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11 Tipps für… die Åland-Inseln

Sie heißen auch Inseln des Friedens, liegen in der Ostsee zwischen Stockholm und Turku bzw. Helsinki, gehören offiziell zu Finnland, aber man spricht Schwedisch: Die Åland-Inseln sind ein ganz besonderes Fleckchen in Nordeuropa.

Die rund 6.700 Inseln – davon aber nur 60 dauerhaft bewohnt – zählen insgesamt 29.000 Bewohner. 11.000 von ihnen wohnen in der Hauptstadt Mariehamn. Alle Fähren zwischen den Inseln sind für Personen kostenlos. Åland gehört zu Finnland, ist aber autonom und hat eine eigene Regierung. Man fühlt sich Schweden zugehörig und spricht auch konsequent Schwedisch. Bekannt ist Åland für seine landwirtschaftlichen Produkte wie Äpfel, Kartoffeln, ihre besonders fette Butter wie von früher, handcrafted Beer und Spirituosen aus Äpfeln. Die im Norden sehr beliebten Chips von OLW und Taffel kommen von hier. Åländer sitzen aber nicht vorm Fernseher und futtern Chips, sondern sind sehr sportlich: Sie  schwimmen, tauchen (vor allem Wracktauchen sehr beliebt, die Region gilt als eines der besten Wracktauchgebiete der Welt), segeln, spielen Fußball oder Golf. 11 Tipps für die unkonventionellen Inseln – der Einfachheit halber alle auf Fasta Åland, der Hauptinsel. Für die vielen anderen Inseln und Inselchen gibt es garantiert weitere 11, ach was sage ich, mindestens 99 weitere Tipps…

1 Sjöfartsmuseum

Åland war tatsächlich bis in die 1990er Jahre die größte Segelnation der Welt, Reeder Gustav Ericson besaß unzählige Schiffe. Von der langen Seefahrertradition der Inseln erzählt das Seefahrtsmuseum in Mariehamn. Hölzerne Galionsfiguren und alte Seekisten zeugen von der Liebe zum Meer, ein original Kapitänssalon versetzt zurück in alte Seefahrerzeiten. Nicht verpassen: die echte Piratenflagge, eine von ganzen zwei erhaltenen auf der Welt!

2 Segler Pommern

Zum Seefahrtsmuseum am Westhafen in Mariehamn gehört der alte Frachtsegler Pommern, eine Viermastbark und das Schwesterschiff der Passat in Travemünde und der Viking in Göteborg, die u.a. Getreide transportierte. Ein Besuch auf dem alten Segler lohnt sich sehr, beeindruckend sind die großen Frachträume, die alten Hanfseile und die bescheidenen Unterkünfte der Mannschaft. Derzeit wird das Museumsschiff allerdings restauriert, 2018 soll es wieder für Besucher geöffnet sein.

3 Insel-Radtour

Hektik kennt man auf Åland nicht. Auf den roten Landstraßen – ihre Farbe kommt vom roten Inselgranit – beträgt die Höchstgeschwindigkeit 70, in Ausnahmefällen 90 Stundenkilometer. Viele Autos gibt es aber ohnehin nicht. Da ist Radfahren überall ein Vergnügen. Besonders schön sind natürlich Touren am Wasser, über Brücken und von Insel zu Insel. Und Wasser und Inseln gibt es wirklich mehr als genug! Fahrräder verleiht z.B. RO-NO Rent in Mariehamn.

4 Café und Laden Stickstugan

Lotta Gustafsson kocht Kaffee und serviert Kuchen in ihrem Café Stickstugan auf der Insel Järsö und man fühlt sich wie in ihrem Wohnzimmer. Alte Sofas und Sessel verströmen gemütlichen Charme. Nebenan lockt ihr Laden mit Handwerk, vor allem allerhand Hübsches und vor allem Gestricktes von Lotta wartet hier auf neue Besitzer.

5 Brauerei Stallhagen mit Pub

„Drick minde, drick bättere“ lautet das sympathische Motto der Brauerei Stallhagen, weniger, aber dafür Besseres trinken. Die heute viertgrößte Mikrobrauerei Finnlands wurde 2004 aus einer Laune heraus von einer Handvoll Bierfreunde gegründet. Christian Ekström, einer der Brauer und Pub-Betreiber, war wenige Jahre später dabei, als im Sommer 2010 bei einem Tauchgang zu einem Schiffswrack 145 Flaschen Champagner entdeckt wurden – der als bald als der „älteste Champagner der Welt“ Berühmtheit erlangte. Außerdem fand man fünf Bierflaschen, dessen Gärhefe rekonstruiert werden konnte und die heute das berühmte Shipwreck-Bier in einer grünen Glasflasche mit Champagnerkorken produziert. Im Pub Stallhagen lässt sich nicht nur Bier trinken (etwa saisonale Sorten wie Blaubeer- oder Kürbisbier), sondern auch hervorragend essen, es gibt ein wechselndes Gericht mit Fisch, eines mit Fleisch und ein vegetarisches.

6 Kastelholm

Die mittelalterliche Burg aus dem Jahr 1388 stand einst, strategisch sehr wichtig, im Mittelpunkt des schwedischen Reichs. Das erstreckte sich damals nämlich bis nach Russland. Haupt- und Vorburg sind zu besichtigen, die Ausstellung ist auch für Kinder sehr nett gemacht. Gleich nebenan steht das Restaurant Smakbyn von Michael „Micke“ Björklund, einem bekannten Fernsehkoch, für den gutes Essen Kulturgut ist. Man kann Kochkurse machen und an Verkostungen teilnehmen.

7 Jankarlsgården

Mühlen, alte Werkstätten wie eine Schmiede und ein Backhaus und die obligatorische Mittsommerstange: Jankarlsgården, neben Kastelholm gelegen, ist ein typisch nordisches Freilichtmuseum. Bei schönem Wetter und am Wochenende tummeln sich hier Familien. Bei Nieselregen bleibt das hölzerne Pferd auch mal ganz alleine. Ein nettes Ziel zum Beispiel auf einer Radtour.

8 Bomarsund

Åland hat eine bewegte Geschichte zwischen Finnland, Russland und Schweden. Einst muss die russische Festung Bomarsund beeindruckend in Größe und Ausstattung gewesen sein. 1830 errichtete das damalige Zarenreich Russland die Anlage. Riesig erstreckt sich ihr früheres Areal entlang einer Meeresenge. Von der äußeren Mauer stehen nur noch vereinzelte Fragmente aus den typischen, sechseckigen und rosaroten Steinen. Zu den Bomarsundtagen belebt ein historischer Markt die Ruine.

9 Notvikstornet

Wenige hundert Meter von den Ruinen Bomarsunds entfernt, stehen die Reste des Notviksturms. Der ehemalige Wachturm und Ausguck ist heute vor allem eine ästhetische Augenweide: Rot leuchten seine alten Ziegelsteine, dahinter grün die Wälder und in allen Schattierungen von Grau über Seegrün bis zu Türkis die Ostsee. Fast unwirklich schön ist die zerklüftete Felswand gegenüber mit ihren Grau- und Rosatönen. Einfach gucken und genießen.

10 ÅSS Paviljongen und mehr Architektur von Lars Sonck

Direkt am Wasser des Westhafens, unweit der Anlegestellen der großen Fähren, steht ein pittoreskes, rotes Holzhäuschen: An seinen Ecken ragen stilisierte weiße Tierköpfe heraus. Das Gebäude hat Lars Sonck entworfen. Der finnische Architekt der Nationalromantik und frühen Moderne hat einen ganz eigenen Stil entwickelt und hierin Mariehamn neben privaten Villen in seinem verspielten Stil auch die St. Görans Kirche oder das Stadshuset kreiert. Drinnen kreiert das Restaurant ÅSS Paviljongen Köstliches aus frischen Åländischen Zutaten. Besonders lecker sind hier am Hafen natürlich die Fischgerichte.

11 Alter Lotsenstützpunkt Kobba Klintar

Für åländische Seeleute waren und sind die Kobba Klintar so etwas wie die Freiheitsstatue in New York: Das erste, das man beim Nachhausekommen sieht, und das letzte beim Wegfahren. Und jedesmal ein Grund zu weinen. Wer heute mit dem Schiff nach Mariehamn kommt, fährt noch immer direkt dran vorbei. Der alte Lotsenstützpunkt Kobba Klintar mit seinem weißen Lotsenhäuschen ist deshalb ein sehr beliebtes Fotomotiv. Von Mariehamn ist man mit dem Motorboot in zehn Minuten da, auf der Insel gibt’s ein Café und man kann das Lotsenhaus besichtigen.

Die Recherche fand mit Unterstützung von Visit Åland und der Viking Line statt.

 

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