Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kulinarik in der Normandie

Normandie: Das Festival der Muscheln in Granville

Pünktlich jeden Mittag liegen alle kleinen Motorboote und Segler auf der Seite, also auf dem Trockenen, in dem normannischen Hafen. Wieder mal Ebbe. Eine steife Brise weht mir um die Nase, Salz liegt in der Luft. Direkt vor mir werden große, fleischige Austern mit dem scharfen Messer aufgebrochen. Hier in der Bucht von Granville-Chausey findet der größte Gezeitenwechsel Europas statt. Ein Leben im Rhythmus der Gezeiten. Die Fischerboote bringen hier jedes Jahr rund 9000 Tonnen Muscheln – und machen Granville damit zum größten Muschelhafen von Frankreich. Jeden Oktober feiert deshalb der gemütliche Fischerort auf der spektakulären Klippe das Festival „Toute la mer sur un plateau“ zwei Tage lang in der halle à Marée, (Fischversteigerungshalle) des Hafens. Für Liebhaber von Muscheln, Hummern und sonstigen Meeresfrüchten ein Paradies. Ich konnte es kürzlich miterleben.

Normandie im Herbst: Die Kunst der Austernpilze mitten im alten Steinbruch

Als ob es die kostbarsten Edelsteine wären, so vorsichtig nimmt Olivier die kleinen und großen Champignons langsam aus der Erde und bricht ganz vorsichtig die Stengel ab. In aller Seelenruhe mit einem sanften Lächeln auf den Lippen. Ich verstehe die Leidenschaft des Pilzzüchters, einer der letzten Champignon-Züchter in der Normandie. Im Herzen der Terre d’Auge, in der Calvados-Region, liegt in dem Städtchen Orbec versteckt hinter kleinen Gärten ein alter Steinbruch mit viel Geschichte: Hier gedeihen weiß-graue Champignons de Paris, die Kunstwerke von Austernpilzen und japanische Shiitaké im feucht-warmen Dunkeln auf rund 9000 Quadratmetern unter der Erde. Ich besuche Olivier Perrel, um die wahre Kunst der normannischen Champignonzucht näher kennen zu lernen.