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11 Tipps für… die Burgenstraße mit Wohnmobil

Wer Ferienstraßen erkunden will, ist wohl mit keinem Verkehrsmittel so flexibel wie mit dem Wohnmobil. Besonders wir als vierköpfige Familie. Da spart man sich die mühsame Unterkunftssuche an jeder Zwischenstation, muss keine lästigen Zeitpläne einhalten, denn Stellplätze gibt es fast überall. Deshalb haben wir über Pfingsten also mit einem Leihmobil die Burgenstraße unsicher gemacht.

Die Burgenstraße

Die Ferienstraße heißt so, weil sich an ihr mehr als 70 Burgen und Schlösser aufreihen. Sie führt von Mannheim über Heidelberg, Heilbronn, Nürnberg und Coburg bis Bayreuth. Wir haben vor einigen Jahren schon einmal einen Teilabschnitt erkundet. Diesmal sollte es aber endlich einmal der Beginn der Ferienstraße sein sein.

Gestartet sind wir daher in Mannheim, wo wir beim Wohnmobil-Verleiher vor Ort bereits vorher ein Gefährt reserviert hatten. (Unbedingt empfehlenswert über die Feiertage!) Das Teil sah für uns zunächst übergroß aus, war aber tatsächlich nur ein 3,5-Tonner.

Man gewöhnt sich beim Fahren sehr schnell daran – und das Mehrangebot an Platz haben wir dann doch sehr genossen. Unsere erste Station war ein Stellplatz in Mannheim. Als innerstädtischer Stellplatz nicht allzu heimelig, aber nah genug dran. Wenn man an einem Freitag vor Pfingsten über eine lange Strecke angereist ist, hat man einfach keine Lust mehr, noch viele Fahrkilometer hinter sich zu legen.

Und weil das Wetter einfach super war, ging es gleich am nächsten Tag sofort auf nach Heidelberg. Dort konnten wir das Wohnmobil ganz bequem und mit viel Platz zum Rangieren außerhalb der Stadt auf dem Parkplatz Messplatz abstellen. Von hier aus fährt die Straßenbahnlinie 26 direkt bis zum Bismarckplatz – und wir konnten die Altstadt ganz bequem zu Fuß erkunden.

Heidelberger Schloss

Kaum ein Heidelberg-Besucher lässt sich diesen Ausflug entgehen. Nicht nur wegen der herrlichen Aussicht über die Stadt. Für mich ist auch der Weg das Ziel. Statt sich an der Bergbahn wartend mit anderen Touristen in der Schlange die Beine in den Bauch zu stehen, empfiehlt es sich, den kleinen Burgweg zu Fuß hinaufzugehen – vorbei an riesigen Bäumen und herrlichen alten Villen.

L’Epicerie – Gewürze und Schokolade

Auf dem Rückweg, gleich in der Nähe der Haltestelle Bismarckstraße, rechter Hand auf der Hauptstraße haben wir dieses außergewöhnliche Geschäft entdeckt. Versteckt auf einem Hinterhof. Es duftet nach allem, was das Genießerherz höher schlagen lässt: Nach Schokolade und Macarons, nach Tee und Gewürzen. Und obendrein ist es noch urgemütlich mit seinen alten, hölzernen Apothekerschränken. Unbedingt einen Abstecher wert.

Campingplatz Eberbach

Für die Nacht ging es diesmal ins Grüne, wesentlich angenehmer als ein städtischer Stellplatz. Der Campingplatz Eberbach liegt idyllisch am ruhig dahinfließenden Neckar. Und abends kann man noch ein wenig über die Brücke durch den verschlafenen Ort am anderen Ufer bummeln.

Greifvogelshow auf Schloss Guttenberg

Sie war eines meiner Highlights auf unserer Tour. Allein die Flugshow ist hier ein Ereignis, denn die Burg Guttenberg liegt malerisch auf einem Bergsporn hoch oben über der Landschaft. Noch schöner ist es natürlich, wenn man den Tieren in einer Falkner-Probestunde näherkommen darf.

Burgschenke Schloss Guttenberg

Stühle wie bei den Rittern der Tafelrunde, Kellner in mittelalterlich anmutendem Gewand: Das gute Essen im rustikalen Burg-Ambiente haben wir sehr genossen. Und dank Pfingst-Feiertagen gab sogar Sonderprogramm und Spielleute musizierten. Das gute Essen in der Burgschenke hat sich allerdings herumgesprochen in der Region, deshalb besser reservieren.

Geheimtipp: Ein Stellplatz am Limes

Zum Glück klappt nicht immer alles wie geplant. Wie sich herausstellte, war der von uns anvisierte, nagelneue Stellplatz in Öhringen noch gar nicht eröffnet. Also musste schnell eine Alternativlösung her. Auf den Seiten der Stadt fanden wir dann den Wohnmobilstellplatz an der Reithalle. Eigentlich eine Notlösung. Aber dann stellte sich heraus, dass hier in der Cappelaue vor zwei Jahren die Landesgartenschau stattfand. Und das Gelände rund um den einstigen Limes (der übrigens mit einer dunklen Hecke nachempfunden wurde) ist heute ein wunderschönes Naherholungsgebiet. In den Gewässern der Cappelaue quaken die Frösche, die Bienen vom örtlichen Imkerverein summen. Aus den Beeten duftet es nach Blumen und Kräutern. Allein der riesige Abenteuerspielplatz hat den Kindern super gefallen, sogar unser 15-Jähriger fühlte sich noch animiert, herumzuturnen. Gleich nebenan steht die Hohenloher Scheune, in der rustikales Essen und Wein aus der Region gibt, richtig idyllisch!

Schloss Kirchberg an der Jagst

Zu diesem besonderen Ort mit seinen Kunsthandwerkern, lokalen Erzeugern und leckerem Heumilcheis habe ich bereits einen ausführliche Blogbeitrag verfasst. Auch diesen Stopp mit dem Wohnmobil kann ich nur empfehlen!

Camping „Am Steinbacher See“

Dieser Campingplatz hat gleich drei Vorteile, nicht nur dass er am See liegt, wo abends die Frösche quaken und sogar Enten zu Besuch kommen (siehe Bild 😉 ). Er ist auch die schönste Übernachtungsvariante, wenn man mit Wohnmobil unterwegs ist und Schwäbisch Hall erkunden will. Über dem See thront das Kloster Comburg. Und entlang der Kocher (der zweitgrößte Zufluss des Neckar) führt ein schöner Pfad direkt bis in die Altstadt von Schwäbisch Hall. Unter schattigen Bäumen entlang, über Holzbrücken und durch idyllische Grünanlagen. Allein der Weg ist dabei schon den Gang in die Altstadt wert.

Die Altstadt von Schwäbisch Hall

Brücken, malerisches Fachwerk und kleine Gassen, dann wieder ein großer, weiter Platz mit vielen Cafés rundherum: Schwäbisch Hall war für uns eine positive Überraschung. Bei unserer letzten Tour haben wir uns ja Rothenburg ob der Tauber angeschaut, das ja irgendwie jeder japanische, chinesische und amerikanische Tourist in Deutschland zu besuchen scheint (und entsprechend voll ist). Schwäbisch Hall muss sich nicht hinter Rothenburg verstecken mit seinen hübschen Gassen und Holzbrücken. Ein echter Geheimtipp für Liebhaber romantischer Altstädte!

Biergarten im Anlagencafé

Und wenn dann die Beine richtig müde sind nach dem Auf und Ab durch die alten Gassen, gibt es das wunderschöne Anlagencafé  direkt an den Parkanlagen neben der Kocher (und auf dem Rückweg zum Campingplatz gelegen). Hier kann man unter schattigen Bäumen einen kühlen Weißwein genießen oder ein Eis essen. Und für die Kinder gibt es eine extra Abkühlung: Mitten hindurch fließt eine kleine „Wasserspielstraße“ und der Springbrunnen plätschert.

Praxis-Tipp(s) fürs Leihmobil:

  • Kontrolliert bei der Übergabe durch den Vermieter gut das Fahrzeug und notiert alle Mängel.
  • Schließt vor dem Losfahren alle Schränke und Schubladen mit Sicherungsknopf, sonst fliegt in der ersten Kurve der Inhalt durch das Fahrzeug.
  • Behaltet den Füllstand von Frischwasser-, Brauchwasser-, und Toilettentank im Blick. Und schließt letzteren nach jedem Toilettengang – sonst schwappt der Inhalt in Kurven und bei heftigen Lenkbewegungen heraus!
  • Kalkuliert zusätzlich zum Mietentgelt auch einen entsprechenden Posten von etwa 20-30 Euro Tankgeld pro Tag ein – abhängig von den anvisierten Kilometerzahlen.
  • Sehr hilfreich war für uns die gerade für 2018 wieder frisch erschienene Broschüre „Entdeckertouren mit dem Wohnmobil“. Die können Interessierte kostenlos beim Herausgeber Burgenstraßen e.V. bestellen. Dort sind nicht nur die Städte mit ihren wichtigsten Sehenswürdigkeiten aufgeführt, sondern auch die Stell- und Parkplätze für Wohnmobile.
  • Und wenn Euch ein anderes Wohnmobil entgegenkommt, immer schön grüßen – eine richtig nette Tradition.

Diese Recherche wurde freundlich unterstützt von „Die Burgenstraße e.V.“ und der Wohnmobil-Vermietung „rent easy“. Vielen Dank dafür!

2 Kommentare

  1. Andrea Wagner sagt

    Ein toller Beitrag über das Wohnmobil fahren und die Burgenstrasse. Die besonders schönen Städte wie Heidelberg, Kirchberg an der Jagst und Schwäbisch Hall hast du wunderschön beschrieben und obwohl ich dort schon war, würde ich das jetzt auch mal gerne mit einem Wohnmobil erkunden
    LG Andrea

    • Liebe Andrea, vielen Dank, ja, ich staune auch, wieviel Schönes es dort zu entdecken gibt. Und wir haben selbst auf diesem Teilabschnitt nicht geschafft, alles zu besichtigen, was wir uns vorgenommen hatten. Hilft nix, müssen wir wohl wiederkommen 😉
      LG
      Iris

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