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Insel-ABC: Bonaire – natürlich, sportlich, echt karibisch

Wer A sagt, muss auch B sagen? Also dann Bonaire: Die zweite der „ABC-Inseln“ und wohl die Natürlichste unter ihnen. Sie bietet quasi das Gegenteil von Aruba, Natur pur für die aktiven Individual-Urlauber — ohne den Show-Faktor, den viele US-Besucher auf der Nachbarinsel so lieben.

„Once a Visitor Always a Friend“

Das Motto Bonaires setzt auf Freundschaft – und so manch ein Besucher hat sich wirklich mit dem „Bonaire-Virus“ infiziert. Das ist das Gefühl, sich hier so wohlzufühlen, dass man immer wiederkommt. Und schließlich ganz auf die Insel übersiedelt. Davon gibt’s eine ganze Menge, hat mir eine „Neu-Bonairerin“ erzählt. Sie organisiert jetzt die Reisen von Anderen auf die Insel…

An Land gliedert sich Bonaire in vier Teile: Den grünen Norden, den salzigen Süden, die trockene Mitte und östlich der Mitte eine riesige Bucht mit Strand und Mangroven.Aber das wahre Paradies liegt in Bonaire unter Wasser — das sagt zumindest die weltweite Tauchergemeinde und wählt das große Riff vor der Insel immer wieder zu den schönsten des Globus. Spektakuläre Fische, skurrile Korallen aller Arten, Tauch- und Schnorchelgrund bei Tag und bei Nacht. Damit das auch so bleibt, ist die Unterwasserlandschaft seit mehr als 40 Jahren Naturschutzpark.

Und das Paradies ist leicht zugänglich, wie die geparkten Autos am Rand der Westküstenstraße beweisen. Hier liegen immer wieder große gelbe Felsbrocken, die interessante Tauchspots kennzeichnen. Manche sind besonders sehenswerte Riff-Ecken, an anderen kann auch mal ein altes Schiffswrack liegen. Und oft genügt es, die Ausrüstung aus dem Auto zu nehmen und ins Wasser zu waten.

Auch Schnorchler kommen leicht zu den Korallen — und also auch ohne Bootstransfer an die ersten schönen Stellen. Fähige Tauchanbieter und Schnorchelguides gibt es hier zuhauf. Die sind auch zu empfehlen, wenn man auch einen Nacht-Tauchgang geht. Mit starker Taschenlampe sieht das Riff fast verwunschen aus. Und wer beim Schnorcheln noch mal was ganz anderes sehen will, der macht eine Kajak-Wildnistour in der großen Lac Bay im Osten und schnorchelt dann unter Mangroven.

Unter Wasser, über Wasser

Man muss aber nicht abtauchen (Oder Kajaken, Windsurfen, Standup-Paddeln, etc.), um Bonaire zu genießen: Auch an Land bietet die Insel Sport und ein bisschen einheimische Kultur. Der grüne Norden besteht vor allem aus dem Washington-Slaagbai-Nationalpark, Heimat wilder Vögel, Echsen, Ziegen – und voller Pfade für Wanderer und Mountainbiker. Vom 241m hohen Mount Brandaris schweift der Blick über die gesamte Insel. Mit etwas Glück sind am Parkrand Tausende von Flamingos im geschützten Brutgebiet am Goto-Meer zu sehen, Fernglas mitnehmen!

Weiß-Rosa im Süden

Oft ruhen die Flamingos aber auch zwischen den weitläufigen rosa Salzpfannen an der Südspitze der Insel. Hinter den weißen Salzbergen ist auch ein Schutzgebiet. Heute sind in dieser Landschaft große Maschinen im Einsatz, um die weißen Kristalle aus dem Meerwasser zu gewinnen — dadurch waren die ABC-Inseln nicht mehr ganz so unnütz, wie ihre Entdecker fanden, als sie sie „Islas Inútiles“ nannten. Früher schufteten an den Salzpfannen Sklaven — ein paar ihrer wirklich(!) kleinen Steinhütten stehen noch, zur Erinnerung. Die Familien der Sklaven lebten derweil im Norden, im ältesten Örtchen der Insel, Rincon. Davon zeugt auch das Aktiv-Museum Mangazina di Rei, wo vor allem Jugendliche den Touristen ihr Kultur- und Natur-Erbe zeigen.

Und nach der Fahrt durch die zentrale Kaktuswüste geht‘s zum Bummeln, Schlemmen und Entspannen ins – natürlich – bonbonbunte Kralendijk, den Hauptort Bonaires. Karibisch entspannt. Nah am Meer. Und Heimat des einzigen Karibik-Kasinos), das man auch barfuß betreten darf….

 

Gut zu wissen:

Informationen über Bonaire liefern die offiziellen Tourismus-Seiten der Insel:
Tourism Bonaire (auch auf Deutsch)

Flüge aus den Niederlanden sind tendenziell günstiger – also besser zB erst ab Schiphol fliegen

 

— — —

Ein neues Teilim Insel-ABC – das sich Stückje für Stückje füllt.
Was hätten wir denn da sonst noch? (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

A(Aruba) – B(Bonaire) – C – D – E – F – F – H – I – J – K – L – M – N – O – P – Q – R – S – T – U – V – W

Kategorie: Reisen

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"Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon" - so wahr! Also fuhr ich als Kind in Büchern um die Welt, bis nach Taka-Tuka-Land. Heute bin ich "in echt" unterwegs und schreibe manches Buch selber ;) Per Bahn, Pedale, Paddel und per pedes reise ich am liebsten, als Wissenschaftsjournalistin, Reiseautorin und Fotografin immer mit offenem Blick. Und einem Faible für Sprachen. In Bolivien und der Arktis, Australien, China oder Island. Slowenien, Polen. Finnland. Ach... Reisen!

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