Sich an einem der dunkelsten und trübsten Tage des Jahres plötzlich in strahlender Sonne oberhalb der Wolkendecke wiederzufinden, ist unwirklich schön.
Sollen wir wirklich los? Es wird gar nicht hell an diesem Winterag. Die Sonne bleibt hinter dickem Nebel verborgen. Trotzdem machen wir uns auf den Weg in den niedersächsischen Ith, denn später soll laut Wetterprognose auch mal die Sonne durchkommen. Und überhaupt – Schönwetterwandern kann ja jeder…
Wir starten in Salzhemmendorf. Von der Kirche aus immer bergauf, bald ist der Waldrand erreicht. Im Wald strecken sich die kahlen Buchenstämme in den Himmel. Oder vielmehr in den Nebel. Innerlich höre ich Musik, „All the leaves are brown, and the sky is gray…“

Felsen im Nebel
Doch bald wird es heller. Die Sonne zeigt sich ein wenig oben zwischen den Baumstämmen. Immer weiter geht es auf dem Ith-Hils-Weg bergauf, dann erreichen wir ein Plateau. Letzte Wolken hüllen zwei große Felsen ein. Gegenüber wächst ein kleines Birkenwäldchen. Eine Märchenlandschaft. Ich will am liebsten gar nicht wieder weg, aber mit der Zeit wird es zu kalt, nur herumzustehen und zu staunen.
Immer weiter bergauf, entlang einer großen Felsformation geht es, inzwischen in hellem Sonnenlicht

Auf den Lönsturm
Schließlich taucht der Lönsturm (benannt nach dem Dichter Hermann Löns) vor uns auf. Von oben zeigt sich die ganze Magie der Inversionswetterlage: Oben wärmende Sonne, während unten weiterhin eine dicke Wolkenschicht liegt. Wenn man genau hinschaut, sieht man rhythmisch Windradrotoren aus den Wolken auftauchen. Das gibt eine ungefähre Idee davon, wie dick (oder dünn) diese Wolkenschicht ist.

Nach einem Picknick mit heißem Tee in der warmen Sonne auf dem Turm laufen wir in einer Schleife zurück nach Salzhemmendorf. Als wir den Wald verlassen, um einen Steinbruch zu umrunden, hat uns der Nebel wieder – gefrorene Pflanzen-Kunstwerke inklusive.
Gut zu wissen
Mehr Infos zum Wandern im Ith und dem Fernwanderweg Ith-Hils Weg: www.ith-hils-weg.de
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