Autor: Sandra Malt

Fuerteventura: Tour über die Insel – mit netten Tipps

Diese Kargheit fasziniert den einen, der Andere wünscht sich vielleicht eher die Sattheit der grünen Wälder, der Hortensien und Oleander bedeckten Gärten. Ich persönlich finde diese gezackten, kargen Berge, diese Ebenen in Gelb- und Ockerfarben und mitten darin erloschenen Vulkane spannend fürs Auge – und die Seele. Die Rede ist von Fuerteventura – das „starke Abenteuer“. Gerade auch im Juni/Juli/August wunderschön: Das kristallklare Wasser an den weiten, langen Stränden von Fuerte ist von der Temperatur her genau richtig. Da spring‘ ich gern jeden Tag in die Fluten. Und die langen Abende draußen in kleinen, netten Lokalen wie etwa im Fischerdörfchen Morro Jable im Süden der Insel sind echt entspannend! Nur draußen zu sein, ist toll – gerade zu Corona-Zeiten … Kürzlich war ich dort und habe auch eine Tour durchs Landesinnere und in den Süden unternommen. Hier ein paar meiner Eindrücke:

Augsburg: Von Wasser, Wassertürmen und Kanälen – ein Unesco-Welterbe

„Wir haben richtig gutes, naturbelassenes Trinkwasser, das streng kontrolliert wird. Heutzutage gibt es 60 Trinkwasser-Brunnen direkt in Augsburg„, erzählt mir die „Wasserfrau“ Elisabeth Retsch. Vor 17 Jahren wurden in der von 199 Kilometern Wasserläufen geprägten Stadt spezielle Führungen zum Thema Wasser entwickelt. „Die Touristen waren einfach sehr neugierig, sie wollten mehr wissen. In vielen Gassen von Augsburg fließen die Kanäle des Lechs“, sagt die Stadtführerin. Und seit 2019 stehen das historische Wassermanagement-System der Stadt und seine Denkmäler (Kanäle und Wasserwerke, Wasserkraftwerke und prächtige Monumentalbrunnen) sogar auf der Liste des Unesco-Welterbes. Die Kanäle liefern seit über 1000 Jahren Wasserkraft. Imposant, finde ich! Sie waren damals unverzichtbar für die Wasser- und Energieversorgung der vielen Handwerksbetriebe: Mithilfe von Hunderten von Wasserrädern trieben sie ihre Maschinen an. Ohne sie wäre es nie zur Blüte des hiesigen Handwerks gekommen.

Zandvoort: Zum Frauentag – auch Sissi und Anne Frank badeten schon hier

Zandvoort – das Ziel meiner Pfingstferien aus längst vergangenen wilden Zeiten in den Jahren des Studiums. Schon eine ganze Weile her… Heute am 8. März, anlässlich des Internationalen Frauentags, musste ich wieder an den schönen Badeort im Norden Hollands zurückdenken und an die lustigen Kurztrips mit meinen Freundinnen dorthin. Yeah – Frauenpower war damals angesagt! Ganz in der Nähe der spannenden Metropole Amsterdam. Zwei berühmte Frauen haben den Küstenort an der Nordsee ebenfalls in der Vergangenheit aufgesucht. Im Jahre 1884 Österreichs Kaiserin Sissi und – kaum 50 Jahre nach ihr – ebenso das jüdische Mädchen Anne Frank.

Imst: Die Fasnacht mit den Buaben – eine alte Tradition

Auch wenn laut dem Düsseldorfer Pressesprecher vorgestern (an Altweiber) Pandemie bedingt „Tote Buxe“ auf dem Rathausplatz der Stadt am Rhein herrschte: Die wahren Karnevalisten tragen die fünfte Jahreszeit für ewig im Herzen – und hoffen aufs nächste Jahr. Dass sie dann wieder Altweiber das Rathaus stürmen – und in der Altstadt groß feiern. Alle vier Jahre wird übrigens auch in der gemütlichen Brunnenstadt Imst in Tirol die „Buabefasnacht“ zelebriert – einmalig im Alpenraum. Ich habe den jungen Imster Andi vor einiger Zeit in Österreich besucht. Im Mittelpunkt Zum ersten Mal in seinem Leben fühlt er sich ganz, ganz groß, lässt sich heute von vorne bis hinten von den Frauen im Hause bedienen. Andi Klingenschmid aus Imst sitzt vor dem weiß verputzten Kamin und hält seine Hände ausgestreckt nach vorne. Sie stecken in weißen, gehäkelten Handschuhen mit edel pinken Rosetten. Als ob er gleich die Nägel lackiert bekommt. Alle zupfen gleichzeitig an dem damals Zwölfjährigen herum, der sich gerade in die bestickte schwarze Lederhose und das weiße Leinenhemd mit grüner Scherpe zwängt. Mutter, Oma, die Schwestern. Andi wird erwachsen „Aua, …

Juist: So ganz ohne Auto – das erholsame Töwerland

Lang ist es her die erste Reise nach Juist, bestimmt weit über 35 Jahre her. Mit der Familie ging es mit Sack und Pack hoch in den Norden nach Norddeich – und von dort mit der Fähre auf die längste Ostfriesische Insel im niedersächsischen Wattenmeer.

Schweiz: Romantik pur in einsamen Berghütten – ideal für Wanderungen und Skitouren

Im Winter finde ich Berghütten besonders gemütlich. Meist schön abgelegen und nur zu Fuß (oder auf Skiern) zu erreichen, könnt ihr hier oft so richtig schön alleine sein. Die weiße Winterlandschaft in aller Ruhe genießen. Gerade im Moment sehnt man sich ja danach… Ich möchte euch ein paar nette Hütten in der Schweiz vorstellen. Überall gibt es natürlich auch Leckeres zu schlemmen – wie Käsefondue oder Raclette. Wer in den Berghütten übernachten möchte, am besten vorher reservieren.

Oberschönenfeld: Innere Ruhe im bayerischen Kloster

Gerade jetzt in den etwas ruhigeren Tagen nach Weihnachten, wenn sich das Jahr langsam dem Ende neigt, die ersten Winterstürme durchs Land fegen. Da komme ich langsam zur Ruhe und denke an das vergangene Jahr zurück, welche Entbehrungen es durch die Pandemie gab – und noch gibt, aber auch welche schönen Momente und Stunden es mit unseren Kindern gab. Das sehr ungewöhnliche und schwierige Jahr hat auch mir ab und an Zeit geschenkt, durchzuatmen, nachzudenken. Da dachte ich plötzlich an den Morgen Anfang Dezember 2019 in einem bayerischen Kloster zurück. Die Zisterzienserinnenabtei Oberschönenfeld in Gessertshausen – keine 20 Minuten von Augsburg entfernt. Die Nonnen dort verbreiten nicht nur bei ihren Chorgebeten eine wunderschön ruhebringende mystische Aura.

Günzburg: Geschnitzte Krippen-Raritäten in Bayerisch-Schwaben

Jetzt, wo die besinnliche Zeit begonnen hat und der heilige Nikolaus uns besucht, denke ich gern an meine Reise letztes Jahr nach Bayerisch-Schwaben zurück zum „Schwäbischen Krippenparadies“. Anlaufpunkte waren unter anderem der Landkreis Günzburg, die Dörfer Edelstetten und Wattenweiler – und natürlich noch das schön bayerische Augsburg. Traumhafte Krippen werden hier in den Dörfern von Bayern schon seit Jahrhunderten in mühevoller Heimarbeit geschnitzt und bemalt – ausgestellt in Privathäusern, Kirchen, Klöstern und Museen. Ein scharfes Messer und Lindenholz Die Ernte war längst in der Scheune, die Bauarbeiten beendet. Es wurde langsam kälter und kälter, die langen dunklen Winterabende begannen. Die Maurermeister, Tagelöhner und Holzarbeiter in dem winzigen Dorf Wattenweiler suchten Anfang des 20. Jahrhunderts eine Beschäftigung. Da nahmen sich meist gläubige Einheimische ein scharfes Messer und ein Stück trockenes Lindenholz zur Hand. Sie tauchten ein in Jesu Christus‘ Welt und schnitzten, fassten und kreierten Szenen aus der Weihnachtsgeschichte. Hohe Handwerkskunst in Wattenweiler Mit den Jahrhunderten entstanden wunderschöne Krippenlandschaften von hoher Handwerkskunst, die in dieser Dichte für ein 600-Seelen-Dorf wie Wattenweiler in Bayerisch-Schwaben einmalig ist. Ich habe 2019 die …

Holland, Noordwijk

Der November: Gedanken zu Reisen im späten Herbst und zwei Gedichte

Gestern noch der grelle Sonnenschein, heut schon schüttet es wie aus Kübeln. Die Kälte zieht langsam aber sicher ins Land, der Winter steht längst vor der Tür, so typisch ist der November. Und doch scheint der Wechsel des Wetters einem zu Corona-Zeiten ganz besonders aufs Gemüt zu schlagen. Mit Wehmut denke ich zurück an die November der letzten Jahre. Oft war ich unterwegs – sei es nun alleine oder mit der Familie: die prächtige Blumeninsel Madeira, die raue Bretagne Frankreichs, die holländische Vogelinsel Texel, das gemütliche Noordwijk, das sonnige Palma de Mallorca. Fernweh vergeht nicht – gerade bei uns Reisefedern nicht – und das Reisen wird wieder kommen. Da bin ich mir sicher. Auch wenn es noch dauert.