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Reisen in Rezepten: Quittenbrot      

Für Quittenbrot muss man gar nicht weit reisen. Die Süßigkeit aus Quitten, auch Quittenspeck genannt, ist in ganz Deutschland beliebt.

An Quitten scheiden sich die Geister. Man liebt die eigenwilligen Früchte, die wie kubbelige Birnen aussehen, außen einen Pelz haben und geschmacklich mit keiner anderen Frucht zu vergleichen sind. Oder man mag sie gar nicht. Da ich ganz eindeutig zu erster Fraktion gehöre und im Advent traditionell mit einer Freundin etwas mit Quitten herstelle, kommt hier ein Rezept für Quittenbrot.

Die Advents- und Weihnachtsnascherei – Gummibärchen in gesund, könnte man sie umschreiben –  wurde ursprünglich aus den Resten hergestellt, die nach der Herstellung von Quittengelee übrig blieben. Und das nicht nur in Deutschland. Es gibt in vielen Ländern Europas Spezialitäten aus Quitten, etwa die Dulche de menbrillo in Spanien und Portugal oder Quittenmarmelade aus Frankreich. Ursprünglich stammt die Quitte aus Westasien und und schon im antiken Griechenland beliebt. Die Römer brachten die gesunde Frucht mit nach Nordeuropa – sie enthält viele Antioxidantien und wird bis heute auch als Heilmittel eingesetzt.

Quitten sind normalerwiese von September bis Dezember reif (kommt drauf an, wo sie angebaut werden). Mit etwas Glück bekommt ihr auf dem Markt auch jetzt noch ein paar Quitten – zumindest in Norddeutschland, wo sie später reif waren. Das Quittenbrot zu kochen ist ein Kinderspiel. Hübsch verpackt, ist es übrigens auch ein tolles Last-Minute-Geschenk zu Weihnachten oder einfach eine kleine Aufmerksamkeit für die Nachbarn.

Rezept für Quittenbrot (super easy!)

Quitten waschen und dabei den Flaum abreiben. Dann das Kerngehgäuse entfernen und das Fruchtfleisch (mit Schale) in kleine Stücke schneiden.

Die gleiche Menge Gelierzucker (1:2) wie Früchte verwenden. Beides mischen und in einem Topf mit Deckel zum Kochen bringen. Die Schale von zwei Bio-Zitronen reiben und den Saft auspressen. Beides mit in den Topf geben.

Nach ca. 20 Minuten sollten die Quittenstücke weich gekocht sein. Jetzt lassen sie sich problemlos pürieren. Anschließend mit offenem Deckel noch eine halbe Stunde weiterköcheln lassen, dabei immer mal wieder umrühren. So dickt die Masse weiter ein. Derweil ein Backblech mit Backpapier auslegen und das Püree hineingießen und glatt streichen. Abkühlen und gelieren lassen. In Rauten schneiden oder mit kleinen Ausstechförmchen Sternchen und Kreise ausstechen.

Diese in Zucker wälzen und in Gläser oder Tütchen abfüllen. Gekühlt hält sich das Quittenbrot einige Wochen – theoretisch. Bei uns ist es immer spätestens zu Weihnachten aufgegessen.

Wer keine Quitten mehr bekommen hat: Bremer Klaben ist auch was Schönes zu Weihnachten. Hier ist das Rezept.

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Seit ich denken kann, zieht es mich in die Natur. Und in den Norden. Das spezielle Licht im Sommer, der Duft der Wälder und die Weite des Fjälls... Als Journalistin und Buchautorin bin ich außerdem gern in Europa und in Niedersachsen unterwegs.

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  1. Hallo Anke,

    vielen Dank für das tolle Rezept! Das muss ich unbedingt mal ausprobieren, ich mag Quittenbrot sehr.

    Liebe Grüße
    Anja

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