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Imst: Buabefasnacht – Buben vertreiben die bösen Geister

Zum ersten Mal in seinem Leben fühlt er sich ganz, ganz groß, lässt sich heute von vorne bis hinten von den Frauen im Hause bedienen. Andi Klingenschmid sitzt vor dem weiß verputzten Kamin und hält seine Hände, die in weißen, gehäkelten Handschuhen mit edelpinken Rosetten stecken, ausgestreckt nach vorne. Als ob er gleich die Nägel lackiert bekommt. Ein langer Blick in die Runde, die Aufmerksamkeit genießen. Alle zupfen gleichzeitig an dem damals Zwölfjährigen herum, der sich gerade in die bestickte schwarze Lederhose und das weiße Leinenhemd mit grüner Scherpe zwängt. Mutter, Oma, die Schwestern. Alle vier Jahre wird im Tiroler Imst die „Buabefasnacht“ zelebriert – einmalig im Alpenraum. Ich habe Andi vor einiger Zeit besucht.

Wer schon an Karneval denkt, schließlich hat die jecke Zeit heute, am 11.11., begonnen, sollte Imst miteinplanen und sich schon einmal das „Schemenlaufen“ der Erwachsenen (siehe Kasten weiter unten) in der Tiroler Stadt anschauen! Ebenfalls eine alte Tradition, die noch sehr gelebt wird, einfach schön.

„Aua, du stichst mir in die Wade.“ Andi wirft der Großmutter, die zu seinen Füßen hockt, einen bösen Blick zu. Die Frauen nähen rosa Satinbänder an die Kniebundhose und die weißen Strümpfe an, befestigen die Handschuhe an den Hemdsärmeln. Heute darf nichts verrutschen – alles muss perfekt sein. Denn Andi wird erwachsen, er tritt ein in die langersehnte Welt der Männer im österreichischen Imst.

Eine große Ehre

Der Sechstklässler, der sonst im Tiroler Oberland die Skipisten runtersaust, darf „in die Fasnacht gehen“ – mit einem ganz besonderen Gewand. Eine große Ehre. Eine Tradition seit 1938, als ungeduldige Imster Buben eine wilde „Fasnacht“ organisierten: die Maske vom Vater geliehen, den Rock vom Onkel, Schellen vom Dachboden. Alle vier Jahre wird nun die „Buabefasnacht“ abgehalten, ausschließlich Knaben im Alter von sechs bis 16 Jahren dürfen mitmachen bei dem siebenstündigen Spektakel. Die nächste wird 2022 stattfinden.  Sie gleicht dem berühmten „Schemenlaufen“ der Erwachsenen – seit 2010 immaterielles Unesco-Weltkulturerbe, am 9. Februar 2020 ist es wieder soweit in Imst.

Alle Maskenfiguren sind vertreten. Der Ablauf, der Umzugsweg ist der gleiche, nur die Zahl der Umzugswagen ist auf die der Hexen und der Bären beschränkt – während es bei den Erwachsenen noch andere Figuren gibt. Der Triumph des Frühlings über den Winter wird bei beiden zelebriert.

 

„Ich hab’ zu Gott gebetet, dass ich nach zwei Mädchen noch einen Sohn bekomme.“ Daniela Klingenschmid schaut ihren Andi mit wässrig-verliebten Augen an und bindet ihm die rosa Schleife am Hemdsärmel gerade. Doch ihr Bub geht nicht etwa als Bayer, er ist Scheller.

Noch im Wohnzimmer legen ihm die Männer des Hauses den Schellriemen mit den 35 Kilo schweren „Klöpfen“ – handgeschmiedete, eckige Kuhglocken – um Hüfte und Bauch. Andi geht ein paar Schritte vorwärts, schwingt sie gekonnt rhythmisch mit dem Becken und Schultern hin und her – das „Gschallen“. Lautes, dunkles Glockenschlagen, Klackern. Das Gewicht hört man. Als ob 20 Kühe die Alm hochtraben.

„Jetzt seid ihr wohl doch ruhig geworden“, sagt er in die Runde Erwachsener. Der Junge grinst übers ganze Gesicht. Schon sein Vater war Scheller in der Fasnacht, verkörperte den Winter mit einer alten Larvenmaske. Man kauft sie nicht bei den traditionsbewussten Larvenschnitzern im Ort, man leiht sie von ihnen. „Blut und Schweiß des Vorgängers muss man in der Maske riechen, fühlen können“, erklärt mir Andis Mutter den Brauch. Das rund 70 Zentimeter hohe Kopfgestell – der Aufputz – aus Büscheln von farbigen Pfeifenputzern, seidenen, goldenen Röschen, weißen Perlen und in der Mitte ein großer Spiegel hat sie in stundenlanger Feinstarbeit angefertigt.

„Der Spiegel vertreibt böse Geister“, weiß der Sohn. Jetzt wird’s ernst. Zehn Uhr morgens. Er legt die kunstvoll bemalte Holzmaske mitsamt Aufputz an. Schwungvoll zieht sich der Schnurrbart in die Breite, der Bub wirkt mit den buschigen Au- genbrauen, den vielen Falten plötzlich seriös, maskulin – ja fast erwachsen. Würdig, nun die alte Familientradition der Scheller weiterzuführen. Es geht los, zum „Aufzug“ quer durch die Altstadt von Imst mit all den anderen Figuren: Bauchnabelgroße Hexenmusikanten, Bären, etwas verloren wirkende Vogelhändler mit Holzkäfigen und Stoffkanarienvögeln auf dem Rücken, Kaminer, die an Häuserwänden lebensmutig emporklettern. Imst ist mit 3000 Kletterrouten ein El Dorado für Bergfreunde und bietet zudem familienfreundliche Skigebiete direkt vor der Haustür.

Den Eltern geht das Herz auf

An Andis Seite ist Freund David Grüner, der mit seiner zierlichen, eher fast weiblichen Erscheinung einen hervorragenden Roller abgibt. Ebenfalls in Lederhose, aber Spitzenschleier auf dem Haupt und Rollenschellen um den Bauch, trägt der Zwölfjährige eine lieblich-glatte, rotlipprige Larve mit Aufputz. Roller und Scheller – zentrale Gestalten des Schauspiels bei der „Buabefasnacht“. Am nächsten Brunnen prä- sentieren die beiden ihren monatelang geprobten „Gangl“: David als jugendlicher Roller tänzelt dem machtdemonstrierenden Scheller elegant voraus und springt mit aller Kraft immer wieder in die Höhe, während der „alte“ Andi mit seinen Glocken ordentlich läutet. Ein Tanzspiel, das die Erwachsenen nicht besser machen. Es durchzieht das gesamte Fasnachtsspektakel.

Der Fasnachtsmarsch beginnt

Um Punkt zwölf, wenn die große Glocke der Pfarrkirche dreimal geläutet hat, beginnt der eigentliche Umzug. „Larven auf!“ heißt’s. Die Stadtmusiker spielen den „Fas- nachtsmarsch“ – und all den Müttern, Vätern und Großeltern geht das Herz auf, wenn 300 junge Fasnachtler einzeln unter dem großen Kirchenturm aufziehen. Das grob-sanfte Ordnungspersonal aus Wifligsacknern – wild gewordenen, hässlichen Bäuerinnen mit ausgestopften BHs und um sich schwenkenden Säcken – und barocken Spritzern mit Wasserpumpen ebnet den Rollern und Schellern den Weg durch die Menschenmasse am Wegesrand, formt einen großen Kreis für sie.

Andi und David suchen als erstes Andis Mutter in der Menge, holen sie in den Kreis und präsentieren ihr ein „Ehrengangl“, stolz entrichtet diese ein Obolus – sie wird „eingeführt“, wieder ist die Rede von der großen Ehre. Doch Eltern und Betreuer sind immer in der Nähe während des Umzugs, ein „Gangl“ nach dem anderen folgt.

Hochleistungssport – Durchhalten ist angesagt

Doch aufgeben? Plötzlich taucht Andis Vater im Kreis auf, mit einem Strohhalm und einer Wasserflasche bewaffnet sucht er die beiden Jungs, schiebt den Strohhalm zwischen die Lippen ihrer Larven, gierig saugen die zwei die Erfrischung in sich auf. Ein aufmunterndes Tätscheln auf den Rücken. Aufgeben ist ein Fremdwort für fast alle Aktiven – die Larven abzunehmen ebenso. Selbst die Hexenmusikanten, viele gerade erst sechs geworden, halten durch bis zum bitteren Ende. Als Scheller Andi am Schluss seine gehäkelten Handschuhe auszieht, blickt er überglücklich in die Augen seiner Mutter: „Und jetzt will ich ein dickes Schnitzel.“

Wer gern noch eine andere Geschichte von uns zu Österreich lesen würde, hier ein leckeres Rezept aus dem Tiroler Stanglwirt. Unterstützt bei der Reise hat mich damals Österreich Werbung und Imst.

 

Imster „Schemenlaufen“

Das Imster „Schemenlaufen“ ist ein Fasnachtsbrauch. Es findet alle vier Jahre statt (am 9. Februar 2020 das nächste Mal), meist am Sonntag vor dem „Unsinnigen Donnerstag“ (dem letzten Donnerstag vor Fasnacht). Es dauert von früh morgens bis genau 18 Uhr. Der Tradition zufolge dürfen nur Männer teilnehmen. Sie verkörpern die männlichen und auch die weiblichen Figuren. Die Partnerinnen der Teilnehmer sind für die Gewänder zuständig. Das „Schemenlaufen“ gehört zum Immateriellen Welterbe der UNESCO.

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An Tag zwei versuchen wir unser Glück am anderen Ende des Jadebusens, nordöstlich davon an der Wurster Nordseeküste – auf dem Deich mit einem Nationalpark-Ranger. Ob das hilft…?

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Drei Tage Nordsee: Alle Zugvögel sind schon da!!?

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