Familie, natürlich
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Wanderabenteuer: Ameisen anspucken im Riedingtal

Gerade haben wir 11 kühle Orte für heiße Tage vorgestellt. Hier kommt noch einer: der Naturpark Riedingtal mit seinen erfrischenden Alpenbächen und Gletscherseen. Alm folgt auf Alm und die Steigungen könnten sanfter kaum sein. Ideal für eine Wanderung mit Kindern.

Der Tauerntunnel verbindet das Salzburger Lungau mit der Außenwelt. Wenn der gesperrt ist, ist die Region von der Außenwelt abgeschnitten. Und doch – oder gerade deshalb – habe ich hier eines der für mich schönsten Täler des gesamten Alpenraums entdeckt.

Vom Schlierersee den Alpenbach entlang bis zur Orgenhiasalm führt der Wanderweg durch den Naturpark Riedingtal. Über Stock und Stein, immer begleitet vom Plätschern des Baches, vorbei kristallklaren Quellen mit leckerem Trinkwasser.

Der Weg schlängelt sich durch Waldstücke und an Seen vorbei. Die meisten von ihnen schimmern dank der Sedimente der schmelzenden Alpengletscher in leuchtendem Türkis.

Hohl klingen die Wanderschuhe auf den Holzbohlen der kleinen Brücken, die immer wieder die Gewässer überqueren. Und neben den Stegen, an sumpfigen Stellen wachsen Wollgras und andere seltene Moorpflanzen.

Jedes Mal, wenn hier ein Unwetter alles mit sich reißt, hinterlässt es am Bachlauf eine riesige Menge an Steinen. Klingt erstmal langweilig. Aber wenn ich an diese Wanderung zurückdenke, erinnere ich mich vor allem an meine drei „Männer“ (von denen einer offiziell erwachsen ist) – mit Steinen in der Hand.

Kleine, flache Steine, die sie übers Wasser springen lassen. Große Steine, die mit einem fetten Platschen alle nass machen, die sich in der Umgebung finden.

Und riesige Findlinge, die als Klettergipfel zu erklimmen sind. Und flache Steine kann man auch stapeln, nicht nur zu den normalen Steinmännchen, nein, zu hohen, filigranen Türmen, die zwar dem nächsten Windstoß nicht standhalten, aber dafür wunderhübsch anzuschauen sind.

Die Natur hat einen Abenteuerpark erschaffen. Und auch wenn meine Jungs nicht mehr zu denjenigen gehören, die bei jeder Wegbiegung meckern: Wann sind wir denn endlich da? Ich weiß sehr wohl, dass es gerade für Familien mit kleinen Kindern ein Riesenvorteil ist, dass alle Nase lang eine Alm am Wegesrand auftaucht. Da kann man die Kleinen immer schön auf den nächsten Hollerblütensaft vertrösten.

Ameisen anspucken

Und dann haben wir von Wanderführerin Sabine Bliem noch etwas gelernt: Einmal auf einen Haufen von Waldameisen spucken und danach rasch die Hand knapp über die Ameisen halten und daran riechen: Die Tiere versprühen ihre Ameisensäure zur Verteidigung gegen Eure Spucke. Wenn Ihr vorsichtig an Eurer Hand riecht, soll das angeblich die Atemwege freimachen. Auf jeden Fall ist der Geruch sehr intensiv!

Tipps und Infos:

  • Die Gehzeit von der Schliereralm zur Örgenhiasalm beträgt circa zwei Stunden.
  • Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann im Sommer an jeder Alm unterwegs in den Tälerbus einsteigen. Der fährt im Stundentakt durchs Riedingtal.

  • Probiertipp: Auf der Zaunerhütte gibt es frisch hergestellte, eiskalte Alm-Buttermilch. Megalecker! Und Hüttenwirtin Heidi ist Kräuterexpertin und stellt selbst Kräutercremes her, meine persönliche Empfehlung: ihre Wundklee-Salbe.

Diese Recherche wurde freundlich unterstützt von der Ferienregion Salzburger Lungau. Vielen Dank dafür!

3 Kommentare

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      Lieber Ewald,
      ja, das Tal ist ein familienfreundliches Wander-Abenteuer, hinter jeder Wegbiegung verändert sich die Landschaft – und trotzdem ist die Strecke leicht zu schaffen…

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