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Islands Schwur für die Natur – Icelandic Pledge

Waren es die Vulkanausbrüche, der Eyjafjallajökull? Etwa der WM-Erfolg des Fußballzwergs? Oder Musiker wie Björk, die die kleine Nordmeer-Insel auf die Landkarte der Tourismus-Welt rückten? Jedenfalls explodieren seit einigen Jahren die Besucherzahlen auf Island. Und leider sind, man  muss es so sagen, immer auch gedankenlose Idioten dabei: Trampeln empfindliche Pflanzen und Moose nieder, behandeln die Einwohner als putzige Statisten oder müssen gerettet werden, bevor sie im Vulkan oder im Gletschereis sterben. Wer genau so NICHT reisen will, kann darauf einen Eid leisten: den „Isländischen Schwur“. Er macht noch einmal Weiterlesen

Texel: Von verwegenen Krabbenfischern

Lässig steht er vor seinem frisch angestrichenen Kahn, der „TX Emmie“, dreht sich eine Zigarette und grinst frech: „Na, willst’ auch mit uns raus?“ Der verwegene Texelaner mit Strickmütze und greller Fischerkluft, dass es einem in den Augen weh tut, sieht aus wie der Inbegriff eines Seemanns. Ich besuche Roland Hoijberg, er ist Krabbenfischer auf der holländischen Insel Texel.

Tiefe Narben und Falten ziehen sich durch sein braun gebranntes Gesicht. Graublonder Dreitagebart, eine kleine goldene Kreole im Ohrläppchen. Ein Kauz, der eigentlich lieber für sich ist. Seit über 30 Jahren arbeitet Roland Hoijberg auf der rauen, unbarmherzigen Nordsee, kennt dort jede Tücke. Doch jetzt nimmt er im Sommer Touristen mit raus aufs Wattenmeer – zum Krabbenfischen.  Krabbenfischer, Holland, Texel

Er muss. Die Fischerei ist auch auf Texel weniger geworden, noch rund 25 Berufsfischer gibt es hier. Wir tuckern langsam an der Küste der größten westfriesischen Insel entlang. Salzig-frische Nordseeluft weht um die Nase, Möwen kreisen ums Boot und hoffen auf Fischreste. In der Ferne liegen Seehunde auf den Sandbänken und faulenzen.

Mit riesigen Netzen holt Roland die Garnelen aus dem Wattenmeer und kocht sie noch frisch an Bord des Kutters – in einem uralten Ofen. Viele Kinder drängeln sich um ihn, aber der 53-Jährige lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und erklärt gelassen das Pulen: „Erst zusammendrücken, dann geht’s ganz leicht, einfach Kopf und Schwanz abziehen.“Krabbenfischer, Holland, Texel Krabbenfischer, Holland, Texel

Zurück im urigen Hafen Oudeschild geht’s aufs alte Hollandrad und quer über die nordniederländische Insel. Sie überzeugt durch 30 Kilometer lange und sehr breite Strände mit grüngelben Dünen. Weit und breit sind kaum Menschen zu sehen, nur Dutzende Schafe, die langsam über die Deiche ziehen und grasen.Krabbenfischer, Holland, Texel Krabbenfischer, Holland, TexelRuhe, Frieden, Massentourismus kennt man hier (noch) nicht. Vorbei geht’s an Windmühlen, Wiesen, Feldern, historischen Schafscheunen, dazwischen immer wieder Polder – riesige knallgrüne Marschlandgebiete – und blühende Heide. Viel Ursprünglichkeit und herber Charme, auch bei den gastfreundlichen Bewohnern.

Die Pressereise wurde unterstützt von VV Texel und der Agentur forvision.

Wie kommt ihr hin: Mit der Bahn bis Den Helder, weiter mit der Fähre Teso nach Texel.

Infos bekommt ihr über: Niederländisches Büro für Tourismus & Convention
oder VV Texel. Die Krabbenfischer stehen mit ihren Kuttern direkt im Hafen Oudeschild, einfach vor Ort eine Fahrkarte kaufen, auch für Kinder ein Heidenspaß!

Wer noch mehr zu Holland bei uns lesen möchte, hier gibt’s eine Story zu Austern.

Cabo de Gata-Níjar: Geheimtipp im Südosten Andalusiens

Spektakulär ist diese dreißig Kilometer lange Steilküste: Wild, felsig, und mit versteckten Badebuchten. Traumstrände! Sandig und naturbelassen.

Schon erstaunlich, nicht? Ist doch die spanische Mittelmeerküste ziemlich zugebaut. Aber ein kleines Stück Natur in der Provinz Almería hält die Stellung. Eingeklemmt zwischen Hotelanlagen und Apartmentsiedlungen der Costas zwischen Málaga und Alicante. Weiterlesen

Die Frau von Stavoren

Ein paar Tage im niederländischen Stavoren Ende März sind vom Wetter her, sagen wir mal, noch etwas erfrischend. Aber wenn in Friesland der Wind ums Ferienhaus weht, macht man es sich eben drinnen gemütlich.

Die Frau von Stavoren am Hafen

Wind, Wolken? Das war gestern. Heute startet der Tag mit strahlendem Sonneschein. Ich stehe mit einem Milchkaffee auf dem Balkon des Ferienhauses in Stavoren. Zehn Meter vor mir gluckst das IJsselmeer ans Ufer. Kaum zu glauben, dass sich hier früher die flache, grüne Landschaft einfach fortsetzte. Also vor den großen Sturmfluten und dem Bau des Abschlussdeichs vor der damaligen Meeresbucht Zuidersee, der das heutige IJsselmeer zur Nordsee hin abgrenzt. Der seit 1932 dafür gesorgt hat, dass der große Süßwasser-Binnensee überhaupt erst entstanden ist.

Die Sage von der Frau von Stavoren

Lange vor dieser Zeit war das heutige Küstenörtchen Stavoren die reichste und mächtigste Stadt des Landes. Die älteste ist sie außerdem, sie entstand bereits um das Jahr 900. Die friesischen Könige residierten hier, und die Bewohner waren geschickte und erfolgreiche Kauf- und Seeleute. Vor allem der Getreidehandel blühte. Heute ist Stavoren noch ein hübsches, aber nicht mehr außergewöhnlich prächtiges Städtchen, das vor allem vom Tourismus und vom Wassersport lebt. Um den Niedergang der Pracht rankt sich eine Sage:

Eine reiche Kaufmannswitwe beauftragte den Kapitän eines ihrer Schiffe, ihr das Kostbarste mitzubringen, das er unterwegs entdecken konnte. Der Kapitän entschied sich für eine Ladung des bestens Weizens, den er je gesehen hatte. Der Kaufmannswitwe gefiel das gar nicht, sie war vielmehr außer sich vor Wut, als das Schiff heimkehrte, und wies die Mannschaft an, den Weizen über Bord zu werfen. Das sah ein alter Mann, der ausrief, sie möge für ihren Hochmut bestraft werden und bettelarm werden.

Daraufhin schleuderte die Frau einen goldenen Fingerring hinterher und spottete, erst wenn jemand den Ring wieder aus dem Wasser hole, werde das passieren. Das Unwahrscheinliche trat bald darauf tatsächlich ein: Eine Küchenmagd entdeckte den Ring im Inneren eines Fisches. Einige Tage später erhielt die Kaufmannswitwe die Nachricht, dass ihre gesamte Flotte untergegangen sei. Sie landete am Bettelstab – sinnbildlich für die Stadt, mit der es zu der Zeit ebenfalls wirtschaftlich bergab gibt. Dort, wo die wertvolle Ladung über Bord gegangen war, bildete sich der Sage nach übrigens eine Sandbank namens Vrouwezand. Und die gibt es bis heute.

Wohnen in erster Reihe zum IJsselmeer

Entspannter Ferienhausurlaub am Ijsselmeer

Heute steht ein Standbild der hochmütigen Frau am Ende von Stavorens Hafen an der weißen Klappbrücke. Im Hafen haben ein paar der hier typischen Plattbodenschiffe festgemacht. Gerade wartet eine Schulklasse aufgeregt darauf, an Bord gehen zu dürfen, die Kinder rennen auf dem Kai entlang und spielen fangen. An den Grachten dahinter stehen hübsche kleine Backsteinhäuschen, bei denen man, typisch Holland, wahlweise in die gute Stube gucken oder ausgefallene Fensterdeko bewundern kann. Im Fischerhafen trocknen Netze. Wenn ich aus dem Haus trete, liegt gleich links der Hafen, rechts erstreckt sich das Ufer des IJsselmeers. Auf dem Deich oder daran entlang lässt es sich kilometerweit laufen, Fernblick garantiert – Steigungen hingegen garantiert ausgeschlossen (bis auf den Deich 😉 …

Ausflüge nach Sneek, Harlingen und Leeuwarden

Das kleine Stavoren mit seinen nichtmal tausend Bewohnern gefällt mir. Es ist ein angenehm unaufgeregter Ort, um Urlaub zu machen oder sich ein paar Tage Auszeit vom Alltag zu nehmen. Im Hotels wohnt man hier am äußersten Zipfel Frieslands allerdings kaum – die Gäste kommen traditionell mit Yacht oder Hausboot auf dem Wasserweg oder mit dem Zug oder Auto und wohnen im Ferienhaus. So wie ich. Ich verbringe nicht gern viel Zeit in Hotelzimmern. Das Ferienhaus am Meer in Leuchtturmform ist die Basis für Ausflüge in die Umgebung, etwa nach Sneek, Harlingen oder die aktuelle Europäische Kulturhauptstadt Leeuwarden.

Für mich die perfekte Mischung: tagsüber unterwegs sein, abends fast wie zuhause fühlen. Wenn dann wie gestern Abend der Regen auf den Wintergarten pladdert, einfach eine Kanne kochen, die Beine auf dem Sofa hochlegen und die Leuchtsignale der Schiffe draußen auf dem Wasser zählen. Wahlweise auch ein paar Seiten lesen. Und am nächsten Morgen dann ausgeschlafen das nächsten Ziel in Friesland ansteuern. Leeuwarden steht ganz oben auf meiner Liste – ich bin gespannt, was die Europäische Kulturhauptstadt 2018 so früh im Jahr schon zu bieten hat. Mehr zu meinem Ausflug dorthin gibt’s hier dann in Kürze zu lesen.

Meine Reise nach Friesland wurde vom Ferienhausanbieter Novasol unterstützt, der das Haus kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Wer auch am Wasser wohnen will: Das Leuchtturmhaus findet Ihr hier.

Eine andere Geschichte von Sandra zur Hummersaison in Holland gibt es hier. Eine kulinarische Reise nach Amsterdam hier.

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Bei Zotter: Sepp und die Schokoladenfabrik

Osterzeit ist Schokoladenzeit. Denkt Ihr dabei automatisch an Hanf-, Fisch- oder Mehlwurm-Schokolade? Wohl nicht. Ich denke, Gott, wie lecker! Zumindest seit meinem Besuch in der Steiermark. Ich habe Zotters Schokoladenmanufaktur geliebt, wirklich… Der Chocolatier ist nicht nur für seine ungewöhnlichen Kreationen bekannt. Sondern auch dafür, dass ihm die Menschen am Herzen liegen, die die Rohstoffe dafür produzieren. Fair Trade, Bio und Genuss – das ist bei ihm kein Gegensatz, das läuft Hand in Hand.  Weiterlesen

Maine

Maine: Das Land der Hummer

Maine – das Land der Hummer. Die leckeren Krustentiere werden im Norden der Ostküste Amerikas noch immer en masse gefangen. Allein 2015 waren über 53 Millionen Lobster in den Netzen der Hummerfischer in Maine. Und nicht jeder darf fischen: „Die Angel-Lizenzen werden in den Familien weitergereicht, von Generation zu Generation. Eine große Ehre“, erklärt San Patrozello, Tourguide im Acadia National Park.  Weiterlesen

Die typische Wiener Straßenbahn lässt sich bestens zur Rundfahrt nutzen

11 Tipps für… das etwas andere Wien

Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt – behauptet die so genannte „Mercer-Studie„, die jedes Jahr die Lebensqualität in 231 Metropolen vergleicht. Und da landet die Kaiserstadt schon zum neunten Mal in Folge vorne! Na ja, über Studien (und ihre Hintergründe?) kann man viel diskutieren… Mehr dazu und zu den anderen Top Ten weiter unten.

Aber was für ein Anlass, unsere Wien-Tipps mal wieder nach vorne zu holen?! Und bei uns nicht die klassischen Touristenziele – Hofreitschule, Prater und Opernball, Klassik, Kaffeehaus und Fiakerfahrt. Sondern die unbekannteren Seiten, schräge Ecken  und vielleicht der ein oder andere Geheimtipp… Weiterlesen