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11 Tipps für… Münster (im Hochsommer)

In Münster war ich zuletzt ausgerechnet am ersten schwül-heißen Tag dieses Jahres – die geknackte 30-Grad-Grenze war wirklich suboptimal für kulturelle Tiefgänge in der City. Sattdessen standen schattige Parks, der Aasee und klimatisierte Museen auf dem Programm. Meine 11 Tipps für Münster im Hochsommer.

1) Shoppen auf dem Wochenmarkt

Münsters schöner Wochenmarkt

Er ist sicher einer der schönsten Wochenmärkte Deutschlands, Münsters Markt auf dem Domplatz. Hier gibt es alles, gut geordnet nach Themen: Gemüse, Obst, Käse, Wurst, Fisch, Brot, Blumen, Pflanzen, Feinkost… einfach eindecken mit Fingerfood und ab in den Park!

Immer mittwochs und samstags, 7-ca. 14.30 Uhr, www.wochenmarkt-muenster.de

2) Chillen rund um Schloss und Schlosspark

Das Schloss, heute Hauptsitz der Universität

Mit frischen Erdbeeren, Oliven und Brot im Rucksack lässt es sich im Schlossgarten hinter dem fürstbischöflichen Schloss gemütlich im Schatten großer Bäume picknicken. Das Ambiente ist recht gediegen und zurückhaltend, es gibt keine lauten Ballspiele, ab und zu flanieren Bräute samt Gefolge und Hochzeitsfotograf vorbei. Gestärkt kann es danach weitergehen in den Botanischen Garten. Wem nach (Eis-)Kaffee ist: gibt’s auf der großen Terrasse des Café Schlossgarten.

3) Bauernhofeis im Café Schlossgarten schlemmen

Das Café Schlossgarten serviert Bauernhofeis aus der Region. Um es kurz zu machen: Besseres Haselnusseis habe ich noch nicht gegessen. Ein Foto dazu gibt´s leider nicht, denn das Eis war aufgegessen, bevor ich daran gedacht habe, es im Bild festzuhalten 🙂

4) Tatort-Luft am Prinzipalmarkt schnuppern

… und wo bleibt Kommissar Thiel?

Münsters „gute Stube“, den Prinzipalmarkt, darf man natürlich auch bei tropischen Temperaturen nicht verpassen. Radelt hier doch in jeder klamaukigen Tatort-Folge Kommissar Thiel entlang (warum auch immer)… Und hübsch sind sie wirklich, die historischen Giebelhäuser. Und auch, dass die Läden uin den Arkarden nur zurückhaltende Labels und Schilder in metallener Sschrift tragen dürfen, trägt zum exklusiven Ambiente bei. Wer hier im alten Kaufmannsviertel tatsächlich etwas kaufen will, muss allerdings auch das nötige Kleingeld haben. Also gucken (das historische Rathaus mit dem Friedenssaal und den Turm der Lambertikirche mit den drei Täuferkäfigen nicht übersehen!) und weiterziehen…

5) Friedensaal in Münsters Rathaus

Prachtvoll gotisch die Fassade, symbolisiert das historische Rathaus aus dem 14. Jahrhundert wie kaum ein anderes Gebäude den Stolz der Münsteraner auf ihre schon damals wohlhabende und bald mächtigste Hansestadt Westfalens. In der Bürgerhalle informiert ein Ableger der Tourist Information über die Stadt, hinter ihr schließt sich der Friedenssaal an. Gut erhalten sind die Holzvertäfelung und der Richtertisch, vor dem Kamin steht der Goldene Hahn, Münsters Ehrenpokal, aus dem wichtige Gäste bis heute einen Schluck Wein trinken. 1648 erlangte der Saal Berühmtheit, als hier und in Osnabrück endlich der Friedensvertrag nach den langen Kämpfen des 30-jährigen Krieges geschlossen wurde.

Rathaus-Bürgerhalle und Friedenssaal, Prinzipalmarkt 10, Di-Fr 10-17, Sa/So 10-16 Uhr. Eintritt Friedenssaal 2 €

6) Im Liegestuhl am Aasee Kaltgetränke schlürfen

Chillen für Fortgeschrittene

Nur zehn Minuten von der quirligen City entfernt liegt der Aasee, Münsters künstlich angelegtes Hausgewässer, das die Altstadt vor Überschwemmungen schützt. Hier tummelt sich im Sommer alles, was laufen kann, auf dem Wasser dümpeln Tretboote neben Optimisten und anderen Jollen, die hier Wenden üben. Hochseeerfahrene Segler lächeln darüber vermutlich nur milde – doch für einen entspannten Sommernachmittag taugt der Aasee allemal. Am Ufer liegen Sonnenanbeter, am kleinen Hafen lässt es sich im Restaurant A2 (und vor allem auf der großen Terrasse davor und direkt am Wasser) gut und gediegen essen.

Bis zum Allwetterzoo erstreckt sich der Skulpturenpfad, entlang dessen internationale Künstler seit 1977 immer wieder neue Skulpturen aufstellen. Besonders lässig ist der kleine Kiosk ziemlich am Anfang des Weges, an dem man sich mit einer kalten Brause versorgt und diese anschließend im Liegestuhl mit Blick auf den See trinkt. Lässt sich aushalten so.

7) Skulpturenpfad: Kunst gucken am Aasee

Skulpurenkunst am Himmel

Sie sind die berühmteste Skulptur: Die „Giant Pool Balls“ am Ostende des Aasees sorgten 1977 für Unverständnis. Heute gehören sie als eine Art Wahrzeichen zu Münster und seinem Freizeitsee. Weitere Skulpturen schließen sich entlang des Nordufers an. Alle zehn Jahre lädt eine Großausstellung Künstlerinnen und Künstler ein, ihre Werke am See zu zeigen und lockt damit Kunstinteressierte nach Münster.

Mehr Infos zu den Skulpturojekten gibt´s hier.

8) Picassomuseum Münster

Picasso gucken

Noch mehr Kunst: Münsters Kunstmuseum Pablo Picasso, gleich um die Ecke vom Prinzipalmarkt gelegen, ist seit dem Jahr 2000 ein Treffpunkt für Kunstfreunde nicht nur in Nordrhein-Westfalen. Vor allem Lithographien von Picasso sind zu sehen, außerdem gibt es unter anderem Werke von Chagall, Matisse und Miró. An heißen Tagen sorgt die angenehme Klimatisierung des wirklich schönen, barrierefreien Museums für Abkühlung.

Kunstmuseum Pablo Picasso, Picassoplatz 1, Di-So 10-18 Uhr, 10 €, www.kunstmuseum-picasso-muenster.de

9) Eine Runde auf der Promenade drehen

Paradiesische Zustände für alle Nicht-Motorisierten

Dass es das gibt! Wer wie ich aus einer Stadt kommt, in der Radfahrer nur ein Nischendasein führen und von Autofahrern widerwillig geduldet sind, kann es kaum glauben. Aber klar, wo, wenn nicht in Deutschlands Fahrradhauptstadt kann es eine autofreie Verkehrsader rund um die Stadt geben. Kurzum: Münsters Promenade ist ein Traum. Im Schatten von rund 2000 Linden (… dieser Duft, wenn die Anfang Juni blühen!) teilen sich Radfahrer und Fußgänger die rund viereinhalb Kilometer lange Strecke rund um die Altstadt. Man kann auf den alten Wallanlagen wahlweise schnell vorankommen oder gemütlich den Weg das Ziel sein lassen. Eine Allee für alle, die Nachhaltigkeit leben!

10) Trainspotting von der Hotel-Dachterrasse

Züge gucken, entspannt, sagen manche Leute ja…

Lust auf Urbanität? Geht in Münster auch. Von der Dachterrasse des Flowers Hotel hinter dem Bahnhof kommen Trainspotter voll auf ihre Kosten: Der Blick auf den Hauptbahnhof ist grandios. Aber auch ohne Faible für den Zugverkehr lässt es sich hier gemütlich über den Dächern der Stadt sitzen.

11) Sehen und gesehen werden: Partymeile am Stadthafen

Abends am Stadthafen

Studentenkneipe oder Kreativ-Kai? Wer sich für Stadthafen und Kai entscheidet, den erwartet im Gegensatz zur gewachsenen Kneipenszene in der Innenstadt eine neue Erlebniswelt mit Riesenkino, (Groß-)Gastronomie und Bürogebäuden am Hafenbecken. Der Hafen hat Münster nämlich im Jahr 1899 an den Dortmund-Ems-Kanal und damit an die Binnenschiffahrt angeschlossenen, lange Zeit würden hier Güter umgeschlagen. Während im vorderen Teil des Hafens Neubauten dominieren, sind hinten alte Speicher erhalten geblieben, die heute zum Teil in Galerien Kunstwerke sowie die Kunsthalle Münster beherbergen. Auf den Terrassen der Kneipen und Restaurants steppt an warmen Sommerabenden der Bär. Auch die unvermeidlichen Junggesellen- und Junggesellinnenabschiede werden hier mit Vorliebe gefeiert. Das muss man nicht jedes Wochenende haben, aber an einem lauen Sommerabend ist das bunte Treiben am Wasser mal ganz lustig.

Am gegenüberliegenden Hafenufer befinden sich nicht nur das Wolfgang-Borchert-Theater und der alte Hafenkran, sondern auch die  moderne Hafenkäserei der westfälischen Bio-Molkerei Söbbecke. Man kann beim Käsen zuschauen und die Produkte im angeschlossenen Bistro auch gleich probieren.

Mehr Infos zum Hafen hier.

Kunsthalle Münster, Speicher II, Hafenweg 28, www.kunsthallemuenster.de, Di-Fr 14-19, Sa/So 12-18 Uhr, Eintritt frei

Reiseführer-Tipp: Auf den Punkt informiert der Band „Münster“ aus der Reihe DuMont direkt über die Studentenstadt. 11,99 €

Mehr Infos zu Münster gibt´s bei Münster Marketing

Die Tourist-Info befindet sich in der Heinrich-Brüning-Straße 9, Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr

… keine Lust auf Hitze in der Stadt, sondern lieber auf Natur? Dann ist die Landesgartenschau Bad Iburg vielleicht das richtige Ziel. Iris war da, hier kannst du ihren Beitrag dazu lesen.

 

2 Kommentare

  1. Avatar

    Hey, ich war auch schon in Münster, von daher kann ich nur bestätigen: gelungener Bericht mit genau den richtigen tips 😉 !

  2. Avatar

    Hallo Frauke, besten Dank! Ich glaube, im Moment (bei aktuell über 30 Grad) würde ich einfach den ganzen Tag nur am Aasee bleiben…
    Liebe Grüße!

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