Reisen, Weihnachten
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Leckerer Honigkuchen zur Adventszeit auf Madeira

Süß und klebrig ist er, hunderte von Kalorien garantiert, aber für Schleckermäuler gerade zur Adventszeit ist er unbedingt ein Muss: Der braune, mit Nüssen durchsetzte Honigkuchen, Bolo de mel de cana, ein Traditionskuchen und Stolz aller Madeirenser. Ich habe ihn vor ein paar Tagen auf der Blumeninsel Madeira mehrfach probiert. Am besten schmeckt er mir in der Fabrica Santo Antonio in Funchal, der hübschen weißen Hauptstadt mit ihren schroffen steilen Bergen im Hintergrund. 

„Du darfst ihn bloß nicht mit dem Messer schneiden“, erklärt mir Paula Freitas in der schnuckeligen Bäckerei an der Travessa do Forno. Wenn er mit Metall in Berührung käme, verändert er seinen Geschmack, weiß die Mitarbeiterin der Fabrica schon von ihrer Großmutter.

Also müsst ihr den Honigkuchen auf jeden Fall mit den bloßen Händen brechen – eine große Tradition auf Madeira. In einer Plastiktüte hält er ein ganzes Jahr lang, aber nicht im Kühlschrank lagern. Gerade zur Weihnachtszeit wird der saftige Kuchen hier in großen Mengen zuhause gebacken oder halt gekauft.

In der Bäckerei Santo Antonio geht der Kuchen schon in der fünften Generation über die alte Holztheke, seit 125 Jahren ein altes Familienrezept – „leider geheim“, sagt Paula und lächelt. Doch sie verrät, was ihr Bolo de mel ausmacht: Zuckerrohrsyrup (Der Zuckerrohr wird direkt nahe Funchals in den Dörfern einmal im Jahr geerntet), Walnüsse, Rosinen, Mandeln, Cidra. Hier wird alles noch per Hand eingepackt und von einem kleinen Team gebacken. Neben dem leckeren Honigkuchen stellen die 16 Bäcker auch Kekse, Biskuits, Marmeladen und Fenchel- und Eukalyptusbonbons her – gerollt und geschnitten von Hand.

Weihnachtsmärkte in Funchal
Und wer sonst noch adventliche Atmosphäre auf Madeira haben möchte: Die Weihnachtsmärkte in Funchal sind etwas Besonderes. Im Laufe des Monats findet ihr in der Avenue Arriaga kleine hübsche Weihnachtsbuden unter Palmen. Die Händler bieten seit dem 1. Dezember neben Weihnachtssternen zum Beispiel die berühmten „Frauenschuh-Orchideen“ an, aber die Gäste können auch sämtliche Poncho-Varianten probieren.

Am Largo da Restauração mitten in der Stadt präsentiert das Ethnographische Dorf
verschiedene alte Brauchtümer, Kunsthandwerk, Gastronomie, Folkloretänze und zwei traditionelle Weihnachtskrippen. Seit Jahrzehnten werden zwei Arten aufgebaut: die madeirische Weihnachtskrippe, die die künstliche und natürliche Landschaft der Vulkaninsel darstellt mit ihrer Vegetation, ihren Terrassen, Tälern, Wasserläufen, Häuschen und Heuschobern – sowie die religiöse Krippe in Treppenform mit Jesus, Maria und Josef. Die erstere ist wirklich außergewöhnlich und sehr arbeitsintensiv. Bis zu 20 Leute arbeiten tagelang an ihr – eine große Ehre.

Der berühmte Nachtmarkt findet am 23. Dezember in der Markthalle (mercado dos lavradores) statt. Wenn es dunkel wird, bleiben die Straßen rund um den Markt für den Verkehr gesperrt. Viele Madeirenser kommen, um letzte Weihnachtsbesorgungen zu machen. „Dann kaufen wir Mangos, Bananen, Kartoffeln für unser großes Festessen während der Tage ein“, erklärt mir Paula. Die Straßen sind mit Essens-, Getränke- wie auch Musikständen und Straßenhändlern gefüllt. Ab 20 Uhr ist der Fischmarkt ein Treffpunkt für alle Fans von weihnachtlichen Liedern – eine große Weihnachtsparty bis tief in die Nacht hinein.

Und wer noch einen Hoteltipp braucht: Gerade für den Trubel rund um Weihnachten ist das Quinta do Furão ein toller Rückzugsort. Oben in den Bergen an der Nordostküste der Insel liegt das kleine Landhotel in Santana wie eine Oase zwischen den Weinbergen an einer einsamen Steilklippe. Romantisch mit einer Prise sehr gutem Essen!

 

Und wer noch mehr über Madeira lesen möchte, Bitteschön hier.

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