Hallo!
    Ich war ja nun auch schon öfter in Leipzig. Auch vor 2 Monaten wieder. Ich kann mich mit der Stadt nicht wirklich anfreunden. War froh, dass ich im nahen Halle gewohnt habe.. Eine beeindruckende Sehenswürdigkeit hast du ausgelassen: den Leipziger Zoo.
    Beste Grüße
    Ulrike

    • Hallo Ulrike,
      der Zoo soll schön sein, stimmt. Dass ich da nicht war, liegt daran, dass ich Zoos generell nicht so mag. So schön man die Gehege inzwischen auch gestaltet, wie z.B. auch in Hannover als thematische Erlebniswelten – die Tiere bleiben eben doch eingesperrt und ausgestellt.
      Sonnige Grüße
      Anke

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