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Blogstöckchen – „Corona und wir“, zum Alltag bei Reisebloggerfamilien

Güldener Sonnenaufgangshimmel über dunkler Insel-Silhouette

 

Letzte Woche hat Jenny vom Weltwunderblog ein Blogstöckchen losgeworfen – wie Familienreiseblogger zuhause „überleben“, wie die Zwerge mit dem Virus-Warten umgehen, ob die Corontäne auf die Laune schlägt und und und…  Wir Reisefedern haben das Stöckchen gerne aufgefangen, da wir ja auch alle oft mit der ganzen Familie unterwegs sind – wir verzweigen es jetzt wie vorgeschlagen, danke, Jenny!

Hier also unsere 11 Antworten zum Thema „Corona und wir“:

1. Wie sieht ein normaler Tag derzeit bei Euch aus?

Chaotisch, fantastisch, nervig, genießend – Alle die ganze Zeit beisammen wie sonst nur auf Reisen, nur ohne die Abwechslung…
Die Kids schlafen recht lange, ein Segen zurzeit, weil dann Momente für mich selbst bleiben, zum Sammeln, mit einer dampfenden Tasse in der Hand, schon mal in der Zeitung lesen, vielleicht den Fortsetzungsroman (altes Laster)…. Und schon mal sortieren, was heute alles zu tun ist. Zu schreiben. Zu räumen und sortieren. Oder doch ne kleine Fahrradtour?

Nach dem Frühstück klappt’s vormittags meist ganz gut mit drinnen Spielen (auch zusammen, Zwerg und Mini-Zwerg!), Bücher angucken, Papier zerfetzen, irgendwelche Töne hervorbringen aus pädagogisch wertvollem Musikspielzeug – oder aus vollem Hals!!! Leider fehlt uns der Garten, zumindest einer, aus dem krabbelige Kinder nicht blitzschnell abhauen können und auf der Straße landen. Deshalb ist nach dem Mittagschlaf von Mini-Zwerg meist eine kleine Tour dran – zu Fuß zum Einkaufen; mit dem Rad zum Quasi-Spielplatz; oder auch mal mit dem Auto, mit der einen befreundeten Familie durch den Wald laufen, alles auf Abstand natürlich…

2. Was ist für Euch im neuen Corona-Alltag am schwierigsten?

Völligen Quatsch finde ich diese komische Aussage in den Nachrichten, dass Kinder „im Homeoffice oder anderweitig betreut sind“! Als wäre beides wunderbar miteinander zu vereinbaren! Zum Glück fällt Homeschooling noch weg – oder vielleicht auch leider, denn Hausaufgaben sind ja auch ne Beschäftigung? Mit den Kleinen klappt es vielleicht ne Viertelstunde ohne Unterbrechung, was zu schreiben oder tun; zur Mittagschlafzeit etwas länger; oder eben spät abends / nachts / früh morgens ein paar Stunden – so dass ich dann tagsüber wieder müde bin….

Entweder Homeoffice ODER Betreuen, beides gleichzeitig geht hier zumindest nicht. Geld verdienen wäre ja mal schön, aber wie? Klappt das bei Euch etwa??? Ich finde, es ist langsam Schluss damit, die Gründe fürs Nicht-Hinkriegen immer bei sich selbst zu suchen. Schließlich ist Kinderbetreuung nicht umsonst ein bezahlter Ausbildungsberuf…

3. Habt Ihr ein Lieblingsspiel für drinnen oder draußen, das bei euch super funktioniert?

Papierflieger falten und austesten klappt zurzeit ganz gut bei Nummer eins, geht bei Schietwetter auch drinnen. Oder Hüpfen und Klettern, zur Not muss halt das Sofa herhalten. Die Kleine ist mit Frei-Stehen und Hin-und-Her-Geben gut beschäftigt.

Kind zwischen Gestein

4. Welchen Film habt Ihr zuletzt alle zusammen gesehen?

Film, also abendfüllend, noch gar keinen. Wir sind noch bei Kurz-Cartoons auf Youtube… Feuerwehmann Sam ist (zum Glück) gerade abgemeldet, aber die Oktonauten stehen hoch im Kurs, Lauras Stern, die kleinen Dinos und – wiederentdeckt – die Barbapapas! Und überraschend, immer wieder ein halbstündiger Zusammenschnitt über eine Schiffsexpedition zu den Pinguinen in die Antarktis…

5. Die Gretchenfrage: Tragt ihr Maske?

Jein, keine (halb-)professionelle, lieber ein Tuch oder Schal. Das bleibt ein bisschen menschlicher, finde ich. Ob es gegen die Pandemie hilft, weiß eh keiner, aber ich empfinde es als ein Zeichen von Respekt oder Höflichkeit anderen gegenüber. Falls wir infiziert wären, was ja auch keiner weiß, würde das wenigstens die Tröpfchen aus der Luft halten. Und den Anderen die Ängste zu nehmen…

6. Welche Reise(n) musstet Ihr wegen Corona stornieren oder umbuchen?

Konkret keine (außer dem halb geplanten Trip zur ITB… ) Der angedachte Nordamerika-Trip im Frühsommer hatte sich aus anderen Gründen erledigt, deshalb bin ich jetzt besonders froh, dass wir es im Februar kurzentschlossen nochmal kurz nach Finnland geschafft haben. Und damals dachte ich noch, davor und unterwegs, wie bescheuert so ein Kraftakt für wenige Tage doch ist… Aber das Aufraffen hatte sich gelohnt, nicht nur im Rückblick. Helsinki ist immer wieder toll, der Rest von Finnland ebenso, und die Kids haben viel erlebt – samt Sauna und Draußenbaden in dunkler Nieselnacht…

7. Welche Pläne habt Ihr aktuell für die Sommerferien?

Noch gar keine – mal gucken, wie sich alles so entwickelt. Und noch können wir ja auch unabhängig von den Ferien und spontan unterwegs sein… Vielleicht ne längere Radtour mit Zelten. Oder Sternradeln rund um einen Kinderbauernhof? An die Küste höchstens abseits von Ferien und Feiertagen, da wird’s bestimmt eng und teuer, falls die Strände wieder öffnen…

8. Meint Ihr, das ist realistisch?

Draußen und mit Abstand, eigentlich schon. Wenn kleinere Pensionen oder Bauernhöfe wieder öffnen dürfen, könnte man da sicher vorsichtig die Abstände einhalten. Das wäre auch gut, um die kleineren Betriebe zu unterstützen…

Sambakarneval in Bremen – in 2021 vielleicht wieder möglich?

9. Reisen innerhalb Deutschlands: Welche Region würdet Ihr gern mal erkunden?

Den Bayerischen Wald mit Wildnis, Mooren, Luchsen – und vor allem mit seiner anderen Hälfte, dem Szumava-Nationalpark in Tschechien. Eine grenzüberschreitende Einheit, schon vor Jahrhunderten, durchstreift und belebt von Glasmachern und reisenden Händlern. Das Emsland und seine Moore. Paddeln auf MeckPomms Seenplatte. Nochmal den Weserradweg von „Kuss“ bis Nordsee…

10. Fernreisen nach Corona – wann wird das wieder möglich sein, und interessiert Euch das überhaupt?

Auf jeden Fall, oder auch erstmal „Halbfernreisen“ in Europa. Portugal, Slowenien, Polen, Island, Montenegro und mehr… Und irgendwann wird es Zeit, den Kindern Kanada zu zeigen und alte Freunde zu besuchen. Oder Australien. Oder Südamerika. Aber so oder so werden Fernreisen selten sein, besser sind Ziele, die man per Bahn oder Schiff oder so erreichen kann…

11. Was wird, könnte oder sollte die Corona-Krise in unserer Gesellschaft dauerhaft verändern?

Ach, gute Frage! Und wie gibt man eine nicht-pathetische Antwort? Eigentlich bin ich ja optimistisch und sehe all die positiven, konstruktiven Menschen und die viele Chancen, die die Krise bietet. Aber auch die Egozentriker, Quertreiber und andere Idioten, die sich in der Krise lautstark aufschaukeln, auf Kosten anderer. Immerhin hoffe ich, es ist die Mehrheit, die durch den Zwangsstopp gerade zur Besinnung kommt, Solidarität lebt und erfährt, neue Ziele entdeckt und das Hamsterrad hinterher nicht so weiter berennt wie vorher. Wir müssen da echt aufpassen!

Positiv auch, dass die Digitalisierung in den Schulen und Arbeitsplätzen ankommt – und dass in der EU der Datenschutz noch was zählt. Dass „die Wirtschaft“ merkt, dass nicht sie oder die Banken allein systemrelevant sind.  Ich hätte übrigens gern massenweise Wasserstoff-Autos statt Elektrofahrzeuge auf den Straßen, damit wir auch guten Gewissens durch ganz Europa cruisen können. Ich fürchte aber profitstrebende „Heuschrecken“, die die Krise ausnutzen. Da wäre jetzt mal die EU gefragt, die sich ja sowieso gern profilieren will. Vielleicht könnte man in diesem Umbruch endlich mal das Spekulieren auf Lebensmittel verbieten?! Und Finanzwetten etc. besteuern, weltweit?

Immerhin geht bei vielen der Horizont auf, weil diese Krise doch die ganze Welt betrifft. Überall kämpfen Menschen mit Corona – reicht das aus für ein Gemeinschaftsgefühl? Und um die Schaumschläger und Populisten jetzt mal „verhungern“ zu lassen? Lauter Hoffnungen. Na ja, ist jetzt doch ein bisschen lang und doch ein bisschen pathetisch geworden, ‚tschuldigung!
Aber schön wäre es. Zumindest, nachdem die erste „Wir-dürfen-wieder-alles“-Welle vorbei sein wird…

Und weiter geht das Blogstöckchen…

Wir nominieren Sophie vom Blog BerlinFreckles, der immer so schöne Reisen-mit-Kinder-Tipps aus der Tastatur flattern. Liebe Sophie:

1. Wie sieht ein normaler Tag derzeit bei Euch aus?
2. Was ist für Euch im neuen Corona-Alltag am schwierigsten?
3. Habt Ihr ein Lieblingsspiel für drinnen oder draußen, das bei euch super funktioniert?
4. Welchen Film habt Ihr zuletzt alle zusammen gesehen?
5. Die Gretchenfrage: Tragt ihr Maske?
6. Welche Reise(n) musstet Ihr wegen Corona stornieren oder umbuchen?
7. Welche Pläne habt Ihr aktuell für die Sommerferien?
8. Meint Ihr, das ist realistisch?
9. Reisen innerhalb Deutschlands: Welche Region würdet Ihr gern mal erkunden?
10. Fernreisen nach Corona – wann wird das wieder möglich sein, und interessiert Euch das überhaupt?
11. Was wird, könnte oder sollte die Corona-Krise in unserer Gesellschaft dauerhaft verändern?

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"Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon" - so wahr! Also fuhr ich als Kind in Büchern um die Welt, bis nach Taka-Tuka-Land. Heute bin ich "in echt" unterwegs und schreibe manches Buch selber ;) Per Bahn, Pedale, Paddel und per pedes reise ich am liebsten, als Wissenschaftsjournalistin, Reiseautorin und Fotografin immer mit offenem Blick. Und einem Faible für Sprachen. In Bolivien und der Arktis, Australien, China oder Island. Slowenien, Polen. Finnland. Ach... Reisen!

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