Lieblingsziel, nah dran
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Raus auf die Insel: Vrångö

Als hätte ein Riese Kieselsteine ins Meer geworfen, so liegen die Schären vor Göteborg. Über Brännö habe ich schon berichtet. Diesmal war ich auf Vrångö.

Dass die Schären vor Göteborg so unterschiedlich sind, hat mich überrascht. Jede hat ihre eigene Seele. Brännö mit dem großen, baumfreien Naturschutzgebiet Galterö (und dem Muminhaus in einem Garten!) werde ich immer wieder gern besuchen. Doch die Insel hat Konkurrenz bekommen. Denn Vrångö, das südlichste Eiland in der Inselgruppe vor Göteborg, ist auch ein Traum. Kommt mit auf einen Tagesausflug. Er beginnt mitten in der Stadt.

Von Stenpiren den Fluss hinab

Wir haben Glück. An diesem Morgen gibt es sogar ein durchgeghendes Boot nach Vrångö. Die Fahrt startet an der Anlegestelle Stenpiren in Göteborgs City. Normalerweise fährt man erst rund eine halbe Stunde mit der Straßenbahn bis zur Endhaltestelle Saltholmen und steigt dort auf eines der Boote, die zu den Inseln rausfahren.

Heute können wir also bequem durchfahren, mit bestem Blick aus dem Obergeschoss.

Die Kräne der Werften. Daneben Göteborgs neue Landmarke, der Karlatornet

Das Boot fährt langsam den Fluss Göta Älv hinab, quasi eine gratis Sightseeingtour: Linkerhand erstreckt sich das alte Göteborg, rechts die neuen Stadtteile an dem Ufer, wo früher die Werften waren (und auch immer noch sind). Während die Stadt langsam vorbeizieht, gibt es Kaffee und frische Zimtschnecken, denn es gibt hier auch ein kleines Bistro.

Ab Saltholmen nach Vrångö

An der Haltestelle Saltholmen wird es voller. Familien schieben ihre Kinderwagen an Bord, ein Handwerker verstaut Bretter. Quasi alles, was auf die Inseln gebracht werden muss, kommt per Boot. Nun geht es mit mehr Tempo weiter, wir fahren übers Meer zur ersten Anlegestelle. Bis Vrångö werden aber noch ein paar folgen, rund eine Dreiviertelstunde dauert die Fahrt von Saltholmen. Bei schönem Wetter kann man draußen sitzen und sich den salzigen Wind um die Nase wehen lassen.

Links abgebogen in die Natur

Hinter der Anlegestelle auf Vrångö links abgebogen, schon sind wir in der Natur. Das unterscheidet Vrångö von den benachbarten Inseln Brännö und Styrsö. Dort muss man erst durch den Insel-Ort laufen. Doch wie Brännö ist Vrångö autofrei. Nach fünf Minuten erreichen wir einen – Überraschung! – Sandstrand auf der an sich felsigen Insel. Daneben streckt sich karger Stein ins Meer. Perfekt für die erste Pause. Kaum haben wir unseren Proviant ausgepackt, kommt die erste Möwe und checkt, ob da vielleicht was für sie abfällt. Nein Möwe, leider nicht.

Wenn sie könnte, würde die Möwe noch unauffällig ein Liedchen pfeifen

Quietschgrün und viel Geröll

Satt wandern wir weiter, erst durch lichten Wald auf glattem Fels (erstaunlich!), dann nach einer Rechtskurve durch dichteres Grün. Aber was sage ich, grün… quietschgrün sind die frischen Blätter des Farns! Hin und wieder duftet es verführerisch nach wilden Rosen. Zwischendurch sehen wir immer wieder Geröllhalden mit rundgeschliffenen Steinen. Es sind Endmoränen, Überbleibsel der letzten Eiszeit. Sie liegen dort seit tausdenden von Jahren. Manche der Kullersteine sind recht klein, andere riesig. Ich könnte ewig einfach nur dastehen und sie mir anschauen.

Zum Lotsenausguck

Irgendwann öffnet sich der Wald und vor uns liegt der Inselort, diesmal auf der anderen Seite der Insel. Direkt am Eingang ragt ein kleines rotes Häuschen auf einem erhöhten Felsen in den blauen Himmel.

Das alte Lotsenhäuschen

Von dort haben früher die Lotsen die Schiffe um Untiefen geleitet. Heute klettert vermutlich jeder Besucher der Insel hinauf und genießt den Weitblick von hier oben.

Weiße Idylle im Inselort

Weiter geht es durch den Ort Vrångö. Am Hafen schaukeln ein paar Boote im Wasser und es gibt eine kleine Pension – das wars. Angenehm unaufgeregt alles. Dafür haben sich die Inselbewohner viel Mühe mit der Dekoration ihrer überwiegend weißen Holzhäusern gegeben. Mal steht ein rosa Fahrrad ans Haus gelehnt, mal liegen Reste von Fischernetzen im Vorgarten.

Gut zu wissen

Zur Insel Vrångö fährt das Västtrafik Boot 281 von der Haltestelle Saltholmen. Dorthin bringt euch die Straßenbahn 11 oder der Bus 114 oder 61.

Bis auf die Insel reicht ein Einzelticket für 38 SEK. Wer mehr fahren will, ist mit einem Tages-, Dreitages- oder Monatsticket gut beraten.

… hier findet ihr noch mehr Tipps für Göteborg und Westschweden.

 

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Seit ich denken kann, zieht es mich in die Natur. Und in den Norden. Das spezielle Licht im Sommer, der Duft der Wälder und die Weite des Fjälls... Als Journalistin und Buchautorin bin ich außerdem gern in Europa und in Niedersachsen unterwegs.

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