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Herbst in Finnland: Tipps für Aktivitäten kurz vor dem Schnee

Ok, eigentlich sollte es für einen solchen Rescue-Anzug ordentliche Minusgrade haben und ein Schneesturm über einen fegen – so mitten im hohen Norden in den finnischen Wäldern. Aber auch so im goldenen Herbst (die Finnen nennen ihn „Ruska“) macht es einen Heidenspaß, ganz in der Nähe des Nordpols in Finnland, in einen eiskalten See zu steigen und einfach zu floaten. Tief die reine Luft einatmen, sich zurück legen und treiben lassen in dem knallroten Taucheranzug, wie einer dieser aufblasbaren Gummimänner.. genial!  Wir fühlen uns einfach superleicht und lachen viel – und üben uns im relaxen in Lappland …

Aurora Floating im Eissee

Sehr nett auch die Begegnung beim Floating im See nahe Levi in Lappland: Unser Outdoor-Guide Santeri Vekki war jahrelang Zweiter Leutnant bei der finnischen Armee. „Ich habe junge Soldaten ausgebildet. Das war mir aber nach einer Weile zu anstrengend“, meint er. Verständlicherweise. „Bei Eiseskälte Minus 30 Grad sind wir im tiefsten Dreck herumgerobbt.“ Irgendwann suchte der Finne aus dem Süden des Landes eine Alternative. Santeri war immer viel draußen und half seinem Großvater, der Bauer war. So entschied er sich, Natur-Guide zu werden. Das Floating bei Safartica dauert um die zweieinhalb Stunden, 30 Minuten davon im Eiswasser (um die Null Grad im Winter, dann mit viel Eis und Schnee drumherum). Seine Kleidung darunter behält man an, ist aber komplett warm in dem Neopren-Arktik-Anzug, die Körperwärme macht’s. Wer will, kann auch ein süßes Saunahäuschen anmieten und zunächst saunieren und dann im See floaten. Wer Glück hat mit einem klaren Sternenhimmel und ein paar Nordlichtern, oben und reflektierend auf dem See – einfach genial! Wir haben sie auf dem See noch nicht sehen können, aber dafür abends auf der Flossfahrt (siehe unten)! Die Aurora-Saison hier im Norden Finnlands fängt Anfang August an und geht meist bis April.

Mit den E-Fatbikes hoch auf den Kukastunturi

Später geht es in den Pallas-Ylläs-Nationalpark. Hier wird’s sportlich. Durchtrainierte Finnen erwarten uns. Mit den E-Fatbikes düsen wir in ziemlicher Geschwindigkeit die Hügel hoch, über Stock und Stein. Für mich noch etwas ungewohnt, ich bremse viel ab. Aber genial, wie robust man mit den dicken Rädern düsen kann. Es macht echt Spaß. Egal, wer zuerst oben ankommt! Sisu Outdoor bietet diesen Spaß an, geführte Touren mit bis zu drei Personen, hoch auf den Berg Kukastunturi auf knapp 500 Metern.

Bei den Trollen in der Heuscheune

Unterwegs machen wir Stopp in einem schnuckeligen Café – eine umgebaute Heuscheune – mitten in der Wildnis: Kleine, große, spukige Trolle und süße Elven sind in der urigen Holzhütte Karilan Navettagalleria , nördlich des Ortes Äkäslompolo, zuhause. Lecker: die Suppe mit Rentierfleisch, aber auch die hausgemachten Donuts und andere süße Leckereien finde ich vorzüglich!

SUP-Boarding auf dem Fluss

Etwas ruhiger geht es auf dem Wasser später zu. Wir fahren mit Stand Up Paddle-Brettern den Kesänkijoki hinunter. Wir starten auf dem Kesänki See und fahren dann auf kleinen, teilweise engen, aber auch breiteren Flusspassagen vier Kilometer Richtung Äkäslompolo. Dieser kleine 400 Einwohner starke Ort liegt nördlich des Polarkreises. Kleine Stromschnellen tauchen auf, so sitzen wir mehrheitlich auf dem Board. Die Österreicherin Jana von Ylläs Experiences begleitet uns auf der Tour. „Aus einem geplanten Kurzurlaub wurden drei Jahre hier“, lacht der Outdoor-Fan Jana.

Mit dem Husky-Schlitten und einer wilden Bande unterwegs

Wer lieber starke Vierbeiner auf einer Farm bei Kittilä besuchen möchte, kann dies bei Pauliina und ihrem Mann Hannu Tirkkonen machen. Die zwei Züchter besitzen an die 67 Alaskische Huskies und bieten auch im Herbst schon drei Safaris pro Tag mit ihren Hunden an, drei Stunden lang geht es mit der Hundebande im Geschirr durch die finnischen Wälder, auf Rädern im Herbst. Im Winter geht’s dann natürlich auf die Schlitten (November-April). Seit über 30 Jahren sind sie förmlich Husky-verrückt. „Früher haben wir große Rennen quer durch Skandinavien mit unseren Hunden gemacht“, erzählt mir Pauliina, aber noch immer nehmen sie teil an Schlittenrennen. Gerade für Familien sind die Safaris absolut empfehlenswert – ein Riesenabenteuer auf dem Schlitten hinter der wilden, bellenden Hundebande zu sitzen und durch die finnischen Wälder mit bis zu 20 km/h zu rasen!

Saunieren auf dem Floss

Ein wirklich schöner Abschluss der Herbsttour nach Lappland ist die dreistündige Fahrt mit kinossafaris auf dem Holzfloss durch die Seenlandschaft in der Nähe von Levi. Nach einer Tasse Kaffee und süßem Pfannkuchen am Lagerfeuer geht’s noch ab in die enge, kuschelige Sauna mitten auf dem dunklen See Levijärvi, einzigartig diese stille Atmosphäre im fast Dunkeln. Doch dann, wir können unseren Augen kaum glauben: Die Nordlichter sind plötzlich da und tanzen in grün/gelben Farben über den nächtlichen finnischen Himmel. Traumhaft!

Verärgert nie die Nordlichter

Zum Ende der Tour erklärt uns unserer Taxifahrer Jarko Ylläsjärvi noch: „Verärgert bloß nie die Nordlichter – und vor allem macht keine Geräusche in ihre Richtung!“ In Finnland existieren sehr viele Legenden und Geschichten rund um die Nordlichter. Eine Sage besagt, dass ein Fuchs immer mit den Lichtern spielte und sang – und sie somit verärgerte. Jarkos‘ Familie, die Ureinwohner Samis, gründeten damals sogar den Ort Ylläs. „Mein Urgroßvater hat damals Skilangläufer in die Fjelle begleitet. Er wunderte sich, dass sie nicht jagen gehen wollten, sondern Skilaufen“, erzählt Jarko. „So begann hier in den 1930ern der Tourismus.“ Vorher sei die Region eher ein reines Jagdrevier für Hirsche und Rehe gewesen.

Hinkommen:

Flüge ab Frankfurt nach Kittilä/Lappland, zum Beispiel mit Finnair , Discover Airlines oder Eurowings.

Visit Finland und Finnair unterstützten mich netterweise bei meiner Recherche im Norden Finnlands, in Lappland.

Wer noch mehr bei uns zu Finnland (oder Norwegen) lesen möchte, schaut gerne in die Baumkuschel-Story, die  Weihnachtsmann-Geschichte oder eine Sami-Story.

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