Nachhaltigkeit, Norddeutschland
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In den Frühlingswald eintauchen


Das Grün kehrt zurück! Endlich hält der Frühling Einzug. Jetzt ist die beste Zeit, das erste Mal einzutauchen in den Frühlingswald – und zu staunen, welche Pflanzen dort schon wachsen, blühen und duften.

Endlich Frühling! Lang ersehnt nach einem mal wieder viel zu grauen, viel zu langen norddeutschen Winter, gibt es nichts Schöneres, als jetzt in den Wald zu gehen. Einzutauchen in die Kraft, die das frische Grün gibt. Wer genau schaut, entdeckt im aus der Ferne noch grau-braunen Wald eine verblüffende Vielfalt an Frühblühern, weiß, gelb und violett. Viele dieser frühen Pflanzen haben zudem eine Heilkraft, passend zum Neubeginn im Frühling sind sie oft reinigend und stärkend (oder vertreiben den hartnäckigen Winter-Husten). Mit Kräuterexpertin Melanie Harbusch war ich im Frühlingswald in den Ausläufern der Sieben Berge in Südniedersachsen auf einer Kräuterwanderung.

Goldwindröschen

Busch- und Goldwindröschen

Buschwindröschen überziehen im frühen Frühling, bevor die Bäume Blätter haben und damit weniger Licht auf den Boden kommt, viele niedersächsische Wälder als weiß blühende Teppiche. Das gelb blühende Goldwindröschen ist wie das weiße Buschwindröschen eine Anemonenart. Es kommt seltener vor, aber dort, wo es sich wohlfühlt, oft in großer Anzahl. Besonders übsch sieht es dort aus, wo sich Gold- und Buschwindröschen den Platz teilen. Manchmal finden sich dort auch ganz hellgelbe Blüten.

Huflattich

Huflattich ist als Tee gut gegen Husten und duftet erstaunlich stark. Man kann ihn auch in den Garten pflanzen.

Lungenkraut

Lungenkraut hilft ebenfalls gegen Husten und Bronchialbeschwerden. Skurril: An den dunkleren, lilafarbenen Blüten haben bereits Bienen den Nektar gesammelt und sie bestäubt. Deswegen hat sich der pH-Wert geändert und die Blüte hat sich verfärbt.

Weinbergschnecke

Duft- oder Märzveilchen tupfen violette Punkte in den Frühlingswald. Man kann aus den Blüten einen Tee bereiten, der – ungewohnt bei Kräutertee – zart blau wird.

Natur-Kunst Baumwurzel

Die Knoblauchsrauke mit ihrem typischen Knoblaucharoma war früher ein beliebtes Gewürz in der Küche. Heute bevorzugt man eher den Bärlauch. Wo viel von ihm wächst, riecht der ganze Wald danach. Man kann die Blütenknospen übrigens durchaus mitessen, sie sind nicht giftig (wie man manchmal hört). In Essig oder Öl eingelegt werden sie haltbar(er).

Pestwurz

Die Pestwurz mit ihren markanten Blüten helfe, so glaubte man früher, gegen Pest. Heute findet sie Verwendung bei Migräne und Asthma.

Inbegiff von Kraft und Stabilität: Wurzeln

Die Brennnessel, von vielen Menschen als Unkraut beschimpft, ist eine wahre Wunderpflanze. Sie enthält neben Eisen und Eiweiß viel Vitamin C. Man kann aus den Blättern einen reinigenden und entzündungshemmenden  Tee aufbrühen oder sie als Spinat oder Suppe zubereiten. Auch der Giersch, von den meisten Gartenbesitzern gehasst, ist sehr gesund. Also lieber aufessen statt bekämpfen. Zusammen mit jungen Brennnesseln aus dem Frühlingswald lässt sich zum Beispiel eine leckere und gesunde Brennnessel-Giersch-Suppe zubereiten.

Lärchensporn

Lärchensporn blüht weiß oder violett und ist giftig. Ihren Namen hat die Pflanze wohl, weil die Blüten ein wenig aussehen wie die Krallen der Lärche.

Nieswurz

Die Nieswurz ist mit der Christrose verwandt und ebenfalls giftig. Ihre Blüten sind relativ unscheinbar, weil grün.

Schlüsselblume, auch Himmelsschlüssel genannt

Die Schlüsselblume ist geschützt. Ihre Inhaltsstoffe stärken das Immunsystem – trotzdem nur angucken.Die Schlüsselblume ist geschützt. Ihre Inhaltsstoffe stärken das Immunsystem – trotzdem nur angucken.

Waldmeister

Waldmeister ist für sein starkes Aroma bekannt. Am besten etwas anwelken lassen, dann riehct er nich intensiver. Doch Achtung, nicht zuviel Waldmeister für die Bowle oder Limonade benutzen – Empfindliche bekommen dann Kopfschmerzen.

Gut für die Leber: Löwenzahn

Ihn kennt jeder: Löwenzahn wächst nicht nur im Wald, sondern auch auf Wiesen und im Garten. Die meisten Gärtner wollen die gelb blühende Pflanze, die später zur typischen Pusteblume wird, nicht im Garten haben. Dabei hat Löwenzahn eine ausgelcuhende Wirkung auf die Leber, zum Beispiel als Tee oder als junge Blätter im Salat.

Expertin Melanie Harbusch bietet Kräuterwanderungen in Südniedersachsen an und sagt: „Ich bin schon zufrieden, wenn nach einer Kräuterwanderung auch nur einer sagt, das ist ja eine tolle Pflanze und gar kein Unkraut.“

Mehr zu den Fifty Shades of Green im Frühlingswald könnt ihr hier lesen.

Und unsere Lieblingswälder haben wir hier beschrieben.

Ein Rezept für würzige Bärlauchbutter findet ihr hier, mehr Kräuterreuepte hier.

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