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Schottland: Von haarigen Rindern und viel Gemütlichkeit auf Arran

Jetzt in der Nebensaison ist kaum etwas los auf der kleinen Insel Arran im Firth of Clyde an der Westküste von Schottland. Aber genau das macht den Reiz aus, die Ruhe und Stille am Strand. Bei Ebbe, wenn nur das einsame Schwanenpaar seine Runden dreht in der Bucht von Whiting Bay. Genau, das bringt uns alle runter. Vom Stress in den letzten Tagen. In Ruhe über die Insel von Dörfchen zu Dörfchen gemütlich tuckern, ewig wandern am Strand, in den Hügeln, danach einen Tee trinken im Pub  … oder einen Bauern besuchen. Meine besten Tipps, was ihr trotzdem Schönes unternehmen könnt auf Arran. Nicht umsonst wird die hübsche Insel „Schottland in Minatur“ genannt.

Haarige Rinder bei Maol Fold treffen

So ein Treffen könnt ihr wirklich nicht oft in Schottland erleben, deshalb nehme ich es Bauer Andrew auch gar nicht so übel, dass er uns 20 Pfund pro Person dafür abnimmt. Andrew Prentice erzählt mir, dass er zehn Galloway-Rinder auf seiner angemieteten Farm Mail Fold in Machrie an der Westküste Arrans unterhält. Die Rinderdamen und ihre süßen Jungen, Morike 1-3, dürfen wir streicheln und striegeln, den starken Bullen Charlie besser nicht.  Unsere Jungs sind hin und weg von den „hairy coos“, die geniale Frisuren haben, kaum etwas sehen vor lauter Fell im Gesicht, aber stolz wie Oskar sind und gerne mit Ihnen auf der Weide spielen. Auf die Geschäftsidee, Urlauber zu sich einzuladen, ist der nette Bauer gerade erst gekommen. „Ach und meine Rinder sind einfach nur lieb“, schwärmt er und man merkt schnell, dass Andrew seine gewaltigen „hairy coos“ so sehr schätzt wie viele ihre kleinsten Schosshunde. Wer Lust hat, ihn und seine Rinder zu besuchen, kann ihn per email (maolfold@gmail.com) oder über Facebook (Maol Fold) kontaktieren.

Wanderung an die Landspitze Kings Cross Point

Bei der 90minütigen Wanderung ist es wirklich eiskalt, aber auch klasse windig. Wir fliegen fast weg an der spektakulären Landspitze Kings Cross Point, aber spitze der Blick auf die gegenüberliegende Holy Isle. Mönch Saint Molaise lebte hier einst in einer Höhle im sechsten Jahrhundert, mittlerweile unterhalten schottische Buddhisten auf der drei Kilometer langen Miniinsel ein Kloster und ein Zentrum für Weltfrieden und Gesundheit für Retreats, zum Beispiel Yoga und Meditation (von April bis Oktober). Irgendwo müssen auf dem Wanderweg auch noch Reste einer Festung aus der Eisenzeit versteckt sein, nur die haben wir leider auf unserer Wanderung nicht gefunden. Sohnemann Samu ist etwas enttäuscht darüber: Er hat das Iron Age gerade in der Schule durchgenommen, aber die leckeren Fish and Chips im Drift Inn im Fischerdorf Lamlash muntern ihn auf. Ich finde den Camembert, den die einzige Käserei auf der Insel, Tigheanfraoch Farm, selbst herstellt, besonders schmackhaft. Auch der Cheddar ist super! Ihr bekommt ihn übrigens im Arran’s Cheese Shop in Brodick, der kleinen Stadt, wo eine der zwei Fähren anlegt.

 

 

 

Classical G & T  am Strand von Brodick

Eine Beachbar, die auch im tiefsten Winter geöffnet hat, wie genial ist das denn? Die Cladach Beach House liegt auf dem Weg hoch in den Norden der Insel, gegenüber von Winefort, ungefähr 20 Minuten zu Fuß von Brodick (auch per Bus erreichbar). Drink and driving solltet ihr auf keinen Fall in Schottland praktizieren, die Kellner machen uns mehrmals drauf aufmerksam, dass die Schotten 0,0 Promille haben. Also besser per Bus oder zu Fuß – oder wenn ihr Glück habt, eins der zwei Taxis auf der Insel nehmen. Die Beach Bar hat dennoch tolle Cocktails (leckere Kreationen mit dem Gin der Insel …) und verschiedenste Biersorten. Drinnen wird’s kuschelig am Kaminofen, aber auch draußen am kleinen Strand könnt ihr gemütlich an Holzbänken sitzen und die Sonne über Arran untergehen sehen. Einfach unbeschreiblich!

Wanderung zu den Glenashdale Falls

Diese zweistündige Wanderung führt euch zu einem der schönsten Wasserfälle der Insel: Glenashdale Falls. Gestartet sind wir in Whiting Bay, ein kleines Küstendörfchen mit einem genialen Strand und urigen Pubs (z.B. „The Shore“ oder „The Shurig“) für das Bierchen nach dem Strandspaziergang.  Auch Toll: einen Kaffee trinken und Croissants essen im gemütlichen Deli-Laden „The Bay Kitchen“ direkt an der Küstenstraße. Die Wanderroute führt hoch in die Berge, durch Wälder, an Flüssen vorbei. Sie macht auch unseren Jungs Spaß: Sie sind richtig stolz, als sie endlich den Wasserfall entdeckt haben.

The Douglas mit Blick auf Goatfell und Livemusik

Wer abends einmal Essen gehen möchte: Ok, zur Winterzeit ist nicht alles geöffnet auf der „Foodie Island“ Arran, aber ein paar Pubs und Hotelrestaurants könnt ihr schon besuchen. Sehr nett ist etwa das The Douglas Hotel, mit genialen Steaks, Seafood und auch das Pub des ursprünglich 1782 gebauten Hotels (einst Wohnsitz des Duke of Hamilton)  – mit spektakulärem Ausblick auf die Bucht von Brodick (inklusive Castle und dem höchsten Berg von Arran – dem Goatfell) ist sehr gemütlich und bietet auch im Winter schottische Livemusik an den Wochenenden. Der Goatfell ist übrigens empfehlenswert für eine anspruchsvollere Wandertour – vier bis fünf Stunden dauert der Trip hoch zum Gipfel. Aber der Blick entschädigt, ganz Arran von oben, das lohnt sich!!! Und falls eure Kinder einmal eigene Pizzabäcker sein möchten: Dann geht für ein Dinner ins Lamlash Bay Hotel im gleichnamigen Ort, nur zehn Minuten von Brodick entfernt. Gutes Essen, supernettes Pub mit Gitarrenspieler und gemütlicher Bar-Atmosphäre in Ohrensesseln!

 

Wenn ihr noch mehr bei uns zu Schottland lesen möchtet, dann schaut mal in die Haggis-Story in Glasgow oder in die Story zu den Highlands.

Übernachten:

Das Auchrannie Resort ist sehr gemütlich, mit Kaminzimmern, Spielscheune für die Kinder, Pool und Spa – und zwei sehr guten Restaurants.

Hinkommen:

Eurowings fliegt Edinburgh direkt an von Düsseldorf. Dann etwa mit dem Mietwagen weiter über Glasgow an die Küste. In Orten wie Ardrossan fahren Fähren (Caledonian Mac Brayne) mehrmals täglich rüber auf die Insel Arran. Oder die nachhaltigere Alternative: Ihr fahrt mit der Autofähre (z.B. DFDS) ab Amsterdam nach Newcastle und dann weiter nach Arran.

2 Kommentare

  1. Arran ist eine meiner schottischen Lieblingsinseln! Im Winter kenne ich sie allerdings nicht. War Brodick Castle zu? Das empfehle ich sonst sehr, vor allem mit Kindern den grandiosen Abenteuerspielplatz dort. Und eine Wanderung durchs Machrie Moor zu den vielen Steinkreisen ist auch sehr empfehlenswert.
    Man muss übrigens nicht zwingend fliegen, um Schottland zu erreichen. Wir sind sehr glücklich mit der Fähre von Amsterdam nach Newcastle. So haben wir dann unser eigenes Auto mitsamt Gepäck dabei.

    • Hallo Lena, danke für deinen Kommentar, ja Brodick Castle war leider noch zu. Aber der Spielplatz und vor allem der historische Park waren klasse! Und durchs Moor sind wir mit den Kids auch gewandert, sehr schön! Klar mit Fähre und Auto gehts auch, wenn auch die Reise länger ist. Aber wenn man Zeit hat, geht das natürlich. Was eine schöne Insel, aber Schottland ist eh klasse, finden wir! Lg Sandra

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