Mit einer schicken Motoryacht düsen wir unter den imposanten Brücken an der Skyline der Küstenstadt vorbei. Die bekannteste von Porto wohl die Ponte Maria Pia I aus Gustave Eiffels‘ Schmiede. Ganz aus Walzstahl, getragen von einem einzigen 640 Tonnen schweren Bogen. Am Ufer des Flusses Douro stehen knallbunte Häuschen im mittelalterlichen Fischerviertel Ribeira eng aneinander gebaut, dazwischen kleine, enge verwinkelte Gassen mit knalliger Street Art-Kunst, viele Bars und Restaurants tummeln sich und für das Pfingstwochenende wahrscheinliche typische Ströme von Urlaubern. Wir (alle 4 Wasserratten) sind ziemlich froh, endlich auf dem Fluss zu sein und nicht mehr zwischen den vielen Touristen. Viel zu viel los für uns … Trotzdem eine spannende Stadt voller Gegensätze an der Westküste von Portugal. Hier meine 11 Tipps zu Porto:
Bootstour auf dem Douro
Egal ob mit einem kleinen oder größeren Boot – eine gemütliche Fahrt auf dem Fluss, an dem Porto liegt, solltet ihr auf jeden Fall einplanen. Wir sind mit Adriano Conceicao und Leonardo unterwegs, perfekte Skipper. Vor sechs Jahren machte sich Adriano mit seinem Bruder mit der Firma Atalaia Gold selbständig. Sie kauften noch zu Corona-Zeiten fünf Motoryachten und bieten seitdem Touren auf dem Douro an, auch ganztägige Trips hoch den Fluss ins Weingebiet des Douro-Tals. Das Business läuft, vor allem natürlich, wenn das Wetter gut mitspielt. An Board servieren die Jungs leckeren portuguiesischen Schinken, Käse und lokalen Vino Verde. „Porto hat eine ziemliche Wandlung in den letzten zehn Jahren durchgemacht“, erzählt uns Adriano, „es wurde viel Geld in Restaurationen der Häuser und Fassaden gesteckt.“ Nicht immer ganz easy, da viele unter Denkmalschutz stehen. Für unser Dinner abends geben die zwei uns noch einen guten Tipp mit: das Enoteca 1756 auf der anderen Uferseite, dem Viertel Vila Nova de Gaia. Traditionelle (eher teure) Küche, mit viel Sushi, tollen Steaks und einer sehr umfangreichen Weinkarte. Hier lassen es sich auch Portugiesen gut gehen.

Trip mit der historischen Eléctrico
Auch wenn fast nur Urlauber mit ihr fahren, für unsere Jungs war es ein Riesenspaß: Die historische Tram (ursprünglich aus dem Jahr 1895) fährt knatternd und quietschend mit ihren zwei Linien alle halbe Stunde von der Altstadt Ribeira bis in die nahen Küstenorte wie Foz do Douro und zurück. Mitten durch die Terrassen der Lokale durch. Oft steht ein Auto quer auf den alten Schienen. Übrigens echt schön der Ort Foz: schön ruhig, kleine, urige Lokale, ein hübscher Park mit Palmen zum Relaxen oder Fußball kicken. Ein guter Tipp: Direkt nahe der Endstation der Bahn in Foz könnt ihr richtig gut portugiesische Hausmannskost essen – in der kleinen Tapasbar „Casa de Pasto da Palmeira„. Am besten das Hühnchen oder Tartar probieren!

Nachmittags in der Strandbar Praia da Luz
Und wenn ihr nach der Tour mit der knatternden Straßenbahn eine kleine Verschnaufpause machen wollt: bleibt einfach in Foz. Keine zehn Minuten Fußweg entfernt von der Endstation liegt der Praia da Luz. Eine ruhige Strandbucht mit Felsen und einer gemütlichen Strandbar. Super zum Entspannen, Schwimmen, Muscheln suchen – und natürlich ein Glas leckeren Vino oder Aperol Spritz trinken.


Schlendern durch die Nebenstraßen Portos
Am nächsten Tag könnt ihr es ebenfalls mal etwas ruhiger angehen lassen – und durch die Nebenstraßen der Altstadt von Portos schlendern, am besten früh morgens. Hier ist es schon gleich meist ruhiger, oder ihr entdeckt plötzlich einen kleinen Flohmarkt (etwa den im Viertel Cedofeita mit viel Schmuck und Lederwaren) oder ein nettes Café („Nicolau“, Ecke Rua da Conceicao) und stoppt dort für einen Café plus Pasteis de Nata (Blätterteig-Teilchen mit Pudding) oder Yoghurt mit hausgemachtem Granola, letztere sehr lecker!). 

Seeigel, Austern und Jakobsmuscheln zum Probieren
Auch wenn sich hier viele Touristen tummeln: Um regionale Meeresfrüchte zu probieren, lohnt es sich allemale. Ein netter noch immer ein Hauch traditioneller Markt, der Mercado do Bolhao an der Rue Sá de Bandeira. 2022 wurde die Halle saniert, jetzt etwas steril, aber ihr könnt viel probieren. Also ein guter Tipp. In der Nähe, im Viertel Bolhao, gibt es auch noch ein paar historische Läden, um Stockfisch, Gewürze, Schinken und Käse für zuhause zu kaufen.
Flohmarkt und coole Klänge im Mercado Ferreira Borges
Ein anderer hipper Markt ist wieder eher Richtung Hafenviertel: der Mercado Ferreira Borges. Ende des 19. Jahrhunderts eröffnete der Markt, um den unhygienischen Fischhandel am Flussufer zu beenden. Doch die Fischhändlerinnen wollten nicht weg vom Douro, ebenso wenig ihre Kunden. So zog ein Großmarkt in die große rote Halle. Heutzutage bietet der Hard Club hier viele Musik-Events, Bio- oder Flohmärkte.


Tipp zum Übernachten in Porto:
-Für Reisen mit Kindern würde ich auf jeden Fall ein Apartment in Porto empfehlen: Zum Beispiel das Oporto Diamond Luxe & Terrasse, super gelegen in der Altstadt, fußläufig, sehr nette Lokale, Märkte, kleine Shops – die Wohnung hat einen kleinen Garten plus Outdoor-Dusche!
Wer noch mehr zu Portugal bei uns lesen möchte, lest mal rein in Tipps zur Westküste oder Alentejo, Lissabon und der Stockfisch.

