Alle Artikel in: Familie

Normandie: Das Festival der Muscheln in Granville

Pünktlich jeden Mittag liegen alle kleinen Motorboote und Segler auf der Seite, also auf dem Trockenen, in dem normannischen Hafen. Wieder mal Ebbe. Eine steife Brise weht mir um die Nase, Salz liegt in der Luft. Direkt vor mir werden große, fleischige Austern mit dem scharfen Messer aufgebrochen. Hier in der Bucht von Granville-Chausey findet der größte Gezeitenwechsel Europas statt. Ein Leben im Rhythmus der Gezeiten. Die Fischerboote bringen hier jedes Jahr rund 9000 Tonnen Muscheln – und machen Granville damit zum größten Muschelhafen von Frankreich. Jeden Oktober feiert deshalb der gemütliche Fischerort auf der spektakulären Klippe das Festival „Toute la mer sur un plateau“ zwei Tage lang in der halle à Marée, (Fischversteigerungshalle) des Hafens. Für Liebhaber von Muscheln, Hummern und sonstigen Meeresfrüchten ein Paradies. Ich konnte es kürzlich miterleben.

Porto: Die Stadt der Gegensätze – 11 gute Tipps

Mit einer schicken Motoryacht düsen wir unter den imposanten Brücken an der Skyline der Küstenstadt vorbei. Die bekannteste von Porto wohl die Ponte Maria Pia I aus Gustave Eiffels‘ Schmiede. Ganz aus Walzstahl, getragen von einem einzigen 640 Tonnen schweren Bogen. Am Ufer des Flusses Douro stehen knallbunte Häuschen im mittelalterlichen Fischerviertel Ribeira eng aneinander gebaut, dazwischen kleine, enge verwinkelte Gassen mit knalliger Street Art-Kunst, viele Bars und Restaurants tummeln sich und für das Pfingstwochenende wahrscheinliche typische Ströme von Urlaubern. Wir (alle 4 Wasserratten) sind ziemlich froh, endlich auf dem Fluss zu sein und nicht mehr zwischen den vielen Touristen. Viel zu viel los für uns … Trotzdem eine spannende Stadt voller Gegensätze an der Westküste von Portugal. Hier meine 11 Tipps zu Porto:

Asturien: Mit Miguel in den Apfelplantagen Nordspaniens.

„Sehr bald schon werden sie anfangen richtig gut zu wachsen“, sagt Miguel und schaut prüfend an seinen Apfelbäumen hoch. Wir laufen langsam die Pomada „Monga“ entlang und sein voller Stolz ist Miguel Rodriguez ins Gesicht geschrieben. Knall grün strahlt der hochgewachsene Rasen zu Füßen der Bäume, sie selbst stehen in voller zart weiß-pinker Blüte auf der Plantage. Es duftet süßlich – nach Apfel halt. Ein Roter Milan umkreist den Apfelhain in Nava, ganz in der Nähe der Gebirgskette Sierra de Penamayor. Es sind die Apfelplantagen seiner Großmutter, die erst kürzlich verstorben ist. „Ich bin die dritte Generation. Meine Familie hat das Unternehmen Viuda de Angelón damals im Jahre 1947 gegründet“, erzählt mir der junge Apfelweinbauer mit den starken Oberarmen. Wir sind in Nava, im Land des Sidra, dem nordspanischen Apfelwein. Im grünen Herzen von Asturien.

Niederlande im Reich der Tausend Inseln: Gemüseauktion wie vor 140 Jahren

Im „Reich der Tausend Inseln“ tuckern wir langsam durch die grünen Felder, die Stockenten ziehen ihre Kreise und Kormorane holen kleine Fischchen aus dem Wasser. Traumhaft ruhig und entspannt sind die Wasserkanäle des Naturschutzgebietes Oosterdel in der niederländischen Region  Ontdek Hart van Noord-Holland. Früher war hier Sumpf soweit das Auge reichte, im Mittelalter fassten die ansässigen Bürger jedoch den Beschluss, den sumpfigen Boden urban zu machen. „So hoben sie Gräben aus, der Sumpf wurde entwässert und die aufgeschüttete Erde zur Anhebung der Felder genutzt. Perfekt für den Gemüseanbau, die Erde war extrem fruchtbar“, erklärt mir Cees Gommers. Der Niederländer zeigt uns zunächst diese wunderschöne Wasserlandschaft während der Pressereise „Alkmaar und Hart van Noord-Holland“, bevor wir dann ein spannendes Museum kennen lernen.

Schottland: Von haarigen Rindern und viel Gemütlichkeit auf Arran

Jetzt in der Nebensaison ist kaum etwas los auf der kleinen Insel Arran im Firth of Clyde an der Westküste von Schottland. Aber genau das macht den Reiz aus, die Ruhe und Stille am Strand. Bei Ebbe, wenn nur das einsame Schwanenpaar seine Runden dreht in der Bucht von Whiting Bay. Genau, das bringt uns alle runter. Vom Stress in den letzten Tagen. In Ruhe über die Insel von Dörfchen zu Dörfchen gemütlich tuckern, ewig wandern am Strand, in den Hügeln, danach einen Tee trinken im Pub  … oder einen Bauern besuchen. Meine besten Tipps, was ihr trotzdem Schönes unternehmen könnt auf Arran. Nicht umsonst wird die hübsche Insel „Schottland in Minatur“ genannt.

Normandie im Herbst: Die Kunst der Austernpilze mitten im alten Steinbruch

Als ob es die kostbarsten Edelsteine wären, so vorsichtig nimmt Olivier die kleinen und großen Champignons langsam aus der Erde und bricht ganz vorsichtig die Stengel ab. In aller Seelenruhe mit einem sanften Lächeln auf den Lippen. Ich verstehe die Leidenschaft des Pilzzüchters, einer der letzten Champignon-Züchter in der Normandie. Im Herzen der Terre d’Auge, in der Calvados-Region, liegt in dem Städtchen Orbec versteckt hinter kleinen Gärten ein alter Steinbruch mit viel Geschichte: Hier gedeihen weiß-graue Champignons de Paris, die Kunstwerke von Austernpilzen und japanische Shiitaké im feucht-warmen Dunkeln auf rund 9000 Quadratmetern unter der Erde. Ich besuche Olivier Perrel, um die wahre Kunst der normannischen Champignonzucht näher kennen zu lernen.

Alkmaar: Von Käseträgern, Grachten und einem grünen Gourmet-Lokal – elf Tipps

Sie tragen die schweren Käselaiber auf den „Beeren“ (Holztrage) und rennen zu zweit quer über den Waagplein-Platz, der Schweiß läuft ihnen das Gesicht herunter und trotzdem sehen sie richtig elegant aus in ihren weißen Anzügen und den bunten Strohhüten der alten Gilde. Eine historische Tradition, der älteste und größte Käsemarkt der Niederlande in Alkmaar. Überall liegen aufgestapelt riesige orangefarbene, runde Laiber. Viele Gäste schauen an diesem Freitag den Käseträgern der vier Zünfte zu, viel Getümmel… Trotzdem ein wunderschönes Erlebnis für mich. Die Sonne scheint noch richtig intensiv, die stolzen Männer laufen im Wiegeschritt über den Platz. Ich bin in der Region Ontdek Hart van Noord-Holland unterwegs. Hier meine elf besten Tipps für einen Kurztrip in die lebendige Handelsstadt nördlich von Amsterdam. Kaum zweieinhalb Stunden von Düsseldorf entfernt.

Colorado: In den wilden Fluten des Arkansas

„So und wenn das Schlauchboot umkippt und ihr seid noch dadrunter, versucht direkt unter dem Boot wieder heraus zu tauchen“, der hübsche, sportliche Brandon grinst mich übers ganze Gesicht an und denkt wahrscheinlich: „Ist doch das Normalste überhaupt – und ganz easy peasy…“ Ich habe mir nur gerade mit ach und krach den hautengen Wetsuit übergezogen, bin froh, dass ich ihn und die Schwimmweste noch drüber bekommen habe. Und denke mir nun: „Wenn das Schlauchboot mitsamt uns, den kleinen Jungs und meinem 85jährigen Vater in den Fluten des Arkansas Rivers umkippen würde…“ Oh nein… Langsam wird mir doch Angst und Bange. Ich überlege mir kurz, ob diese Raftingtour in Buena Vista, im Herzen des US-Staates Colorado, wirklich das richtige für einen Familien-Trip ist. Doch dann wird es ein geniales Abenteuer in den Rockies, über das wir noch lange lange reden …

Holland: Mit Polleke durchs Watt in Friesland

„Wir laufen immer hinter den Gezeiten. Wenn das Wasser zurückfließt in die Nordsee, beginnt unsere Wanderung durchs Watt“, erklärt mir Polleke. Ihr ist die Liebe zum Meer wahrlich ins Gesicht geschrieben, die feinen Linien, leicht braun gebrannt. Noch viel mehr aber ist die Leidenschaft zum Ozean in ihrer Gestik verankert. Wenn Polleke Wiynberg mir die Bedeutung des Wattenmeeres für das ganze Ökosystem erläutert, etwa die Wattwürmer, Krabben und Austern im Schlamm zeigt. Sie überzeugt. Wir stehen mit der Wattführerin und ihrem Kollegen Wim auf einem alten Fischkutter, mitten im Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer. Unser Ziel während dieser Pressereise zum Slow Traveling: eine Sandbank ganz in der Nähe der autofreien Insel Schiermonnikoog im niederländischen Friesland.