Ausflug, nachhaltig
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Bei Zotter: Sepp und die Schokoladenfabrik

Osterzeit ist Schokoladenzeit. Denkt Ihr dabei automatisch an Hanf-, Fisch- oder Mehlwurm-Schokolade? Wohl nicht. Ich denke, Gott, wie lecker! Zumindest seit meinem Besuch in der Steiermark. Ich habe Zotters Schokoladenmanufaktur geliebt, wirklich… Der Chocolatier ist nicht nur für seine ungewöhnlichen Kreationen bekannt. Sondern auch dafür, dass ihm die Menschen am Herzen liegen, die die Rohstoffe dafür produzieren. Fair Trade, Bio und Genuss – das ist bei ihm kein Gegensatz, das läuft Hand in Hand. 

„Bloß am Anfang nicht zu viel probieren, sonst schafft Ihr die leckeren Schokoladen am Schluss nicht mehr!“ Dieser Ratschlag ist Gold wert, denn bei mehr als hundert Verkostungsstationen muss man sich die „Kräfte“ in der gläsernen Schokoladenmanufaktur gut einteilen.

Am Anfang schauen wir uns erstmal im Schokoladentheater einen Film an: Wo und wie leben Kakaobauern? Mich berührt es, dass da jemand extra nach Mexiko reist, ins Ursprungsland der Schokolade, und bei den Nachfahren der Mayas alles darüber erfahren will, was gute Kakaobohnen ausmacht. Dass da jemand wissen will, wie die Rohstoffe produziert werden und trotz Unternehmersinn ein klein wenig die Welt verbessern will. Die Menschen dort sollen ein Auskommen haben, sollen im Einklang mit der Natur Kakaobohnen ernten.

Wir erfahren, dass Erfolg für Josef Zotter nicht selbstverständlich ist. Dass er wegen einer Insolvenz dazu gezwungen war, von Wien aufs Land zu ziehen, auf dem elterlichen Hof in der Steiermark wieder ganz von vorn anzufangen. Hinfallen, Aufstehen, Neubeginn. Man spürt deutlich: Das ist für ihn keine Schande. Vielleicht ist Josef Zotter gerade deshalb heute einer der kreativsten Schokoladenerfinder der Welt?

Jeder Besucher bekommt zu Anfang einen eigenen Löffel und kann an den Spendern in der Erlebniswelt Leckereien probieren. Am Anfang stehen die Rohstoffe: Welche Kakaobohne schmeckt mir am besten? Tatsächlich haben Bohnen aus Peru, Mexiko oder Ecuador ganz unterschiedliche Brauntöne und Geschmäcker. Und Zucker ist nicht gleich Zucker – hier können wir den Unterschied zwischen Kokosblüten-, Rohr- und Mascobadozucker erschmecken. Und wir lernen, dass die Kakaomasse aus gemahlenen Bohnen zwar sehr lecker aussieht, aber noch ziemlich bitter den Mund zusammenzieht.

Je weiter wir durch die Halle wandern, bei der wir der gläsernen Produktion durch Scheiben zuschauen können, desto ausgefeilter und vielfältiger werden die Geschmacksexplosionen auf der Zunge. Und ich probiere zum ersten Mal in meinem Leben Insekten, bzw. deren Larven – geröstete Mehlwürmer. Mein Mann und die Kinder weigern sich, finden es ekelhaft – und ich finde es: Crossig und lecker! Und stelle fest: Warum eigentlich nicht? Wenn die Menschheit künftig ihren Proteinbedarf ohne Säugetiere stillen will, kommen wir um Insekten nicht herum. Ich hätte mir nie vorgestellt, dass Schokolade mit gerösteten Mehlwürmern so gut schmecken kann, ein bisschen wie Schoko mit Krokant. (Im Bild seht Ihr nur den „Rohstoff“, bin ganz stolz auf mich, dass ich die probiert habe:)

 

 

Und irgendwann tauchen dann fertige Schokoladenkreationen wie Johannisbeer-Lavendel oder Passionsfrucht-Thymian und Schokoflocken auf, die langsam auf der Zunge zergehen. Zum Glück kann man hier überall Wasser trinken, sonst wäre trotz der köstlichen Sorten so viel Süße schwer zu verkraften. Wir schlemmen uns durch dieses Paradies für Schoko-Fans.

Und beginnen zu verstehen, warum Zotters Kreationen mehrfach ausgezeichnet wurden und er inzwischen zu den besten Chocolatiers der Welt gehört. Ich war mega-begeistert. Nicht nur von seiner Schokolade. Sondern auch von der Art, mit vermeintlichen Misserfolgen umzugehen, kreativ zu sein, ohne „Fehler“ zu bereuen, sondern sie fast zu feiern. Dass der Film zu Anfang ganz offen erzählt, dass er einmal pleite gegangen ist, setzt sich fort: Im „Essbaren Tiergarten“ gleich neben seiner Manufaktur hat Zotter eine Art Friedhof für seine begrabenen Ideen eingerichtet.

Wie cool ist das denn? Seufz… für mich sind dieser Mann und sein Unternehmen, dieser ganze Ort in der Steiermark eine echte Inspiration.

Seit meinem Besuch habe ich inzwischen mehrere Schokoladen-Großbestellungen in Österreich abgesetzt und alle waren einfach hammerlecker. Inzwischen ziehe ich es vor, lieber kleine Schokoladenstücke auf der Zunge zergehen zu lassen und zu genießen statt das Zeug tafelweise zu konsumieren und den Wert nicht zu würdigen. Lieber hochpreisig und gut. Und ich habe festgestellt: das hält obendrein schlank 😉

Wer einmal in der Steiermark unterwegs ist, sollte sich das Geschmackserlebnis nicht entgehen lassen:

Öffnungszeiten: Schoko-Laden-Theater & Essbarer Tiergarten
November–April
Mo–Sa: 9–19 Uhr (Letzte Tour um 17 Uhr)

Preise findet Ihr hier.

P.S. Dies ist kein Sponsoring-Artikel. Die Recherche wurde zwar vom Thermenland Steiermark freundlicherweise unterstützt. Von Zotter sind jedoch keine finanziellen Mittel an mich geflossen. Ich als Schokoliebhaberin fand diesen Ort und diese Schokolade einfach zum Niederknien, that´s all… 

 

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12 Kommentare

  1. Hört sich sehr interessant an, die Mehlwürmer wären auch nicht in meinem Magen gelandet. Stück für Stück auf der Zunge zergehen zu lassen ist toll, wenn dann am Ende nichts mehr da ist… 😂😂😂
    Lieben Gruß, Ewald

    • Naja, bei Sorten wie Nuss oder Krokant wäre am Ende ja auch noch was da 😉 , aber ich kann schon verstehen, wenn man das nicht so gern probieren möchte 😁

  2. Sehr schöner Beitrag. Da läuft einem ja das Wasser bzw. die Schokolade im Munde zusammen! Mehlwürmer sind in meinem Vogelfutter. Ich weiß ja nicht 😉 Ich kann mir zwar vorstellen, daß es da auf die Würzung bzw. Zubereitung ankommt. Kross ginge vielleicht noch und in Schokolade vielleicht auch. Hm, ich weiß ja nicht. Echt mutig von dir 🙂 Oh Gott, in dieses Schokoladentheater dürfte ich gar nicht hin. Ich liiiebe Schokolade 🙂 Obwohl man zwischendruch vielleicht mal ein saures Gürkchen vertragen könnte 🙂 Es hört sich jedenfalls alles ganz toll an. Ich werde mal gucken.

      • Wie heißt noch dieser Film mit Johnny Depp….Charlie und die Schokoladenfabrik? So stelle ich mir das vor 🙂

        • Genau! Umpa-Lumpas gibt es dort zwar nicht, aber es ist ein verrückter, inspirierender und fantasievoller Ort. Deshalb auch die Überschrift 🙂

          • Haha, ja, Umpa-Lumpas, lach! Genau, der Titel kam mir doch gleich so bekannt vor 🙂

      • Ich denke, das würde mir auch so gehen. Diese Konsistenz…hua. Naja. Krabben sind ja auch nicht gerade „originell“ 😉

  3. lifetellsstories sagt

    Oh ja, wenn ich einmal in der Nähe sein sollte, dann werde ich ganz sicher diese Schokoladenfabrik besuchen, denn ich liebe Schokolade. Man kann dann allerdings nur hoffen, dass ich hinterher keine Bauchschmerzen vom vielen Naschen habe. 😉
    Als ich auf einer unserer Reisen mit meinem Mann in Modica auf Sizilien war, haben wir ebenfalls eine Schokoladenfabrik besucht. Es hat uns unheimlich viel Spaß gemacht. Dort wird die Schokolade noch nach dem ursprünglichen Rezept hergestellt. Ich habe alles dokumentiert und durfte es auch auf meinem Blog zeigen.
    (http://lifetellsstories.de/glueckshormone/ ist nur ein Post von drei Beiträgen.)
    Ich wünsche Dir einen schokoladigen Abend und schicke liebe Grüße
    Astrid

    • Liebe Astrid,
      oh ja, ich kann es dir nur empfehlen. Ein Traum für alle Schoki-Liebhaber. Und dieses Geschäft in Modica sieht ja wirklich urig aus, das hätte mir sicher auch gefallen…
      Liebe Grüße
      Iris

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