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Der Herbst: Gedanken zur goldenen Jahreszeit – und ein Gedicht von Hermann Hesse

Herbst, Champagne

In den Kindergärten und Schulen hängen die kunterbunten Laternen schon fertig gebastelt an den Decken, der Herbst ist längst ins Lande gezogen, Sankt Martin steht vor der Tür. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Mein kleiner Sohn Lennard bewundert die goldene Einfärbung der Bäume und möchte am liebsten, alle gelben Blätter mit nach Hause nehmen und „für immer“ aufheben. Da fiel mir dieses alte Gedicht von Hermann Hesse in die Hände. Ein paar Gedanken zu den golden roten Bäumen im Herbst, „die nicht mehr kämpfen“.Herbst, Frankreich, ChampagneHerbst

Baum im Herbst 

Noch ringt verzweifelt mit den kalten
Oktobernächten um sein grünes Kleid
mein Baum. Er liebt’s, ihm ist es leid.
Er trug es fröhliche Monde lang,
Er möchte es gern behalten.Und wieder eine Nacht und wieder
Ein rauher Tag. Der Baum wird matt
Und kämpft nicht mehr und gibt die Glieder
Gelöst dem fremden Willen hin,
Bis der ihn ganz bezwungen hat. Nun aber lacht er golden rot
Und ruht im Blauen tief beglückt.
Da er sich müd dem Sterben bot,
Hat ihn der Herbst, der milde Herbst
Zu neuer Herrlichkeit geschmückt.

Hermann Hesse

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