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Fuerte: Mit den Delfinen übers Wasser gleiten

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Plötzlich sind sie da, wie aus dem Nichts springen sie lustig und elegant übers glitzernde Wasser. Alle sind ganz aus dem Häuschen und mein Kleiner am meisten: „Mama, Mama guck mal, da sind die Delfine!! Endlich! Und ich hab‘ sie mit meiner Trillerpfeife angelockt, das ist doch wirklich Zauberei“, freut er sich. Gerad kürzlich war ich mit unserem Sohnemann auf einer Bootstour auf Fuerte. Für den Vierjährigen ein echtes Piratenboot – ein türkisches Gulet ganz aus Holz. Auch Kapitän Mario sieht ganz verwegen aus, mit Wuschelkopf, Dreitages-Bart und dunkler Sonnenbrille.

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Gemütliches Schunkeln an der Südküste von Fuerte

Morgens um zehn legt die „Paradise Tres“ an der Südküste von Fuerte im Hafen von Morro Jable ab. Mit 14 Leuten plus dreiköpfiger Crew an Bord echt gemütlich. Die meisten liegen vorne auf dem Sonnendeck, die Segel werden nicht gehisst. Es geht eher urig zu, auf dem Segelboot mit Motor und der Ansage von Skipper Christian: „Wir fahren heut etwas an der Küste runter Richtung Nationalpark Jandia und schauen mal nach Delfinen oder Walen links und rechts vom Boot, aber bei unserem Törn geht es eher ums Chillen – als nur um die reine Suche nach den Meeresbewohnern.“

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So gleiten wir über das glitzernde, teilweise spiegelglatte Meer, rechts an Land die karge, schwarz-graue Vulkanlandschaft des Jandia Nationalparks, genießen die winterliche Morgensonne der kanarischen Insel.  Selbst mein quirliger Sohn, der sonst ständig herumrennt, kommt zur Ruhe, und erfindet mit mir zusammen wilde Piratengeschichten auf dem Zweimaster.

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Piratenabenteuer auf der „Paradise Tres“

Wir sind beide der Meinung, dass die „Paradise Tres“ eine aufregende Vergangenheit gehabt haben muss: Eine verwegene Piratentruppe hat garantiert in vergangenen Jahrhunderten an Bord gehaust, wir entdecken eine zerrissene schwarze Flagge mit Totenkopf am Mast …

Zügeldelfine auf dem silber glänzenden Ozean

Doch natürlich steht Skipper Christian schnell an der Reling und hält Ausschau nach Delfinen. Da verrät der Spanier mir auch schon: „Erst gestern haben wir Zügeldelfine hier im Süden gesehen.“ Diese Art ebenso wie Gewöhnliche und Fleckendelfine können Tierliebhaber in den Gewässern rund um Fuerte beobachten, sie leben in großen Schwärmen und scheuen die Nähe zu Menschen nicht. Ebenso sind viele Walarten zu entdecken: Pott-, Grönland- und Schwertwale – und sogar die Unechte Karett- und die Grüne Meeresschildkröte mag es hier.

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Elegante Wellenspringer

Die Wale mit den freundlichen Gesichtern können wir bald hautnah erleben. Kapitän Mario hupt plötzlich und gibt Gas mit seiner „Paradise“. Christian kommt aufgeregt zu uns: „Ein anderes Boot hat eine riesige Gruppe von Tümmlern entdeckt. Wir fahren schnell hin.“ Alle an Bord freuen sich. Auch wenn sich natürlich einige Boote mit Urlaubsgästen bei den springenden Meeresfreunden treffen, ist es ein schönes Erlebnis: Als ob sich die Delfine genau so über uns freuen, springen sie immer wieder elegant aus dem Wasser und begleiten uns eine Weile.

 

Die Art, die wir beobachten dürfen, die Tümmler, leben das ganze Jahr über an der Küste der zweitgrößten kanarischen Insel wie auch an denen der Nachbarinseln. Doch auch sie haben leider mit der Zivilisation und der Umweltverschmutzung hart zu kämpfen.

Wale sterben an Plastikabfällen

Später an Land klärt mich nämlich noch Younes El Rifi, ein Experte von Fuerteventura Full Experience, auf: „Viele Wale und Delfine schlucken Plastikabfälle, die im Ozean herumschwimmen. Das kann leider zu sehr schmerzhaften inneren Verletzungen führen, die tödlich für viele Tiere ausgehen.“ Auch sein Unternehmen, organisiert Walbeobachtungstouren für Urlauber seit über sechs Jahren. Drei größere Boote haben Glasböden an Bord, um die Tiere unter Wasser in ihrer Umgebung sehen zu können. Dabei erleben die Passagiere auch schon mal spektakuläre Rettungsaktionen: „Vor vier Jahren haben wir einen 15 Meter langen Wal aus einem Netz befreit und als Dank hat er seine riesige Flosse aus dem Wasser geschleudert“, erzählt mir Younes weiter.

Zum Übernachten: 

  • Ein gutes Familienhotel im Süden des vulkangeprägten Eilands ist der Robinson Club Esquinzo Playa. Zehn Minuten von Jandia entfernt. Ein Pionier unter den Clubs der Kette, vor zirka 30 Jahren erbaut. Ein vielfältiges Kinder-, Sport- und Unterhaltungsprogramm. Super Essen mit offenen Kochstationen. Drei Pools, mehrere Tennis- und Fußballplätze. Ein schöner, ruhiger Spa-Bereich mit extra Pool, Sauna und Fitnessraum. Segel-, Surf- und Kitestation am breiten traumhaften Esquinzo Beach, direkt unterhalb der Anlage, acht Minuten Fußweg.
    Fuerte, Robinson, Esquinzo Beach

Wer noch mehr zu Fuerte bei uns lesen möchte, an der Esquinzo Beach ist ein urgemütliches Beachlokal, die Atalaya Bar.

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2 Kommentare

  1. Avatar

    Klasse, ich war schon oft auf den Kanaren, aber bisher habe ich nie Delfine gesehen. Ist das eher so eine Eigenheit von Fuerte? War da zwar auch schon, aber meistens eher auf Gran Canaria. In jedem Fall sehr schöner Beitrag! 🙂

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